09.04.2020 - 18:59 Uhr
BayernDeutschland & Welt

Vermehrt tote und kranke Vögel gesichtet

Vor allem Blaumeisen - aber auch andere kleine Singvögel - sterben aktuell vermehrt an einer noch unbekannten Krankheit. Der Landesbund für Vogelschutz ruft dazu auf, tote oder kranke Tiere zu melden.

Eine Blaumeise ist in einem Garten zu sehen. Aktuell sterben viele der Vögel an einer bislang unbekannten Krankheit. Der LBV ruft nun dazu auf, gefundene Tiere zu melden.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Nach einer aktuellen Pressemitteilung erhält der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) seit eineinhalb Wochen vermehrt Meldungen zu krank wirkenden Vögeln. Vor allem Blaumeisen seien betroffen. Das bestätigten auch schon andere Bundesländern wie Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen.

Die Tiere seien von einer bislang nicht identifizierten, aber vermutlich sehr ansteckenden Krankheit betroffen. Der LBV ruft nun dazu auf, kranke oder tote Meisen an den Natuschutzbund Deuschland (NABU) zu melden. Auch Fotos können übermittelt werden. Auf diese Weise soll überprüft werden, ob auch in Bayern ein vermehrtes Sterben zu beobachten ist. Des Weiteren wollen die Organisationen so mehr über die Ursachen und die Verbreitung der Krankheit erfahren.

Hier können tote oder kranke Tiere gemeldet werden

Wie der LBV berichtet erkranken neben Blaumeisen vereinzelt auch Kohlmeisen oder andere kleine Singvögel. "Die Tiere fallen dadurch auf, dass sie nicht mehr auf ihre Umwelt reagieren, apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen. Oft wirken die Vögel als hätten sie Atemprobleme. Augen, Schnabel und Teile des Federkleids sind häufig verklebt", erklärt LBV-Artenschutzreferentin Dr. Miriam Hansbauer.

Diese neue Krankheit passe bisher nicht in das Bild bekannter Vogelkrankheiten. Viele Tiere seien, oft auch in größerer Zahl, nah an Vogelfütterungen gefunden worden. Aus diesem Grund rät der Landesverband dazu, die Fütterungen und das Bereitstellen von Tränken einzustellen, sobald mehr als ein kranker Vogel an der Futterstelle beobachtet wird.

"Entscheidend ist jetzt, den Krankheitserreger schnell zu identifizieren. Daher müssen tote Tiere von Experten untersucht werden", sagt Hansbauer. Daher rät der LBV, dass Personen, die einen gerade erst gestorbenen Vogel finden, diesen luftdicht verpacken und in einem Eisfach aufbewahren sollten. Dabei sollten die notwendigen Hygienemaßnahmen beachtet werden und das Tier nicht berührt werden. Nach den Oster-Feiertagen können die Vögel an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg oder an das zuständige Kreisveterinäramt geschickt werden. Unter Rücksprache erfolgt an diesen Stellen die Untersuchung der Tiere.

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