15.04.2021 - 11:23 Uhr
TirschenreuthDeutschland & Welt

Endspurt mit Astrazeneca

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Der Impfstoff von Astrazeneca, der inzwischen unter dem Namen Vaxzevria fungiert, hat ein Imageproblem. Die Impfzentren der Region benutzen ihn ab der kommenden Woche nicht mehr, die Restbestände werden zum Teil bei Sonderaktionen verimpft.

Den Impfstoff von Astrazeneca wird es in den Impfzentren der Oberpfalz nach dieser Woche nur noch für terminierte Zweitimpfungen geben.
von Julian Seiferth Kontakt Profil

Die Situation in Bayern und der Oberpfalz: Mit Beginn der kommenden Woche werden auf Initiative der Bundesregierung in den Testzentren keine Erstimpfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca mehr stattfinden. Das erklärt eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums auf Anfrage der Oberpfalz-Medien. Im April sollen wöchentlich über zwei Millionen Impfdosen an die Länder verteilt werden, davon rund 350 000 an Bayern. Diese Lieferungen enthalten Impfstoffe von Biontech und Moderna. Vaxzevria soll nur noch für Zweitimpfungen eingesetzt werden.

Über drei Millionen Impfungen

Auch Hausärzte sollen in die Lieferungen eingebunden werden. Im Gegensatz zu den Impfzentren sollen die Hausärzte weiterhin Vaxzevria verwenden. Für den 7. April verzeichnet das Gesundheitsministerium mit 114 963 - davon fast 54 000 in den Praxen - einen vorläufigen Impfrekord in Bayern. Die bayerische Impfquote mit der ersten Dosis betrug am Mittwoch 17 Prozent, die zweite Spritze haben bisher rund 6,6 Prozent der Bayern erhalten. Insgesamt wurden knapp über drei Millionen Impfdosen vergeben.

Die Oberpfalz liegt leicht über dem Landesdurchschnitt (18,8 Prozent Erst- und 7,7 Prozent Zweitimpfungen). In der Nordoberpfalz liegt die Quote für Zweitimpfungen sogar bei 7,97 Prozent. Der Bundesdurchschnitt beträgt 6,2 Prozent.

Amberg/Amberg-Sulzbach: Im Landkreis Amberg-Sulzbach gibt es eine Sonderimpfaktion mit dem Impfstoff von Astrazeneca. Hintergrund ist der Verfall der 5390 verfügbaren Dosen, die der Landkreis als Sonderkontingent erhalten hatte, in der kommenden Woche. Die Termine wurden nicht nach Prioritätsgruppen vergeben und waren nach Angaben von Landratsamts-Pressesprecherin Christine Hollederer innerhalb weniger Stunden besetzt. Nach Angaben des BRK-Kreisverbandes wurden im Landkreis bisher insgesamt 45 356 Impfdosen verabreicht, davon 32 224 Erst- und 13 132 Zweitimpfungen.

"Verwerfen ist keine Option."

Landkreis Schwandorf: Das Landratsamt sprach am Mittwoch von 34 442 Impfungen im Landkreis. 24 002 davon seien Erstimpfungen gewesen, 10 440 hätten bereits die zweite Spritze erhalten. In der ersten Aprilwoche wurden im Landkreis 2770 Dosen verimpft. Noch sei unklar, wie mit den Zweitdosen des Impfstoffes von Astrazeneca verfahren werde, sagt Pressesprecher Hans Prechtl.

Weiden/Neustadt/WN: Auch in Weidens Impfzentrum finden Erstimpfungen mit Vaxzevria nur noch bis Ende der Woche statt - danach stehen neben den Hausärzten nur noch terminierte Zweitimpfungen auf dem Plan. Eine Abfrage unter der Zielgruppe sei erfreulich gut ausgefallen, erklärt Pressesprecher Norbert Schmieglitz: "Wir werden bis 18. April noch einigen Leuten einen schnellen Impftermin anbieten können. Impfdosen zu verwerfen ist keine Option."

Sowohl das Impfzentrum als auch die mit Impfstoff bereits belieferten Hausärzte verimpften ihre Dosen schnellstmöglich, so Schmieglitz. Der Schwerpunkt liege aktuell noch in den Impfzentren, nachdem die Regelversorgung bei den niedergelassenen Hausärzten erst seit dem 1. April anläuft. "Die Impfquote für die Stadt Weiden und den Landkreis Neustadt/WN liegt infolge der in den vergangenen Wochen erhaltenen Sonderzuteilungen über dem Landesdurchschnitt."

Landkreis Tirschenreuth: Sowohl das Impfzentrum des Landkreises in Waldsassen als auch die mobilen Impfteams werden mit Ende der Woche keine Dosen von Astrazeneca mehr verwenden. Das erklärt Fabian Polster vom Landratsamt. Nachdem auch Tirschenreuth als Hochinzidenzregion Zusatzdosen erhalten hatte, rief der Landkreis eine Sonderimpfaktion mit den 2150 verbliebenen Dosen ins Leben. Mit Erfolg, wie Polster sagt: Die Termine seien innerhalb von 20 Stunden vergriffen gewesen. Was nicht direkt in die Arme gehen könne, müsse im Zweifel zurückgegeben werden. Vorgesehen ist allerdings eine Weitergabe an Hausarztpraxen.

Der Landkreis stand am Mittwoch bei insgesamt 23 070 Impfungen. 17 104 Personen haben bisher eine Erstimpfung erhalten, die zweite Dosis ging bisher an 5966 Menschen. Obwohl die zweite Priorisierungsgruppe noch nicht abschließend versorgt sei, habe das Landratsamt bereits Einladungen an die dritte Gruppe verschickt.

Kommentar zum Thema: Das Gute im Schlechten

Deutschland und die Welt

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.