BHS Tabletop entlässt 190 Mitarbeiter

Jetzt ist es offiziell: Der Porzellanhersteller BHS Tabletop entlässt bis zu 190 Mitarbeiter, auch in seinem Standort Weiden. Ein "Zukunftspakt" soll weitere Kündigungen verhindern.

Der Porzellanhersteller BHS Tabletop entlässt bis zu 190 Mitarbeiter.
von Julian Trager Kontakt Profil

Der ostbayerische Porzellanhersteller BHS Tabletop entlässt bis zu 190 Mitarbeiter. Das gab das Unternehmen mit Hauptsitz in Selb und Standorten in Schönwald (beide Kreis Wunsiedel) und Weiden am Freitagnachmittag bekannt. Arbeitgeber, Betriebsrat und Gewerkschaften einigten sich demnach auf einen "Zukunftspakt", einen firmenbezogenen Tarifvertrag, der der schwer angeschlagenen Firma weiter Liquidität sichern und weitere Entlassungen verhindern soll. Sowohl BHS-Vorstand Gerhard Schwalber als auch Betriebsratsvorsitzender Michael Ott sind laut Mitteilung optimistisch und sehen nun positiv in die Zukunft.

BHS Tabletop ist wie auch andere Porzellanhersteller von der Coronakrise heftig erwischt worden. Wegen der Pandemie sind für die Porzellanunternehmen weltweit die wichtigsten Geschäftsbeziehungen weggebrochen: In Gastronomie und Hotellerie, auf Kreuzfahrtschiffen, bei Fluglinien oder in Kantinen. Der Umsatz von BHS Tabletop war im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 57,1 auf 34 Millionen Euro eingebrochen. Das ist ein Rückgang von mehr als 40 Prozent. Vor diesem Hintergrund hatte das Selber Unternehmen zuerst mit einem Abbau von rund 250 Stellen geplant.

BHS Tabletop: Umsatz bricht um 40 Prozent ein

Weiden in der Oberpfalz

Dank des Zukunftspakts werden nun weniger Stellen gestrichen als ursprünglich geplant, heißt es in der Mitteilung. Für die 190 betroffenen Arbeitnehmer ist ein Sozialplan beschlossen worden, den Mitarbeitern wird in der kommenden Woche eine "in Nordbayern gut vernetzte Transfergesellschaft" vorgestellt, die ihnen neue Arbeitsplätze vermitteln soll.

"Für die betroffenen Mitarbeiter sei diese Situation natürlich schwierig", sagt Betriebsratsvorsitzender Ott. Und auch der Zukunftspakt bringe Einschnitte mit sich. "Aber er bedeutet auch, dass es für die BHS ein Morgen und eine positive Zukunftsprognose gibt."

BHS-Vorstand Gerhard Schwalber spricht von einer "Zäsur", ist aber "zunächst sehr froh", dass jetzt Klarheit herrscht. "Wir wissen, dass wir den Mitarbeitern erhebliche Zugeständnisse abverlangen", sagt er. Allerdings sei dies die Voraussetzung für eine positive Zukunftsperspektive der nordbayerischen Produktionsstandorte.

Der Zukunftspakt sieht vor, dass die Mitarbeiter bis Ende 2025 unter anderem auf das 13. Monatsgehalt sowie das Urlaubsgeld verzichten. Im Gegenzug bleiben alle Standorte erhalten und betriebsbedingte Kündigungen sind nur mit Zustimmung des Betriebsrats möglich.

Porzellanbranche heftig von Corona erwischt

Weiden in der Oberpfalz

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