17.06.2020 - 16:57 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg: Mehr Krankmeldungen während der Corona-Pandemie

Einen deutlichen Anstieg der Krankmeldungen verzeichnete die AOK Bayern während der Corona-Pandemie. Zwischen 16. März und 5. April seien im Durchschnitt 54 Prozent mehr AOK-Mitglieder krankgeschrieben gewesen als im Vorjahr.

Im Landkreis Amberg-Sulzbach waren die Arbeitnehmer etwas länger krankgeschrieben als in der Stadt Amberg. Darauf deuten die Zahlen der AOK hin.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die AOK legte erste statistische Auswertungen für das Jahr 2020 vor. Die Diagnose Corona habe in den ersten Wochen des Lockdowns mit durchschnittlich 1,5 Prozent eine untergeordnete Rolle gespielt, heißt es in einer Pressemitteilung. „Uns liegt darüber hinaus noch keine Auswertung nach Krankheitsursachen vor, aber schon jetzt lässt sich sagen, dass sich während der Hochphase der Corona-Pandemie deutlich mehr Versicherte krankgemeldet haben als in den Vorjahren“, wird Stefan Schmidt von der AOK in Amberg zitiert. In den Osterferien (6. bis 19. April) habe sich die Zahl der Krankmeldungen dann wieder normalisiert – und sei sogar im Schnitt um 4 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum gelegen.

Amberger gesünder

Während für 2020 noch keine detaillierte Analyse der Krankenstandszahlen vorliegt, stehen aktuelle Auswertungen für 2019 jetzt zur Verfügung. Demnach sind AOK-versicherte Arbeitnehmer in Amberg gesünder und im Landkreis Amberg-Sulzbach kränker als im bayernweiten Vergleich. Mit 4,6 Prozent in Amberg liegt der Krankenstand unter dem Bayernwert von 4,8 Prozent. Im Landkreis Amberg-Sulzbach mit 5,5 Prozent darüber. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich in Amberg 0,1 Prozent mehr Beschäftigte krankgemeldet. Im Landkreis Amberg-Sulzbach 0,2 Prozent mehr.

Atemwegserkrankungen am häufigsten

Atemwegserkrankungen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen. 47,1 Krankmeldungen je 100 erwerbstätige AOK-Mitglieder gab es im vergangenen Jahr in Amberg, 42,8 im Landkreis Amberg-Sulzbach wegen dieser Krankheitsart. Im Jahr zuvor waren es 50,4 Krankmeldungen in Amberg, bzw. 46,0 im Landkreis. Auf Muskel-/Skeletterkrankungen entfielen 34,8 der Arbeitsunfähigkeits-Fälle in Amberg und 34,6 im Landkreis, auf Erkrankungen des Verdauungssystems 15,2 in Amberg und 16,3 im Landkreis und auf Verletzungen 15,4 in Amberg und 17,2 im Landkreis. „Geht es um die Dauer der Erkrankung, so verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen von allen Krankheitsarten immer noch die meisten Ausfalltage“, erklärt Stefan Schmidt. Statistisch gesehen war deswegen 2019 jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer aus Amberg 4,7 Tage, im Landkreis 6,8 Tage krankgeschrieben. 2,8 Fehltage ergaben sich in Amberg, 2,9 Tage im Landkreis aus Atemwegserkrankungen, 2,9 Krankheitstage in Amberg und 3,7 im Landkreis wegen Verletzungen. Insgesamt war im Freistaat durchschnittlich jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer 17,5 Kalendertage krank, in Amberg waren es im Schnitt 16,9 Tage, im Landkreis 20,3 Tage.

Hintergrund:

Zahlen für Bayern

Unverändert gibt es in Bayern ein deutliches Nord-Süd-Gefälle bei den Krankheitstagen. Während in Oberfranken der Krankenstand mit 5,6 Prozent am höchsten war, betrug er in Oberbayern lediglich 4,2 Prozent. In der Oberpfalz lag er bei 5,0 Prozent. Die Ursachen hierfür: Nordbayerische Unternehmen haben deutlich ältere Belegschaften. Oberbayerische Arbeitgeber dagegen profitieren von einem starken Zuzug jüngerer Arbeitnehmer.

Krankenstand-Statistik für 2018

Amberg
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