06.08.2020 - 19:14 Uhr
AmbergOberpfalz

Annalena Baerbock auf Sympathie-Tour in Amberg

Was lernen wir aus der Corona-Krise? Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen will es ganz genau wissen. Zuerst bei der Feuerwehr in Amberg, anschließend im Klinikum St. Marien.

Mit dem Teleskopgelenkmast der Feuerwehr geht es für die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen hoch hinaus über die Dächer der Stadt. Für das Foto nehmen sie und Stadtbrandrat Bernhard Strobl ganz kurz die Schutzmaske ab.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig eine funktionierende Organisation für ein Land sein kann. Aus diesem Grund sind derzeit die beiden Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock und Robert Habeck, unterwegs, um sich vor Ort darüber zu informieren, was Corona mit uns gemacht hat und wie die Hilfsstrukturen funktionieren, die unser Land während dieser Zeit am Laufen gehalten haben.

Erst Station für Annalena Baerbock war am Donnerstag die Feuerwehr in Amberg. Stadtbrandrat Bernhard Strobl und sein Team stellten der Politikerin nicht nur die Ausrüstung vor, die in der Feuerwache am Schießstätteweg und bei den Stadtteilwehren ständig vorgehalten und gewartet wird. 340 Freiwillige, so sagte Strobl, leisten hier ihren Dienst an der Gesellschaft, neun Hauptberufliche sind für den laufenden Betrieb zuständig.

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"Wir haben zehn Minuten für das Hinkommen zur Feuerwache, das Umziehen, das Rausfahren und das Ankommen an Einsatzort", schilderte der Stadtbrandrat den sehr "sportlichen" Einsatzplan der Amberger Feuerwehr. 750 Einsätze im Jahr seien zu absolvieren, davon 120 Brände und rund 400 technische Hilfsleistungen - beispielsweise bei Unfällen.

"Respekt, was hier alles so bereitsteht", kommentierte Annalena Baerbock den Fuhrpark der Amberger Wehr. Aber genau das sei das System der Vorsorge. "Wir können nicht sagen, dass wenn es drei Tage nicht brennt, dann brauchen wir nur noch einen Einsatzwagen." Geduldig hörte sich Baerbock aber auch die Wünsche der Feuerwehr nach der Wiedereinführung eines sozialen Dienstes an. Nicht bei der Bundeswehr wie früher, sondern als Pflichtdienst an der Gesellschaft.

Wir können nicht sagen, dass wenn es drei Tage nicht brennt, dann brauchen wir nur noch einen Einsatzwagen.

Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen zur Daseinsvorsorge bei der Feuerwehr

Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen zur Daseinsvorsorge bei der Feuerwehr

Wie Covid-19 Strukturen verändert hat, das erfuhr Annalena Baerbock anschließend im Klinikum St. Marien. Schon rein baulich, so begrüßte Vorstand Manfred Wendl die Grünen-Chefin, habe sich mit Corona sehr viel bewegt. Angefangen beim virengesicherten Eingangsbereich über die eigens umgebaute Notaufnahme, um infizierte und nichtinfizierte Patienten voneinander abtrennen zu können - für das Klinikum war es eine enorme Herausforderung, die bis zum heutigen Tag anhält.

Manfred Wendl nannte Zahlen: 112 Covid-19-Patienten wurden bis zum heutigen Tag im Klinikum behandelt, 41 von ihnen auf der Intensivstation. 21 Patienten mussten künstlich beatmet werden, 31 Frauen und Männer verstarben schließlich an der Infektion. Ein Kapazitätsproblem bescherte dem Klinikum die relativ lange Liegedauer dieser Corona-Patienten. Durchschnittlich 9,3 Tage waren es auf der Normalstation, 15,5 Tage auf Intensiv. Der längste Patient musste laut Manfred Wendl 57 Tage auf der Intensivstation behandelt werden. Das Durchschnittsalter war 83 Jahre. Wobei vor allem am Anfang viele jüngere Patienten mit Covid-19 behandelt werden mussten.

Manfred Wendl verheimlichte seinem Gast aber auch nicht, dass das Geld hinten und vorne nicht reicht. Weniger Einnahmen und mehr Ausgaben bedeuten für das Klinikum St. Marien ein deutliches Defizit für 2020. "Allein die Schutzausrüstung kostet 1,13 Millionen Euro mehr", so Wendl. Und die Krise sei noch lange nicht vorbei.

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