10.11.2021 - 17:57 Uhr
AmbergOberpfalz

Corona grätscht Faschingsgesellschaften rund um Amberg wieder dazwischen

Bereits vergangenes Jahr wurde das närrische Treiben ab dem 11.11. durch die Pandemie ausgebremst. Ein Blick auf das Infektionsgeschehen im Freistaat zwingt die Verbände wohl auch dieses Jahr wieder zur Umplanung.

Ein einsames Teletubbie stand im Corona-Fasching 2021 auf dem Marktplatz in Amberg. Auch ein Dreivierteljahr später, zum 11. 11., ist Faschingsgaudi noch in weiter Ferne.
von Max SchlötterProfil

So wie es aussieht, zahlt sich das monatelange Training der Faschingsgarden aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach wieder nur bedingt aus. Durch die Verschärfungen der Maßnahmen rücken die beliebten Faschingsbälle der Region momentan in weite Ferne. Auch ohne Lockdown kämpfen die Faschingsgesellschaften mit den Auswirkungen der Pandemie. Vor allem die Unsicherheit macht hier vielen zu schaffen. Eine Umfrage.

Knappnesia Sulzbach-Rosenberg

Den 11.11. hatte man sich in Sulzbach-Rosenberg dieses Jahr wohl auch ganz anders vorgestellt. Zwar findet eine Faschingsdämmerung im Kettelerhaus in Rosenberg statt, aber nur in kastrierter Version. "Nur in geschlossener Gesellschaft", vermeldet Christian Kellner, der Präsident der Knappnesia Sulzbach-Rosenberg. Um sicherzugehen, habe man sich vorher extra nochmal bei der zuständigen Behörde informiert. Viele Faschingsbälle erwartet Kellner auch in dieser Saison nicht: "Durch die Regelungen haben viele Angst vor einem Draufzahlgeschäft." Vor allem die Unsicherheit wird zum Problem, "da niemand weiß, wie die Lage in zwei bis drei Monaten aussehen wird", sagt Kellner. Die internen Veranstaltungen will man bei der Knappnesia nach Möglichkeit aber auf jeden Fall machen. Jedoch müssen aus Sicherheitsgründen die zahlreichen Besuche in Senioren- und Pflegeheimen trotzdem auch dieses Jahr wieder ausfallen. Neue Ausrüstung wurde aus finanziellen Gründen für "die tollen Tage" in diesem Jahr nicht angeschafft, da die Kostüme aus der letzten Saison ohnehin kaum im Einsatz waren.

Narrhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck

Etwas anders ist die Situation bei der Narrhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck. Hier findet zum 11.11. gar keine Veranstaltung statt, aber mit Corona hat das in erster Linie nichts zu tun. Die Kümmersbrucker waren 2020 die einzige Faschingsgesellschaft, die zum Faschingsbeginn im November sowohl das Prinzenpaar als auch das Kinderprinzenpaar offiziell im Rathaus vorgestellt hat. Da es in der vergangenen Saison keinen Fasching gab, wurde die Amtszeit der Paare einfach um ein Jahr verlängert. "Zweimal vorstellen macht keinen Sinn", sagt dazu die Zweite Kassiererin Claudia Streber. Aber auch mit der Planung von anderen großen Veranstaltungen hält sich der Verein erstmal weitestgehend zurück. Wenn es die Lage hergibt, "wird höchstens kurzfristig etwas auf die Beine gestellt". Auch der Trainingsbetrieb ist durch die neuen Regelungen etwas ins Schwanken geraten. So wurde das Training der jüngeren Gruppen nach Umstellung auf 2G der Vorsicht wegen vorerst ausgesetzt.

Narrhalla Rot-Gelb Amberg

Bei der Narrhalla Rot-Gelb Amberg wird dieses Jahr am 11.11. zum zweiten Mal in Folge kein Prinzenpaar vorgestellt. "Man kann es keinem zumuten, sich da ein teures Gewand zu kaufen, das dann nur daheim im Schrank hängt", erklärt der Präsident Jürgen Mühl. In weiser Voraussicht versucht die Faschingsgesellschaft in Amberg durch Einhaltung der 2G-Regelung wenigstens den anstehenden Silvesterball durchführen zu können. Auch der Galaball am 29. Januar soll unter dieser Voraussetzung bis dato noch stattfinden. Aber sicher ist das nicht, weiß auch Mühl: "Wir versuchen einfach, das Beste daraus zu machen." Noch dazu wurde für diese Saison, im Gegensatz zu vergangenem Jahr, Geld in neue Ausstattung und neue Kostüme investiert. Grund hierfür war, dass 2020 die epidemische Lage im Vorfeld besser abzusehen war. Dieses Jahr war man lange davon ausgegangen, dass der Fasching wieder normal stattfinden könne.

Pläne der Narrhalla Weiden

Weiden in der Oberpfalz

"Man kann es keinem zumuten, sich da ein teures Gewand zu kaufen, das dann nur daheim im Schrank hängt."

Jürgen Mühl, Präsident der Narrhalla Rot-Gelb Amberg

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