18.01.2021 - 18:26 Uhr
AmbergOberpfalz

FFP-2-Masken: Für Bartträger ein Problem

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Über einem Vollbart wie dem von Willi Preuß bietet die FFP-2-Maske nicht den gewünschten Schutz. Dazu müsste sich der prämierte Bartträger rasieren. Das kommt nicht infrage, sagt er.

Willi Preuß, Präsident des Ostbayerischen Bart- und Schnauzerclubs.
von Heike Unger Kontakt Profil

Natürlich müsse man Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie ergreifen, sagt Willi Preuß. Doch bei der jetzt in Bayern geltenden FFP-2-Maskenpflicht gibt es ein Problem für Männer wie den Präsidenten des Ostbayerischen Bart- und Schnauzerclubs: Diese Masken funktionieren nur, wenn sie völlig dicht am Gesicht anliegen. Das aber ist bei Vollbartträgern nicht möglich – ihre Barthaare lassen Luft ungefiltert durch.

In Bayern sind seit Montag FFP-2-Masken im Nahverkehr und beim Einkaufen Pflicht. Diese speziellen Modelle schützen durch ihre Filterwirkung sowohl andere Personen als auch den Träger selbst. Allerdings nur, wenn sie richtig getragen werden - dazu müssen sie direkt auf der Gesichtshaut aufliegen.

Bartclub-Chef ist ratlos

Wie soll das bei (Vollbart-)Trägern funktionieren? Dürfen sie jetzt nicht mehr zum Einkaufen? Oder müssen sie sich gar rasieren? Fragen, auf die auch Willi Preuß, einer der beiden Präsidenten des in Amberg ansässigen Ostbayerischen Bart- und Schnauzerclubs, keine Antworten hat. Im Telefonat mit der Redaktion sagt er, alles, was man dazu offiziell höre, "ist momentan einfach zu vage".

Das sagt ein Experte zum Thema FFP-2-Masken

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Preuß kennt die Expertenmeinungen, wonach die FFP-2-Maske bei Bartträgern nicht funktioniert. Von online kursierenden Gerüchten, dass Bartträger in der Pandemie gar zu einer Rasur gezwungen werden könnten, hat er natürlich auch gehört. Hier wäre für den Bartclub-Präsidenten, der selber einen sogenannten "Vollbart naturale" trägt, definitiv eine rote Linie erreicht: "Das ist ein Eingriff ins Persönlichkeitsrecht." In Richtung Politik fügt er gleich vorsorglich hinzu: "Das können sie sich nicht erlauben." Tun sie offenbar auch nicht.

Ministerium: Keine Rasur-Empfehlung

Eine Nachfrage der Redaktion in der bayerischen Staatskanzlei beantwortet Ute Möller, stellvertretende Pressesprecherin im Gesundheitsministerium, mit dem Hinweis, dass die FFP-2-Masken tatsächlich nur funktionieren, wenn sie rundum dicht auf den Gesicht aufliegen. Aber: "Eine Empfehlung, sich den Bart abzurasieren, gibt es nicht."

Willi Preuß trägt die Corona-Schutzmaßnahmen grundsätzlich mit. "Dass man gegen die Pandemie etwas machen muss, ist ja offensichtlich." Beim Bart aber würde der Spaß wirklich aufhören für Preuß. Niemals würde er sich seinen Vollbart abrasieren. Bis der eine solche mit unzähligen Preisen prämierte, üppige Form bekommt, dauere es schon zehn Jahre, meint er. Ohne ernsthaft daran zu denken, ihn zu opfern. "In meinem Alter würde ich ihn jetzt vermutlich gar nicht mehr so hinbekommen."

Der Bart bleibt

Deshalb gibt es für Preuß auch keine Frage: Sein Bart bleibt dran, Corona hin oder her. Und er macht auch deutlich: "Ich würde mich mit allen Mittel dagegen wehren. Notfalls auch anwaltlich." Vermutlich wäre er da nicht alleine, meint Preuß. Würde man so etwas durchzudrücken versuchen, würde das den Querdenkern und Corona-Leugnern sicher weiteren Zulauf bescheren, fürchtet er.

Aber das steht ohnehin nicht zur Debatte, wie die Antwort aus dem Bayerischen Gesundheitsministerium zeigt. Gegen die FFP-2-Maske sträubt sich Bartträger Willi Preuß übrigens nicht: Natürlich ist er als Busfahrer damit ausgerüstet. Während er seinen Bus lenkt, muss er sie nicht tragen, wenn er in den Fahrgastraum geht oder sich am Busbahnhof bewegt, schon. Das tut er auch. Aber eben über seinem Bart.

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