22.10.2021 - 12:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Höchste Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen

Kinder und Jugendliche in Amberg und Amberg-Sulzbach im Alter zwischen 0 und 14 Jahren haben derzeit die höchsten Inzidenzwerte in Amberg und Amberg-Sulzbach. Die Impfrate reicht immer noch nicht aus, um alle Altersgruppen zu schützen.

Schüler einer Grundschule testen sich im Unterricht. In Amberg- und Amberg-Sulzbach ist die Inzidenz der Kinder und Jugendlichen am höchsten.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Die Farbkarte des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt deutlich: Die Corona-Fallzahlen steigen. Inzidenzen von über 100 sind aktuell in Bayern die Regel. Dunkelrot gefärbte Bereiche schieben sich von Süd-Ost heran. Es ist die Delta-Variante, die die Neuinfektionen in einer vierten Welle seit Beginn der Pandemie nach oben schnellen lässt. Im Landkreis Amberg-Sulzbach lag die Inzidenz (7-Tage-Fallzahl je 100.000 Einwohner) am Freitag, 22. Oktober, bei 113,6, in der Stadt Amberg bei 128,4.

Das bedeutet für Amberg 54 und für den Landkreis 117 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen. Gesundheitsamtsleiter Dr. Roland Brey: "Wir gehen davon aus, dass es jahreszeitlich bedingt zu dieser Verbreitung kommt. Die Delta-Variante findet ihre Opfer." Auch wenn der Impfeffekt deutlich zu erkennen sei ("Wir haben lange nicht mehr diese Probleme wie im vergangenen Jahr") steigt die Zahl der Neuinfektionen gerade bei Kindern und Jugendlichen deutlich an. Sowohl in Amberg als auch in Amberg-Sulzbach hat die Altersgruppe der 0- bis 14-Jährigen die höchste Inzidenz.

Impfquote bei 66,78 Prozent

"Die hohen Zahlen bei Kindern und Jugendlichen resultieren aus den Schultestungen in Verbindung mit den meist fehlenden oder noch nicht möglichen Impfungen", sagte Brey. Noch immer reiche die Impfrate nicht aus, um eine Schutzwirkung über alle Altersgruppen hinweg zu erreichen. In Amberg und Amberg-Sulzbach liegt die Impfrate aktuell bei 66,78 Prozent. Der Anteil der zweimal Geimpften an den Neuinfektionen liegt seit Monatsanfang bei 32 Prozent (Durchschnittsalter: 60 Jahre).

"Diese Rate war zuletzt auch deshalb höher, weil viele Pflegeheimbewohner darunter waren, bei denen die Impfungen nicht so gut wirken", erklärte Brey. Vereinfachend könne man schlussfolgern, dass mehr als zwei Drittel der Neuinfektionen Ungeimpfte betrafen. Eine Berechnung der 7-Tages-Inzidenz bei den Ungeimpften und den Geimpften sei auf lokaler Ebene kaum möglich, da die Zahlen dafür nicht vorliegen würden.

Ungeimpfte trüben Bilanz

Orientiere man sich aber an den Zahlen für ganz Bayern, ließe sich vereinfachend die Aussage treffen, dass der Anteil der Ungeimpften an den Neuinfektionen fast neunmal höher liege, als der der Geimpften (297,3:33,6) und Ungeimpfte mehr als viermal häufiger ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten als Geimpfte. "Aktuell sind übrigens die meisten Pflegeheimbewohner wieder genesen, haben also die Infektion dank der Impfungen gut überstanden", so der Leiter des Amberger Gesundheitsamtes.

Die aktuellen Corona-Zahlen laut Robert-Koch-Institut

Amberg
Info:
  • In den vergangenen sieben Tagen haben sich in Amberg 54 Menschen mit Corona infiziert, im Landkreis sind es 117.
  • Aktuell befinden sich in Amberg und Amberg-Sulzbach 409 Personen in Isolation oder Quarantäne.
  • Die aktuell höchste Inzidenz in Amberg liegt in der Altersgruppe 0 bis 14 Jahre (Inzidenz von 286), gefolgt von der Altersgruppe 35 bis 59 Jahre (149).
  • Auch im Landkreis Amberg-Sulzbach ist die Inzidenz bei 0- bis 14-Jährigen am höchsten (230), gefolgt von den 35- bis 59-Jährigen (125).

 

 

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