14.11.2021 - 09:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Italienisches Flair des Amberger Marktplatzes soll erhalten bleiben

Als der Amberger Stadtrat im Frühjahr 2021 beschlossen hat, den Gastronomen in der Stadt großzügig mehr Freischankflächen zuzugestehen, dachte man an die Folgen von Corona. Doch inzwischen hat sich herausgestellt: Auch die Stadt profitiert.

Bella Italia mitten in Amberg. Erst Corona hat auf dem Markplatz möglich gemacht, was sich viele Amberger schon lange gewünscht haben - die Ausweitung der Freischankflächen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Im März 2021 hat der Amberger Stadtrat zwei Dinge beschlossen: Erstens sollte die Sondernutzungsgebühr für Freischankflächen, Warenauslagen, Verkaufsstände und Kundenstopper um 80 Prozent reduziert werden. Zweitens gewährten die Stadträte vor allem den Gastronomen deutlich mehr von diesen begehrten Freischankflächen, um die erforderlichen Abstände einhalten und die Verluste aus dem ersten Corona-Jahr wenigstens ein bisschen kompensieren zu können. Tatsächlich gab es dadurch aber auch einen dritten Effekt: Die Amberger Altstadt hat gewaltig an Aufenthaltsqualität gewonnen. Stichwort: italienisches Flair. Gerade in warmen Sommernächten herrscht rund um den Markplatz eine nahezu italienische Stimmung.

"Es ist etwas Gutes dabei herausgekommen", stellte CSU-Fraktionsvorsitzender Matthias Schöberl in der Sitzung des Bauausschusses zufrieden fest. Das Gremium sollte in der Folge darüber beraten, wie nun weiter zu verfahren ist, nachdem sich das Jahr dem Ende zu neigt. Der Vorschlag der Verwaltung ging in die Richtung, die großzügigen Flächenerweiterungen auch in der Zukunft zu erlauben. Zudem soll die Möglichkeit bestehen, diese in voller Größe auch in den Wintermonaten zu nutzen. Sei es für Außengastronomie, für spezielle Veranstaltungen oder Aktionen draußen vor dem Lokal. Ihre Begrenzung finden diese nur durch die stets freizuhaltenden Feuerwehrflächen. Darüber hinaus dürfen die traditionellen Märkte und Veranstaltungen (Wochen- und Bauernmarkt, Weihnachtsmarkt, Altstadtfest, Hexennacht) nicht beeinträchtigt werden.

Attraktivitätssteigerung der Altstadt

Zu Ende gehen soll hingegen zum Jahresende die ebenfalls im März beschlossene Reduzierung der damit einhergehenden Sondernutzungsgebühren um 80 auf 20 Prozent. Die Gastronomen und Geschäftsleute müssen also ab 1. Januar wieder die volle Gebühr für die von ihnen genutzte Fläche entrichten. Außer, es kommt im Zuge der vierten Corona-Welle erneut zu einer Situation, die einen solchen Preisnachlass erlauben würde. "Es war richtig, das zu machen. Es dient der Attraktivitätssteigerung der Innenstadt", so die Meinung des CSU-Fraktionsvorsitzenden Matthias Schöberl, der sich von Anfang an für Erleichterungen für die gastronomischen Betriebe in der Altstadt eingesetzt hatte.

Josef Witt (ÖDP) ist zwar durchaus begeistert vom Zuwachs an mediterranem Flair, den die Amberger Altstadt während der letzten beiden Sommer erfahren hat. Von der Möglichkeit, die Flächen ganzjährig zu nutzen, hält er allerdings nicht viel. "Wo liegt der Vorteil, wenn im Januar der halbe Marktplatz bestuhlt ist?", fragte sich Witt. Dem hielt Oberbürgermeister Michael Cerny entgegen, dass es sich ja nur um eine Kann-Bestimmung handelt, nicht um ein Muss. "Aber vielleicht will der eine oder andere draußen einen Glühwein trinken mit einer Decke um sich." Grundsätzlich gelte aber: "Sie müssen es nicht machen." Schließlich falle bei einer tatsächlichen Nutzung der Flächen auch entsprechend Miete an. Nach der einstimmigen Empfehlung des Bauausschuss, die Satzung so weiterlaufen zu lassen, hat nun der Stadtrat das letzte Wort.

Die anfängliche Skepsis dürfte sich inzwischen gelegt haben

Amberg

"Es war richtig, das zu machen. Es dient der Attraktivitätssteigerung der Innenstadt."

CSU-Fraktionsvorsitzender Matthias Schöberl

CSU-Fraktionsvorsitzender Matthias Schöberl

 

 

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