25.11.2020 - 15:37 Uhr
AmbergOberpfalz

Kindergarten Winterstraße erneut in der Diskussion im Amberger Stadtrat

Schon in der vorgeschalteten Bauausschusssitzung hatten sich die Stadträte wegen dieses Themas regelrecht heiß geredet, kein Wunder das das Thema "Kindergarten Winterstraße" im Stadtrat erneut kontrovers diskutiert wird.

Dort, wo der Kindergarten Winterstraße einmal entstehen soll, treffen sich heute zwei Feldwege. Entsprechend intensiv ist die Diskussion im Stadtrat um die Verkehrsanbindung.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

An sich hat kein Stadtrat und keine Stadträtin etwas dagegen, dass der Kindergarten Winterstraße gebaut wird. Die Frage ist nur, ob dieser Kindergarten mit acht Gruppen oder 160 Kindern an dieser Stelle, mit dieser Verkehrsanbindung und in dieser Größe wirklich richtig angesiedelt wäre. Derzeit sind die von der Frühlingsstraße abgehenden Zufahrtsstraßen zum künftigen Groß-Kindergarten eher Feldwege, entsprechend groß ist die Befürchtung der Bewohner von Eglsee und Drillingsfeld, dass man sich mit dem Bau der Einrichtung ein zusätzliches Verkehrsproblem ins Viertel holt.

So zumindest lässt es das Abstimmungsverhalten der beiden Frühlingstraßen-Stadträte Veronika Niklaus (Freie Wähler) und Florian Füger (CSU) erschließen, die beide zwar für den Kindergarten an sich sprachen, mit seiner verkehrstechnischen Anbindung aber nicht einverstanden sind. "Die Belastung der Frühlingstraße ist ohnehin schon sehr hoch, der Gehweg ist viel zu schmal", wies Veronika Niklaus auf ein zentrales Problem hin. Der geplante Kindergarten sei viel zu groß, er liege für seinen Einzugsbereich bis in den Eisberg hinein nicht zentral genug und er sei nur sehr schwer zu erreichen. Den letzten Punkt unterstrich auch CSU-Mann Füger, der zwar an sich die Kapazität des Kindergartens für notwendig hält, die Verkehrsanbindung aber für absolut unzureichend. Also müsse entweder der bestehende Kindergarten Christkönig erhalten und damit der an der Winterstraße kleiner werden, oder man binde diesen besser an.

Zur Vordiskussion über den Kindergarten Winterstraße

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Der inzwischen stark sanierungsbedürftige Kindergarten Christkönig spielte in der Diskussion am Montag durchaus eine zentrale Rolle. Denn tatsächlich ist es so, dass die Pfarrei St. Georg, der Träger dieser Einrichtung, diese Sanierung nach Aussage des Oberbürgermeisters finanziell nicht leisten kann und daher die Trägerschaft zum 1. Januar 2021 an das BRK übergibt. Das BRK wiederum will den Kindergarten nur noch so lange offen lassen, bis der ebenfalls in seiner Trägerschaft stehende in der Winterstraße fertig ist. Dann soll die alterwürdige Einrichtung geschlossen, das Grundstück verwertet werden. Die Stadt Amberg selbst hat Interesse, um dort eventuell eine Schulkinderbetreuung oder eine Krippe zu errichten.

Doch mit diesem Vorgehen ist beispielsweise Dieter Amann (SPD), der Stadtrat der Katharinenhöhe, überhaupt nicht einverstanden. Amann sitzt seit mittlerweile 30 Jahren im Stadtrat und konnte spontan eine ganze Reihe von Projekten aus dem Bereich Eglsee/Drillingsfeld aufzählen, deren Scheitern seiner Ansicht nach letztendlich zur jetzigen Situation geführt haben: das nicht umgesetzte Baugebiet Striegeläcker, der nicht gebaute Kindergarten an der Sommerstraße und nicht zuletzt die gescheiterte direkte verkehrstechnische Anbindung der neuen Wohnviertel an die Eglseer Straße. "Und das Schlimmste daran ist, dass man der Pfarrei St. Georg die Chance gibt, ihren Kindergarten Christkönig zu versilbern", zürnte Amann in das ACC.

Noch mehr Diskussionspunkte rund um den Kindergarten

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Und er erntete den Widerspruch eines in letzter Zeit ohnehin sehr dünnhäutig argumentierenden Oberbürgermeisters. "Anscheinend muss man sich heute schon verteidigen, wenn man Kindergartenplätze schafft", gab Michael Cerny zurück. Die eigens eingerichtete Arbeitsgruppe habe sich ja jedes mögliche Grundstück angeschaut und keine Alternative gefunden. Wer den Bau in der Winterstraße ablehne, müsse einen Alternativstandort nennen. "Man muss sich entscheiden, was einem wichtig ist. Denn es ist am Ende des Tages eine Entscheidung", sagte Cerny. Der sich darüber hinaus gegen die pauschale Verurteilung der Pfarrei St. Georg durch Dieter Amann verwehrte. Die Pfarrei habe einfach das Geld für die Sanierung von Christkönig nicht.

Für alle Fraktionen gut verständlich fasste Rudolf Scharl (Liste Amberg) zusammen: Es kommt aus allen Fraktionen Kritik an dem vorgelegten Konzept für den Kindergarten an der Winterstraße. Trotzdem sei er durchgewunken worden, weil die Plätze möglichst rasch umgesetzt werden müssen. Problem sei die schiere Größe von 160 Plätzen sowie die periphere Stadtrandlage. "Im positiven Fall kommt ein Drittel der Kinder aus dem Viertel, der Rest wird mit dem Auto gebracht." Dafür aber seien die Straßen und Wege hin zum Kindergarten nicht ausgelegt. Zudem würden Familien mit nur einem oder keinem Auto vor das Problem gestellt, dass sie ihre Kinder nur sehr schwer in die neue Einrichtung bringen könnten. Mit sechs Gegenstimmen befürwortete der Stadtrat schließlich das vorgelegte Konzept.

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