17.09.2021 - 15:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Die Kleinraigeringer Nordwand ist gar keine mehr

Mehr Bäume, weniger Autos, weniger Höhe, weniger Nordwand. In Kleinraigering zeigt sich gerade sehr positiv, was passiert, wenn Anwohner, Investoren und Baubehörde miteinander reden.

So sieht die aktuelle Planung für das Baugebiet Raigeringer Höhe Nord in Kleinraigering aus. Verschwunden sind inzwischen die Zwischenbauten, die dem Projekt den wenig schmeichelhaften Spitznamen "Kleinraigeringer Nordwand" beschert haben.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Die Nordwand von Kleinraigering schmilzt dahin. Seit die Anwohner, die Investoren und die Bauverwaltung dort im kreativen Miteinander reden, hat sich die Planung für das Vorhaben "Raigeringer Höhe Nord" stark verändert. Zugunsten der Menschen, die im sogenannten Obstviertel in Kleinraigering schon jene Nordwand vor ihren Einfamilienhäusern wachsen sahen, wie Baureferent Markus Kühne im letzten Bauausschuss betonte. Denn tatsächlich fehlen in den Plänen inzwischen exakt jene Zwischenriegel, die Stadträtin Veronika Niklaus (Freie Wähler) erst auf den inzwischen sehr gängigen Begriff "Nordwand" gebracht haben.

"Es ist kein fauler, es ist ein guter Kompromiss", betonte Markus Kühne im Bauausschuss. Nicht nur die Zwischenriegel fehlen seiner Aussage nach inzwischen, auch die Gebäudehöhen in Richtung Obstviertel seien erheblich reduziert, die Autos komplett unter die Erde verbannt und der Abstand zu den Einzelhäusern im Norden noch einmal erhöht worden. "Wir reden da von einem Wert, der bei mehr als einem H (Höhe der Außenwände) liegt." Der in Bayern inzwischen gültige Wert liege ja bekanntlich bei 0,4 H. "Und nach Fertigstellung werden wir sogar mehr Bäume haben als jetzt."

Höhengerüste werden aufgestellt

Ausdrücklich betonte Markus Kühne, dass er im persönlichen Gespräch mit einer Anwohnerin sehr viele Anregungen bekommen habe, die jetzt in die Planung eingeflossen seien. Aber auch die Wünsche aus dem Bauausschuss seien berücksichtigt worden. Beispielsweise soll die Tiefgarage unter dem Wohnblock nicht mehr nur über die Straße "Kleinraigering" sondern zusätzlich auch über die Friedlandstraße angebunden werden, wenn das möglich ist. In einem nächsten Schritt sollen jetzt die insgesamt acht Höhengerüste aufgestellt werden, die dem Ausschuss und den Anwohnern zeigen sollen, wie sich die Baukörper in der Landschaft präsentieren. Der Bauausschuss wird sich die Lage dann bei einem Ortstermin vor seiner nächsten Sitzung anschauen.

Vonseiten der Ausschussmitglieder gab es viel Lob für die veränderte Planung. So erkannte Josef Witt (ÖDP) "erhebliche Fortschritte", Veronika Niklaus (FW) hält den Entwurf für "schon sehr gelungen" und Martin Frey (Liste Amberg) redete von einem "mustergültigen Bauleitverfahren". Hochzufrieden war auch Rudolf Maier (CSU), der hartnäckig an seiner Forderung nach einem Höhengerüst festgehalten hatte. Mit acht dieser Gerüste in zwei Reihe, "da haben Sie meine Erwartungen mehr als erfüllt." Einzig Simone Böhm-Donhauser (SPD) sieht trotz aller Fortschritte noch Luft nach oben. "Es sind immer noch 83 Wohneinheiten und mehr als 100 Autos", begründete sie ihre Ablehnung der laufenden Bauleitplanung. Und auch die Zufahrten zur Tiefgarage "bereiten mir Bauchschmerzen".

Gespräche gehen weiter

Letztlich stimmt der Bauausschuss gegen Simone Böhm-Donhauser für die Fortführung der Bauleitplanung. Einstimmig votierte das Gremium für die Aufstellung der Höhengerüste und den Ortstermin. Und die Zuhörer aus dem Obstviertel waren ganz zufrieden, wie es bisher gelaufen ist. Trotzdem werden sie weiter verhandeln, um die Planung so zu optimieren, dass auch sie damit leben können.

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"Es ist kein fauler, es ist ein guter Kompromiss."

Baureferent Markus Kühne

Baureferent Markus Kühne

 

 

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