27.09.2020 - 08:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Ringer über neue Bergsteig-Arena: "Unglaublich" und "gigantisch"

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Als der Regen stärker wurde, traf Igor Tjumenzev eine Entscheidung. Er brach das Training der Ringer am Bergsteig ab. Auf der Matte staute sich das Wasser. Die Übungseinheit war im Juli 2014 vorzeitig beendet. Diese Zeiten sind vorbei.

Von der neuen Arena ist Igor Tjumenzev derart begeistert, dass er von Berlin nach Amberg reiste und sie mit einer Drohne aus der Luft fotografierte.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Seit fast 20 Jahren ist Igor Tjumenzev Ringer. Als Viertklässler hat er den Sport für sich entdeckt. In all den Jahren, bevor die neue Bergsteig-Arena gebaut wurde, hatte sich am desolaten Zustand der alten Ringerhalle und ihres Daches nichts geändert. "Wenn es regnet, steht die Suppe auf der Matte", sagte der heute 30-Jährige damals im Juli 2014, als er das Training nicht zum ersten Mal abbrechen musste. So sollte es nicht weitergehen. Peter Leifridt, der den Club im Jahr 2000 als Sparte des SV Inter Bergsteig ins Leben gerufen hatte, wünschte sich von Beginn an einen Hallenneubau. Sein Sohn Eugen, der später den Vorsitz des mittlerweile selbstständigen Vereins übernahm, sah's nicht anders: "Ein neues Dach bringt uns gar nichts. Es muss schon ein neues Gebäude her." Das steht nun unübersehbar, obwohl es anfangs sogar von prominenter Seite Widerspruch gab.

Norbert Fischer, Vorsitzender des Stadtverbands für Sport, stellte im Jahr 2014 zwar einen Zuschuss in Aussicht. Allerdings nur für ein neues Dach. 25 Prozent Förderung seien vorstellbar, Gelder seien eventuell auch vom Landessportverband zu erwarten. Einen Neubau werde die Stadt aber sicher nicht bezahlen, sagte Fischer 2014: "Jeder andere Verein, der selbst etwas finanziert, wäre ja dann blöd." Verhielten sich alle Clubs so wie die laut Fischer beratungsresistenten Ringer, "hätten wir ein Problem hoch drei".

"Es muss was passieren"

Zwei Jahre später, im Januar 2016, erinnerte sich Peter Leifridt an einen Satz des ehemaligen Bürgermeisters Josef Triller: "Es muss was passieren." Da diese Aussage Trillers mittlerweile zehn Jahre alt war, rief der Ringer-Trainer seinen Wunsch nach einem Neubau in Erinnerung. Ohne Erfolg, aber zumindest gründete sich ein Förderverein, der Geld für eine Halle sammeln wollte. Der Kontostand im Januar 2016: etwa 5000 Euro. Danach herrschte wieder Ruhe, bis Stadtbau-Geschäftsführer Maximilian Hahn eine gute Nachricht hatte. Er kündigte einen spektakulären Neubau an - die Bergsteig-Arena. "Durch Zufall" hatte er nach eigener Schilderung 2017 im Luftmuseum einen österreichischen Architekten kennengelernt, der auf dem Gebiet neuer Baustoffe forscht. Der Mann sei dabei, Alternativen für Beton zu entwickeln. Der alte Holzbau, die Baracke, in der die Ringer trainierten, war kurz zuvor abgerissen worden. Hahn schaltete schnell und kam zu dem Ergebnis: Die Ringer am Bergsteig brauchen eine neue Halle, der Architekt will ein Start-Projekt.

Mittlerweile ist die Bergsteig-Arena fertig. Einer der Ersten, der sie getestet hat, ist Igor Tjumenzev. Nach der Baugenehmigung knapp zwei Jahre warten zu müssen, sei lange gewesen, aber: "Das hat sich sehr gelohnt. Die Atmosphäre in der Halle ist einfach unglaublich." Allein die Baustelle sei schon ein Hingucker gewesen. Als die Ringer mit dem Abriss der Baracke fertig waren und der Neubau noch nicht stand, vermissten sie ihre alte Trainingsstätte. Igor Tjumenzev will aber nicht falsch verstanden werden: "Jeder weiß, wie runtergekommen unsere alte Trainingsbaracke war, deshalb ist der Kontrast gigantisch für uns. Wir sind Herrn Hahn von der Stadtbau sehr dankbar."

Halle sogar in Berlin Thema

Tjumenzev, der mittlerweile in Berlin lebt und arbeitet, wird eigenen Aussagen zufolge sogar in der Bundeshauptstadt auf die Arena angesprochen: "Ich werde hier in Berlin oft gefragt, was dieses Objekt ist und wo es steht. Die Halle sorgt auf jeden Fall für Aufsehen."

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