23.10.2020 - 10:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Taxifahren in Zeiten von Corona

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Der erste Lockdown trifft das Amberger Taxiunternehmen Penschok hart. Bei einem zweiten droht sogar die Schließung. Die 24 Fahrer kämpfen mit Desinfektionsspray und Plexiglasscheiben um Fahrgäste.

Laut Benjamin Vogel haben viele Menschen Angst vor Corona beim Taxifahren: Mit Plexiglasscheiben, Mund-Nase-Schutz und Desinfektionsmittel kämpfen er und die 24 Fahrer des Familienunternehmens dagegen an.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Das Vor-Corona-Niveau sei immer noch nicht erreicht, sagt Benjamin Vogel. Der 39-jährige Sohn von Harry Penschok (72), der in den 1980er-Jahren ein Taxi-Unternehmen gegründet hat, berichtet von schwierigen Zeiten. Während des Lockdowns vor gut einem halben Jahr habe es das Taxiunternehmen (24 Fahrer, elf Taxis) hart getroffen. "Wir hatten einmal sogar nur eine Tageseinnahme von etwas über 17 Euro. Wir haben schon viele Krisen erlebt, aber in so einem Ausmaß noch nicht. Corona hat für Stillstand gesorgt", erzählt Vogel.

Die Mitarbeiter hätten allesamt in Kurzarbeiten geschickt werden müssen. Die Lage habe sicher mittlerweile aber wieder gebessert. Aktuell beziffert Vogel den Umsatz auf etwa 80 bis 90 Prozent im Vergleich zu der Zeit, als die Pandemie noch kein Thema war. Die geringere Anzahl an Gästen liege dabei vor allem an der Angst der Fahrgäste. Um ihnen diese zu nehmen, setzt das Familienunternehmen auf Hygiene.

Dienstanweisung für Fahrer

In jedem Taxi ist mittlerweile eine Plexiglasscheibe verbaut. "Wir haben an unsere Fahrer Masken verteilt, als das gar noch nicht Pflicht war", erklärt Vogel. Eine Dienstanweisung sei rausgegangen, dass sie diese aufsetzen müssen. Auch bei den Fahrgästen sei man konsequent. "Es gibt immer wieder welche, die keine Maske aufsetzen. Grundsätzlich ist es dann so, dass wir die Fahrt ablehnen. Falls jemand den Mund-Nase-Schutz vergessen hat, haben wir immer genügend in den Taxis."

Prinzipiell seien die Jüngeren einsichtiger als die Älteren, verrät der 39-Jährige. Auf Verständnis hofft Vogel vor allem, wenn er auf das Personenbeförderungsgesetz zu sprechen kommt. Demnach sei es so, dass die Mitfahrer freie Platzwahl haben. "Normal sollten die Gäste aber aktuell hinten sitzen. Das funktioniert auch ziemlich gut." Nur bei älteren und gehbehinderten Menschen, die sich schwertun, hinten einzusteigen, werde meist dem Wunsch entsprochen, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen. "Außerdem haben wir unseren Fahrern Hände-Desinfektionsmittel gegeben, um nach jeden Kontakt mit der Kundschaft die Hände zu desinfizieren. Auch die Türgriffe, Sitze und Trennscheiben desinfizieren wir regelmäßig. Alles, was im Machbaren ist, wird von unserer Seite auch getan", sagt Vogel.

Soforthilfe erhalten

Dennoch ging es ohne Hilfen nicht. Als sie Thema waren, hat das Familienunternehmen eine Soforthilfe beantragt - und auch 30 000 Euro bekommen. Dringend notwendiges Geld. Auf Kredite oder dergleichen werde aber bewusst verzichtet, erklärt Vogel. Denn es gebe genügend Kosten, die ohnehin weiterlaufen: Die Ausgaben für finanzierte Fahrzeuge oder Kosten für Versicherungen und Telefon etwa.

Um diese decken zu können, äußerte der 39-Jährige eine Hoffnung: "Die Coronazahlen in Amberg beziehungsweise Deutschland müssen relativ gering bleiben, dass die Geschäfte weiterlaufen."

Denn sonst droht Schlimmes. Der erste Lockdown sei ein harter Schlag gewesen. "Ein zweiter Lockdown wäre wahrscheinlich das Aus", sagt Harry Penschok.

Taxis waren auch schon Thema im Amberger Verkehrsausschuss

Amberg
Auf dem Fenster ist ein Hinweis angebracht, dass Fahrer nur mit Maske in das Taxi einsteigen dürfen.
Benjamin Vogel sprach über die schwierige Zeit während des ersten Lockdowns und den aktuellen Stand des Familienunternehmens.
Harry Penschok hat das Familienunternehmen in den 1980er Jahren gegründet.
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