18.10.2021 - 18:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Wallmenichhaus Amberg: 45 Corona-Fälle in zwei Wochen

Im Seniorenheim der BRK-Schwesternschaft ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. 32 Bewohner und 13 Mitarbeiter haben sich mit dem Virus infiziert, drei Senioren sind gestorben. Ohne Impfungen wäre alles wohl viel schlimmer.

Im Clementine-von-Wallmenich-Haus in Amberg gab es einen Corona-Ausbruch.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Dass Corona längst noch nicht vorbei ist, zeigt die Lage im Clementine-von-Wallmenich-Haus in Amberg. In dem Seniorenheim ist am 3. Oktober ein Bewohner positiv auf Corona getestet worden. Seitdem sind 31 weitere Senioren und 13 Mitarbeiter hinzugekommen, wie Heimleiter Thomas Göldner auf Nachfrage berichtet. Drei Bewohner sind gestorben, zwei im Krankenhaus, einer im Heim. Allerdings hätten alle drei schwere Vorerkrankungen gehabt und seien schon vor der Infektion palliativ behandelt worden.

Wie das Virus in das Heim kam, lässt sich laut Göldner nicht rekonstruieren – auch nicht mithilfe des Gesundheitsamtes, mit dem die Einrichtung aktuell eng zusammenarbeite. "Nach dem ersten Fall ist es aber zu einem Domino-Effekt gekommen", erklärt der Leiter. Und das, obwohl es bei den Bewohnern eine Impfquote von nahezu 100 Prozent gebe. Die Impfdurchbrüche seien allerdings kaum mit schweren Verläufen einhergegangen. Etwa die Hälfte der Senioren hätten gar keine, die andere Hälfte grippeähnlichen Symptome gehabt. Ein Bewohner werde derzeit noch im Krankenhaus behandelt.

Seit Donnerstag kein neuer Fall

Dass sich trotz der hohen Impfquote so viele infiziert haben, könnte an der nachlassenden Wirkung der Vakzine liegen – so die naheliegende Vermutung. Schließlich liegt es schon Monate zurück, dass die Senioren die Vakzine verabreicht bekommen haben, die vor Corona schützen sollen. Zwar seien viele Senioren bereits Auffrischimpfungen verabreicht worden. Aber auch hier kann es sein, dass die Wirkung noch keine volle Entfaltung entwickelt hat.

In dem Heim, das 101 Bewohner und rund 150 Mitarbeiter zählt, hat es bis Donnerstag ein Besuchsverbot gegeben. „Wobei Besuche für Angehörige von Sterbenden oder Menschen die psychisch stark gelitten haben, möglich waren. Das war immer mit dem Gesundheitsamt abgesprochen“, sagt Göldner. Derzeit sind Besuche bei negativ getesteten Bewohnern wieder möglich. Ob und wie viele der in den vergangenen zwei Wochen an Corona Infizierten bereits wieder genesen sind, kann der Heimleiter noch nicht sagen. Dazu muss er die Ergebnisse der am Dienstag und Mittwoch geplanten PCR-Tests abwarten. Erfreulich in jedem Fall: Seit Donnerstag ist kein neuer Coronafall mehr dazugekommen.

Bei den 13 Mitarbeitern, die sich infiziert haben, sind laut Göldner etwa Hälfte geimpft gewesen. Drei von ihnen (alle ungeimpft) hätten im Krankenhaus behandelt werden müssen, zwei von ihnen sind schon wieder entlassen worden. "Die Impfquote bei den Mitarbeitern in unserem Heim liegt insgesamt bei rund 85 Prozent", berichtet der Leiter.

Hirschau als trauriges Beispiel

32 infizierte Bewohner, über ein Dutzend Mitarbeiter, die ausfallen und eine ohnehin hohe Arbeitsbelastung im Seniorenheim sorgten dafür, dass sich die Lage in den vergangenen Tagen zugespitzt hat. Trotzdem habe das Heim keine zusätzlichen externen Kräfte benötigt. Dank Angestellte, die Urlaub verschoben oder nicht angetreten haben. Zudem habe man "Ausfälle über das Kontingent aus der Schwesternschaft" kompensiert.

Alles in allem ist Göldner froh, dass die meisten Betroffenen nach der Corona-Infektion einen leichten Verlauf gehabt hätten: "Wäre das Ausbruchsgeschehen vor der Impfung gewesen, wäre es weitaus dramatischer verlaufen." Ein trauriges Beispiel dafür ist das Hirschauer Seniorenheim, in dem es im vergangenen Jahr über 20 bestätigte Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gab.

Im April berichteten wir schon einmal über Corona-Infizierte im Amberger Wallmenichhaus

Amberg

Wäre das Ausbruchsgeschehen vor der Impfung gewesen, wäre es weitaus dramatischer verlaufen.

Heimleiter Thomas Göldner

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.