24.10.2021 - 16:57 Uhr
BayernOberpfalz

Vier Frauen sterben bei einer Brandkatastrophe

Trauer und Fassungslosigkeit liegen über dem Ort Reisbach in Niederbayern. In der Nacht zum Samstag starben dort bei einem Feuer drei Frauen - eine von ihnen stand kurz vor der Entbindung.

Feuerwehrleute stehen vor einem Haus in Reisbach im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau. Drei Frauen und ein frühgeborenes Baby sind hier bei einem Brand ums Leben gekommen.

Stundenlang waren die Feuerwehrleute in Reisbach (Kreis Dingolfing-Landau) im Einsatz. Gegen 2 Uhr war in der Nacht zum Samstag in einem Mehrfamilienhaus ein Feuer ausgebrochen. Zunächst war von einem Zimmerbrand die Rede. Bald war klar, dass es schlimmer war - viel schlimmer.

Drei Frauen, 87, 55 und 20 Jahre alt, starben. Die 20-Jährige war im siebten Monat schwanger. Rettungskräfte entbanden das Baby per Notkaiserschnitt; doch es war zu spät. Die drei Frauen waren laut Polizei nicht verwandt.

Haftbefehl beantragt

Wie es zu dem Brand kam, ist noch unklar. Die Ermittler konnten das Haus bislang nicht betreten. Eine Vermutung haben Kripo und Staatsanwaltschaft Landshut aber: Eine nicht ausgeschaltete Herdplatte könnte die Ursache sein. Sie ermitteln nun wegen Fahrlässigkeit und haben einen Haftbefehl gegen einen Bewohner beantragt. Das Amtsgericht Landshut erließ den Haftbefehl jedoch nicht, weil keine Fluchtgefahr bestünde.

250 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren im Einsatz. Auch vier Hubschrauber waren alarmiert. Zwei Feuerwehrleute wurden verletzt. Ein Kriseninterventionsteam war während des Einsatzes vor Ort. In dem alten Herrenkloster neben der Kirche sind 27 Menschen gemeldet. 17 von ihnen wurden verletzt, vier mussten in ein Krankenhaus. Alle verloren in der Brandnacht ihr Zuhause.

In der Kirche wird gebetet

Die Betroffenheit in Reisbach ist groß. In der Kirche wird seit dem Unglück ununterbrochen gebetet. Vor dem Altar haben Trauernde mit Kerzen ein Herz gelegt. Der Sonntagsgottesdienst war außergewöhnlich gut besucht. Für den späteren Sonntag hatte sich Bischof Rudolf Voderholzer angekündigt. Auch am Rande der Absperrung zur Unglücksstelle sammelten sich Friedhofslichter. Für Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner ist es die größte Tragödie in seiner siebenjährigen Amtszeit. Am Samstagmorgen wirkte er ergriffen. "Ich war die ganze Zeit am Unglücksort und mir fehlen noch immer die Worte", sagte er. "Meine Gedanken sind bei den Verstorbenen, den Hinterbliebenen und auch bei den Menschen, die ihr Zuhause verloren haben. In diesen Momenten sieht man, dass der Mensch sehr klein ist und in einigen Situationen machtlos ist."

Doch auch in diesen sehr dunklen Stunden gebe es Taten, die Hoffnung machen. Ein Teil der Bewohner des ausgebrannten Hauses seien bei Verwandten untergekommen. Die anderen habe die Gemeinde in einem Hotel untergebracht. Der Bürgermeister sagt, er habe viele Anrufe von Bürgern erhalten, die spontan helfen wollen. Auch Spenden seien angeboten worden. "Die Gemeinde hält in diesen schweren Zeiten unglaublich zusammen. Das macht mich sehr stolz."

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