16.11.2021 - 14:45 Uhr
Betzenmühle bei PlößbergOberpfalz

Ziegler-Group will am Hauptstandort in Betzenmühle erweitern

Zwei Mal stand die Ziegler-Group auf der Tagesordnung der Marktratssitzung in Plößberg. In beiden Fällen ging es um eine Erweiterung.

Die Ziegler-Group will erweitern – um 28 Hektar in Richtung Liebensteinspeicher. Der Marktrat fasste in seiner Sitzung am Montag den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Die Ziegler-Group möchte auch an ihrem am Hauptsitz in Betzenmühle erweitern. Dazu lag der Marktgemeinde in der vergangenen Sitzung am Montagabend bereits ein Bauantrag vor. Auf der Gewerbefläche des Unternehmens soll ein Kompetenz-Canteen-Center entstehen. Dieses besteht aus insgesamt vier Büromodulen samt Außenanlagen. Da der Antrag den Vorgaben des Bebauungsplans entspricht, war der Bauantrag von einem Marktratsbeschluss freigestellt. Die Verwaltung genehmigte diesen im Vorfeld, informierte Bürgermeister Lothar Müller in seinem Bericht.

Dritte Erweiterung

Auch bei einem weiteren Punkt der Tagesordnung ging es um die Ziegler-Group. Hier beschlossen die Markträte die Aufstellung eines Bebauungsplans für die dritte Erweiterung des Gewerbegebiets Betzenmühle. Konkret geht es um ein 28 Hektar großes Areal in Richtung Liebensteinspeicher. Laut Bürgermeister Lothar Müller läuft seit das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan seit Anfang August. Er berichtete von einem gemeinsamen Gespräch mit dem Unternehmen und dem Planungsbüro am Montag vor der Sitzung. "Hier gibt es nun konkrete Pläne." Es soll eine Art Werk gebaut werden, in der eine Alternative zu Leimbindern hergestellt wird. Dabei sollen Baumfasern zunächst geschält und dann wieder zusammengepresst werden. Das Endprodukt soll Angaben 30 bis 40 Prozent weniger Material verbrauchen als ein Leimbinder, aber genauso stabil sein. Wie Müller berichtete, sei die Ziegler-Group hier auch in der Forschung mit tätig.

Wald womöglich problematisch

Die Erweiterung des Gewerbegebiets soll 28 Hektar umfassen. Das Areal ist derzeit Waldgebiet und erstreckt sich Richtung Stausee. Müller erklärte, dass noch nicht sicher sei, ob die kompletten 28 Hektar bebaut werden. Er sieht zudem das Problem, dass bei der öffentlichen Ausschreibung negative Stellungnahmen eingehen könnten - weil das Areal nahe des Hochwasserspeichers als Erholungswald gilt. Der Marktrat fasste in seiner Sitzung den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan.

Sägewerk in Stein erweitert auch

Auch das Sägewerk Josef Ziegler in Stein will erweitern. Dort sollen weitere Holzlagerflächen entstehen. Die neue Halle ist maximal 100 Meter lang und 20 Meter hoch. Die Räte votierten ebenfalls einstimmig für den Bebauungsplan im Gewerbegebiet Marteräcker in Stein.

Dritter Bürgermeister Hans Klupp (Freie Wähler) merkte an, die Bürger offensiver über diese großen Vorhaben informiert werden sollten. Klupp sei für die Vorhaben und wolle sich sicher nicht dagegenstellen, betonte er. "Doch wir könnten Gegenwind vermeiden, wenn wir informieren, was warum gebaut wird und wie es aussehen soll." Die Bauvorhaben könnten etwa auf einer Bürgerversammlung in der betroffenen Ortschaft vorgestellt werden.

Adalbert Zölch (CSU) sah dies anders: "Eine öffentliche Marktratssitzung reicht dazu doch aus." Bürgermeister Lothar Müller ergänzte, dass alle Nachbarn und Grundstückseigentümer informiert wurden. Er könnte sich aber vorstellen, die Vorhaben im Mitteilungsblatt der Gemeinde für alle Bürger noch einmal vorzustellen. Auf Nachfrage von Hans Klupp wird aber dieses Jahr kein Mitteilungsblatt mehr herausgegeben, deshalb soll es Ersatzweise ein Projektblatt dazu geben.

Zuschlag für Programm „Zukunftswerkstatt Kommune“

Bürgermeister Lothar Müller informierte weiterhin, dass sich die Gemeinde beim Programm „Zukunftswerkstatt Kommune“ beworben hatte und den Zuschlag erhielt. Das Projekt „Zukunftswerkstatt Kommunen“ unterstützt Kommunen dabei, kreative Lösungen zu entwickeln um für alle Generationen in allen Lebenslagen attraktiver zu werden. Es gehe darum, Konzepte zu entwickeln, um die Folgen des demografischen Wandels in den Kommunen zu gestalten und die kommunale Identität zu stärken. Das Programm läuft bis 2024. Mögliche Projekte und Ideen sollen mit städtebaulichem Berater Dr. Klaus Zeitler erarbeitet und auch im Jugendrat vorgestellt werden. Eine gute Sache, fand der Bürgermeister: „Mit dem Programm können gute Projekte angestoßen und finanziert werden.“

Neue Kinderkrippen-Leitung

Der Bürgermeister informierte in der zudem, dass die Kinderkrippe „Wirbelwind“ in Plößberg eine neue Leiterin hat. Sie heißt Nicole Reichl und kommt aus Neustadt/WN.

Gemeinde fördert Bau von Regenwasserzisternen

Ab dem kommenden Jahr fördert die Marktgemeinde Plößberg die Errichtung von Regenwasserzisternen und von Anlagen zur ökologischen Warmwasserbereitung. „Damit wollen wir einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit leisten“, sagte Müller. Die Förderrichtlinie tritt zum 1. Januar 2022 in Kraft. Die Regelung geht laut Müller auf einen Antrag der CSU zurück.

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„Wir könnten Gegenwind vermeiden, wenn wir informieren, was warum gebaut wird und wie es aussehen soll.“

Dritter Bürgermeister Hans Klupp (Freie Wähler)

 

 

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