07.09.2021 - 10:46 Uhr
BruckOberpfalz

Eröffnung der Karpfensaison mit harter Kritik an Fischotter-Urteil

„Das Fischotter-Urteil des Verwaltungsgerichts Regensburg ist ein schwarzer Tag für die Teichwirtschaft und den Artenschutz“: Alexander Flierl steht bei der Eröffnung der Karpfensaison in Bruck mit seiner Kritik nicht alleine.

Die Vorsitzende des Museumsvereins Mappach, Inge Gleixner (rechts), und Landrat Thomas Ebeling servierten bei der Saisoneröffnung gebackenen Karpfen mit Kartoffelsalat. Von links: Regierungspräsident Axel Bartelt, Bierkönigin Sarah Jäger und MdL Joachim Hanisch.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Richter des Verwaltungsgerichts Regensburg kippten die Ausnahmegenehmigung für das Töten von Fischottern und lösten damit nicht nur bei den Teichwirten einen Sturm der Entrüstung aus. Auch Regierungspräsident Axel Bartelt übte bei der Eröffnung der diesjährigen Karpfensaison im Oberpfälzer Seenland massive Kritik am Gerichtsurteil.

Im Biergarten des Heimat- und Bauernmuseums Mappach forderte er von der Justiz „mehr Respekt und Wertschätzung für die 8000 bayerischen Teichwirte“. Ein Weiher biete nicht nur Fischen, sondern auch Amphibien, Krebsen und Wasservögeln einen Lebensraum. Sie alle seien den Prädatoren schutzlos ausgeliefert, wenn der Mensch nicht eingreife.

Um die Schäden durch den Fischotter in den Griff zu bekommen, beschloss der Landtag die Möglichkeit der Entnahme. Jeweils zwei männliche Tiere sollten an Teichanlagen in den Landkreisen Tirschenreuth, Schwandorf und Cham entnommen und getötet werden dürfen.

"Sehr verstimmt" über Urteil

Dagegen klagten der Bund Naturschutz und die „Aktion Fischotterschutz“ und bekamen vom Verwaltungsgericht Recht. Regierungspräsident Axel Bartelt ist darüber „sehr verstimmt“ und erwägt eine Beschwerde gegen den Bescheid. Denn: „Die Teichwirtschaft muss vom Gesetzgeber den Schutz erfahren, den sie braucht“. Bartelt rief Politiker und Verbandsvertreter zum Schulterschluss auf und sagte: „Wir müssen uns gemeinsam für den Erhalt der Oberpfälzer Teichwirtschaft einsetzen“.

„Mit den Sonntagsreden der Naturschutzverbände ist den Teichwirten nicht gedient“, erklärte CSU-Abgeordneter Alexander Flierl. Der Landtag habe die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine vertretbare Entnahme von Fischottern geschaffen, die das Verwaltungsgericht nun untergrabe. Dafür fehle ihm jegliches Verständnis, so Flierl. Der Oberpfälzer Karpfen sei ein Premiumprodukt aus extensiver Bewirtschaftung und müsse geschützt werden.

175 Portionen aufgetischt

Wie gut ein gebackener Karpfen mit Kartoffelsalat schmeckt, davon konnten sich am Sonntag die Besucher der Ägidi-Kirwa im Bauernmuseum Mappach überzeugen. Die Vorsitzende des Museumsvereins, Inge Gleixner, servierte am Sonntag mit ihrem Team 175 Portionen. Der Vorsitzende des Zweckverbandes Oberpfälzer Seenland, Thomas Ebeling, eröffnete gemeinsam mit der bayerischen Bierkönigin Sarah Jäger und Brucks Bürgermeisterin Heike Faltermeier die Karpfensaison. Der Musikverein Bruck spielte zur Unterhaltung auf.

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