26.08.2021 - 17:21 Uhr
Emhof bei SchmidmühlenOberpfalz

Mutmacher-Geschichte für Krebspatienten aus Emhof

Von Ulm nach Würzburg führt die 29. Regenbogenfahrt – eine „Mutmachertour“ für krebskranke Menschen. Dass der bunte Tross auch Station in Emhof macht, hat einen besonderen Grund.

In Emhof machte die Regenbogenfahrt heuer Station. Wohl auch deswegen weil die Medizinerin Eva-Maria Hümmer (Vorne) in ihrer Jugendzeit selbst eine Knochenmarkspende brauchte. Ein Besuch bei ihren Großeltern Barbara und Ludwig Hümmer in Emhof ist immer ein Stück Heimat für sie.
von Paul BöhmProfil

Glaubwürdiger können Botschafter nicht sein: Die Regenbogenfahrer haben alle selbst in ihrer Kindheit oder Jugend lebensbedrohliche Krebserkrankungen besiegt – und sind heute topfit auf dem Fahrrad unterwegs. Die Regenbogenfahrer wollen mit ihrer Tour akut betroffenen Kindern und Eltern Mut machen. Da sie einst selbst an Krebs erkrankt waren, wollen sie zeigen, dass Heilung und ein normales, sportliches Leben danach möglich sind: „So wie wir, könnt ihr es auch schaffen“, sagte Dr. Eva-Maria Hümmer. Die junge Ärztin vom Uniklinikum Erlangen hat einen besonderen Bezug zu Emhof. So oft es während ihrer Krankheitszeit ging, war sie dort zu Besuch bei ihren Großeltern Barbara und Ludwig Hümmer. Jetzt freute sich Eva-Maria Hümmer ganz besonders, dass sie sich die Zeit freischaufeln konnte, um an der diesjährigen Regenbogenfahrt teilzunehmen. Ihre Verbindung zum Dorf bescherte der Tour in Emhof einen Zwischenstopp im Feuerwehrhaus.

Erfolgreiche Knochenmarkspende

Die Mutmachertour für Krebskranke führt diesmal von Ulm nach Würzburg mit Stopps in Augsburg, München, Regensburg, Nürnberg und Erlangen, bei den entsprechenden onkologischen Einrichtungen. Im Jahr 2002 hatten die Ärzte die Krebserkrankung bei Eva-Maria Hümmer festgestellt. Nach Behandlungen in Regensburg kam 2005 ein Rückfall – und die große Zeit des Wartens auf eine Knochenmarktransplantation in Erlangen. Heute freut sich Hümmer: „Die Knochenmarkspende wurde von meinem Körper angenommen. Da bin ich besonders dankbar.“ Zwei Jahre später durfte sie ihre Spenderin kennenlernen. Auch heute gebe es ein jährliches Treffen, erzählte die junge Medizinerin in Emhof. Dass sie besonders gern dort bei Opa und Oma ist, spürt man. Ein herzlicher Empfang und eine innige Umarmung geben der jungen Ärztin jedes Mal ein Stück Liebe und Geborgenheit.

Weiterer Stopp in Neukirchen

Mittlerweile hat sie nach ihrem erfolgreichen Medizin-Studium an der Universität Erlangen auf Anhieb eine Anstellung an der Kinder- und Jugendklinik in Erlangen gefunden. „Weil ich selbst als junges Mädchen die Krankheit hatte, versuche ich jetzt, den Menschen zu helfen“, sagt Hümmer, die sich immer noch als eine Emhoferin fühlt, auch wenn sie Eschenbacherin und mittlerweile in Erlangen zuhause ist. „Wir haben uns über die herzliche Aufnahme in Emhof ganz besonders gefreut“, sagte sie zur Dorfgemeinschaft. Bürgermeister Peter Braun, sein Stellvertreter Mathias Huger und Feuerwehr-Vorsitzender Christian Singer ließen es sich nicht nehmen, die Teilnehmer der Regenbogenfahrt zur Mittagspause im Feuerwehrhaus in Emhof zu begrüßen. Danach ging es weiter nach Amberg, wo die Gruppe übernachtete, und nach Neukirchen, wo sie bei einem Zwischenstopp ebenfalls vom Bürgermeister, Peter Achatzi, begrüßt wurde.

Dr. Eva-Maria Hümmer war als Jugendliche selbst an Krebs erkrankt und brauchte eine Knochenmarkspende, Heute arbeitet sie an der Kinder- und Jugendklinik in Erlangen.
Regenbogenfahrerin Eva-Maria Hümmer mit ihren Großeltern, Barbara und Ludwig Hümmer (links) sowie (von rechts) Feuerwehr-Vorsitzender Christian Singer, Bürgermeister Peter Braun und seinem Stellvertreter Mathias Huger.
Die Regenbogenfahrt der Deutschen Kinderkrebsstiftung machte auf ihrer Tour von Ulm nach Würzburg auch Station in Neukirchen, wo sie von Bürgermeister Peter Achatzi empfangen wurde.
"Wir hatten Krebs" steht auf dem Transparent am Begleit-Fahrzeug: Die Regenbogenfahrt ist keine Spendentour, sondern eine Aktion, die jungen Krebspatienten Mut machen soll.
Von Neukirchen aus redelten die Regenbogenfahrer weiter Richtung Würzburg.

"Bunt essen" unterstützt Krebspatienten

Amberg

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