04.08.2021 - 08:52 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Glasfasernetz für Erbendorf

Ein Glasfaseranschluss im Haus: Dieser Wunsch rückt näher. Leonet-AG-Vorstand Martin Naber informierte in der Stadtratssitzung über den Aufbau eines Netzes.

Das Ende eines Bündels Glasfaserkabel. In Erbendorf sollen bald viele Haushalte einen solchen Anschluss bekommen.
von Jochen NeumannProfil

Bürgermeister Johannes Reger informierte den Stadtrat, dass am 24. Juni mit der Firma Leonet AG ein Vertrag über den Aufbau eines Glasfasernetzes im Rahmen des Bundesförderprogramms abgeschlossen worden ist. So wird aus Fördermitteln ein Glasfasernetz mit einer Länge von rund 40 Kilometern errichtet. Insgesamt hat der Ausbau ein Volumen von 4 Millionen Euro, wobei der Bund mit 2,4 Millionen Euro den Großteil übernimmt, der Freistaat schießt 1,2 Millionen Euro zu. Die restlichen 400 000 Euro übernimmt die Stadt Erbendorf aus Eigenmitteln.

Interesse als Voraussetzung

"Weite Teile des Stadtgebietes werden aber auch nach Abschluss dieser Maßnahme nicht über einen leistungs- und zukunftsfähigen Glasfaseranschluss verfügen", sagte Bürgermeister Johannes Reger. "Die Leonet AG ist dazu bereit, ihr Netz umfangreich eigenwirtschaftlich, also ohne die Unterstützung mit Fördermitteln, zu erweitern." Für die damit verbundenen erheblichen Investitionen sei es aber Voraussetzung, dass ein entsprechendes Interesse an Glasfaseranschlüssen bestehe.

Martin Naber und Adrian Richter von der Leonet AG stellten die Planungen vor. Das Unternehmen aus Teisnach in Niederbayern verpflichtet sich, bis Ende 2022 insgesamt 113 Gebäude mit 153 Haus- und Geschäftsadressen ans Hochgeschwindigkeits-Internet anzuschließen. Das betrifft die Ortsteile Steinbach, Thann, Straßenschacht, Wäldern, Knierermühle, Siegritz, Pfaben, Plärn, Schweißlohe, Lochermühle, Grenzmühle, Hohenwies, Aschenhof, Inglashof, Kornhof sowie in der Stadt selbst das Berufsbildungszentrum und die Steinwald-Klinik.

Um Anschlüsse zu einem späteren Zeitpunkt zu ermöglichen, sieht der Vertrag vor, dass die Leonet AG 125 Adressen in Teilen von Boxdorf, Erbendorf, Neuenreuth, Wildenreuth, Pfaben, Siegritz und Wäldern mit Leerrohren versieht. Der Bund fördert hier nur die Verlegung mit dem Leerrohr. Naber nennt das "Vortrieb von Reservekapazitäten".

Für die Installation müssten die jeweiligen Eigentümer der betroffenen Gebäude aufkommen. Die Bedingungen bezüglich der Kosten treffen auch auf den eigenständigen, also "eigenwirtschaftlichen" Ausbau der Leonet AG zu. Neben dem Hauptort Erbendorf ist das auch für die Ortsteile Grötschenreuth, Gössenreuth, Wetzldorf, Wildenreuth, Wäldern, Boxdorf, Siegritz, Thann, Neuenreuth und Frodersreuth geplant. Es geht um rund 1400 Adressen mit über 2000 Wohneinheiten. Die Leonet AG wird demnächst eine Vorvermarktung starten.

Außerdem plant das Unternehmen, zu den Einzelheiten des Ausbaus per Post, online und vor Ort zu informieren. Spatenstich soll im September sein, die Bauzeit der geförderten Maßnahme ist mit eineinviertel Jahren angegeben. Anschlüsse außerhalb des Förderprogramms sollen voraussichtlich etwas später fertiggestellt werden.

Eigentümer müssen zahlen

Die geförderten Glasfaseranschlüsse sollen den Hauseigentümern nichts kosten. Bezüglich der teilgeförderten Maßnahme, bei der die Kosten der Leerrohrverlegung übernommen werden, können auch andere Bürger einen Glasfaseranschluss bekommen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich in den jeweiligen Gebieten eine gewisse Zahl an Anschließern findet. "Wir werden unsere Bürger über die Möglichkeiten und Kosten rechtzeitig informieren", so Bürgermeister Reger.

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"Weite Teile des Stadtgebietes werden aber auch nach Abschluss dieser Maßnahme nicht über einen leistungs- und zukunftsfähigen Glasfaseranschluss verfügen."

Bürgermeister Johannes Reger

Leonet-AG-Vorstand Martin Naber (links) und Adrian Richter aus der Geschäftsführung.
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