18.01.2021 - 12:44 Uhr
EschenbachOberpfalz

Eine Eschenbacher Institution nimmt Abschied

Das Hotel-Restaurant Rußweiher ist eine Säule behaglicher Restaurantkultur in der Region. Nun zieht sich das Pächterpaar Rodler in den wohlverdienten Ruhestand zurück. Die Nachfolge ist bereits nahtlos geregelt.

30 Jahre war das Hotel-Restaurant Rußweiher Vorzeigeadresse Oberpfälzer Kochkunst und Gastlichkeit. Nun möchten die Wirtsleute Brigitta und Raimund Rodler den wohlverdienten Ruhestand genießen. Bürgermeister Marcus Gradl (links) verabschiedet das Pächter-Ehepaar – coronabedingt im kleinsten Kreis.
von Robert DotzauerProfil

Die drei Vollblutmusikanten Georg Bayerl, Heiner Kohl und Reinhold Meier charakterisierten bereits 2019 die beliebte Gastronomin Brigitta Rodler zum 70. Geburtstag mit dem Song: „Die beste Wirtin die Brigitta ist, weil sie den Stammgast achtend nicht vergisst. Durch Eschenbach schallt stürmisch der Applaus, bei der Brigitta fühlt man sich zuhaus“.

Der Gast war König

Fast 30 Jahre war der Gast bei den Rodlers im Hotel-Restaurant Rußweiher König. Der Kundenkreis war international, die lukullischen Spezialitäten ebenso. Im Jahr 1991 mit großen Hoffnungen von der Stadt als Eigentümerin des Campingareals mit Restaurant- und Hotelbetrieb an die Familie verpachtet, entwickelte sich die Freizeitanlage Rußweiher zur Vorzeigeadresse bayerisch-oberpfälzer Kochkunst und Behaglichkeit.

Die Schmankerln aus Brigittas Töpfen und Pfannen wurden für unzählige Gäste zu Zungenschnalzern und auch in der entspannenden Atmosphäre des Biergartens vor dem Rußweiherpanorama fühlten sich die Gäste wohl. So hieß es oft: „Heid gemma nimma ham“. Viel Wehmut klingt bei Brigitta und Raimund Rodler mit, wenn sie an die vielen netten, zufriedenen und dankbaren Gäste im Lauf der knapp 30 Jahre denken.

Vom ehemaligen Schullandheim zum bekannten Hotel-Restaurant

Eschenbach

Gerne erinnert sich das Wirtepaar an die vielen Hochzeiten, an die persönlichen Jubiläen der Gäste, an die Besuche ranghoher US-Offiziere oder draußen im Biergarten an die großen musikalischen Events und an die prominenten „Staatsgäste“ bei den Sommergesprächen der CSU. Die unerbittliche Zunahme der Lebensringe ließ bei den Wirtsleuten aber den Entschluss reifen, das langjährige Pachtverhältnis aufzulösen. Erst jüngst feierte Raimund Rodler seinen 85. Geburtstag. Die Corona-Pandemie verwehrte es Brigitta und Raimund Rodler, sich im Rahmen einer Abschiedsfeier von ihren liebgewonnenen Gästen persönlich zu verabschieden. Dies tat offiziell in kleinster Runde der „Hausherr“.

Wohlfühlambiente wie bei Mama

Bürgermeister Marcus Gradl dankte für 30 wunderbare Jahre mit einem stets zufriedenen Verpächter. Das Ehepaar Rodler habe "ein Stück lebensbejahender Wirtshausgeschichte" geschrieben, urteilte der Bürgermeister. Die mit viel Professionalität geführte Sterneküche und das wohltuende Ambiente der Lokalität habe der Stadt und allen Gästen auch mit Blick auf den Tourismus und die Naherholung rund um den Rußweiher gut getan. Er habe sich bei den Rodlers stets wie bei Mama aufgehoben gefühlt, bekannte der Rathauschef. Blumen für die Wirtin und das Versprechen für ein phantasievolles Gourmet-Cooking mit „Sternekoch“ Adriano gehörten zu den Abschiedsgeschenken.

Auch die Nachfolge vermittelt

Als Glücksfall bezeichnete Marcus Gradl die Nachfolgeregelung. Offiziell ab 1. Februiar 2021 übernimmt Matthias Schubert das Hotel-Restaurant und die Betreuung des städtischen Campingplatzes. Der 28-jährige Hotelfachwirt ist im Haus kein Unbekannter. Nach seiner Ausbildung sammelte Schubert Erfahrungen im Mercure Hotel Bielefeld und als Animator auf Mallorca. Auf der Deutschen Ferieninsel lernte er auch seine Lebensgefährtin Sabrina Pühl aus Neustadt am Kulm kennen. Seit 2014 wohnt Schubert deshalb auch in der Kulmstadt.

Dem neuen Pächter Matthias Schubert und seiner Lebensgefährtin Sabrina Pühl wünscht der Bürgermeister nach dem Ende der Betriebseinschränkungen durch Corona einen beherzten und erfolgreichen Start.

Ein Bezug zum Hotel-Restaurant Rußweiher besteht seit fünf Jahren. Schon seit Sommer 2016 war der neue Pächter als Aushilfe im Restaurantbetrieb tätig, während Lebensgefährtin Sabrina seit 2015 in Vollzeit bei den Rodlers Erfahrung sammelte. Bei der offiziellen Begrüßung durch Bürgermeister Marcus Gradl versicherten die künftigen Wirtsleute: „Wir versprechen, den guten Ruf des Hauses weiter zu pflegen“. Dazu gehört auch eine verlockende Speisekarte mit hochwertigen Produkten, wie der neue Chef anmerkte. Deshalb soll es auch für die Küche Verstärkung mit einem Koch geben. Im gewohnten Umfang läuft auch der Hotelbetrieb mit fünf Einzel- und acht Doppelzimmern weiter.

Viel verspricht sich das neue Pächterpaar auch vom künftigen Adventure-Golfen vor der Haustür, das im Frühjahr startet. Allerdings vermasselt die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen auch im gastronomischen Bereich den Neustart. „Der Einstieg hätte zu besseren Zeiten stattfinden können“, bedauerte der neue Chef. Dennoch zeigte sich Bürgermeister Marcus Gradl bei der „Schlüsselübergabe“ optimistisch: „Rodlers Geist in diesem Haus wird Euch beflügeln“.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.