30.07.2021 - 13:10 Uhr
FlossOberpfalz

Cyber-Attacke auf Nexans Autoelectric

Nächste Cyber-Attacke auf ein Nordoberpfälzer Unternehmen: Der Autozulieferer Nexans Autoelectric aus Floß (Kreis Neustadt/WN) ist am Mittwoch angegriffen worden. Alle Informationssysteme und Produktionsstätten wurden dort sofort gestoppt

Hochvoltkabelsätze wie diese sind unter anderem nötig, um das Auto von morgen fit für das autonome Fahren zu machen.
von Julian Trager Kontakt Profil

In der Nordoberpfalz hat es erneut eine Cyber-Attacke auf ein Unternehmen gegeben – diesmal traf es ein großes. Wie der Autozulieferer Nexans Autoelectric aus Floß (Kreis Neustadt/WN) am Freitag mitteilte, stellte das Unternehmen am Mittwoch einen Cyber-Angriff auf die Informationssysteme am deutschen Standort in der Nordoberpfalz fest. "Als vorsorgliche Maßnahme und um die weitere Verbreitung des Angriffs zu vermeiden, wurden alle Informationssysteme und Produktionsstätten unverzüglich gestoppt", heißt es in der Pressemitteilung. Was das genau bedeutete, wollte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage nicht sagen. Alle Kunden seien über die Situation informiert worden. Die Standorte seien nicht betroffen.

"Die Sicherheit unseres Systems und der Daten stellt die höchste Priorität in dieser Situation dar", heißt es in der Meldung weiter. Nexans habe "konkrete Maßnahmen und Regeln", welche die Daten "proaktiv sicherstellen". Man arbeite daran, die Handlungsfähigkeit sicherzustellen. Es sei derzeit nicht zu befürchten, dass die Kundenversorgung unterbrochen werde. "Die Fertigungsstätten werden sukzessive wieder angefahren." Weitere und nähere Informationen gab die Firma nicht bekannt.

Zu den Kunden von Nexans zählen unter anderem Audi, BMW und Daimler. Der Konzern hat weltweit 10.700 Mitarbeiter und Standorte unter anderem in den USA und China.

Mehrere Firmen von Cyber-Attacken betroffen

Im Sommer 2021 waren in der Nordoberpfalz mehrere Firmen von Cyber-Attacken betroffen und wurden anschließend erpresst, um die eigenen Daten wiederzubekommen. Manche Mittelständler zahlten auch Lösegeld. In der zweiten Juni-Hälfte erwischte es laut der zuständigen Staatsanwaltschaft Bamberg gleich elf Firmen im Raum Weiden fast gleichzeitig. Alle seien "Opfer eines Verschlüsselungstrojaners (Ransomwaregruppierung Ryuk) geworden". Die Schadenssumme sei unbekannt. Untypisch sei der Fall, weil sich Täter im Internet normalerweise nicht an bestimmte Gegenden orientieren, sondern immer dort eindringen, wo es eben möglich ist. Dass es diesmal anders ist, liege wohl daran, "dass aller Wahrscheinlichkeit nach die Täter von einem der Betroffenen aus Zugriff auf die anderen nehmen konnten."

Albert Pöllath, der ein Garagentor-Montage-Unternehmen in Erbendorf leitet, war 2019 betroffen. Er sagt, wenn er vorher nicht die Firmendaten gesichert hätte, wäre sein Unternehmen am Ende gewesen. Auf die Frage, was Unternehmen gegen sich häufende Cyber-Angriffe machen können, fallen Pöllath nur zwei Worte ein: "Daten sichern".

Cyber-Erpresse bedrohen Oberpfälzer Mittelstand

Erbendorf

 

 

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