Eindrucksvolle Feierstunde in Flosser Synagoge

Floß
22.05.2023 - 15:09 Uhr

„Öffnet die Tore der Gerechtigkeit – Freiheit, Macht, Verantwortung", unter diesem Motto stand am Sonntag die Feierstunde in der Flosser Synagoge zur Woche der Brüderlichkeit. Die Besucher waren tief beeindruckt.

Die Feierstunde in der Flosser Synagoge zur Woche der Brüderlichkeit hat Tradition. In seiner Begrüßung hatte Pfarrer Alfons Forster aus Michldorf in seiner Eigenschaft als einer der drei Vorsitzenden der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Weiden herausgestellt, dass solche Feierstunden wichtige Impulse für den christlich-jüdischen Dialog liefern sollen. "Öffnet die Tore der Gerechtigkeit" – hinter dieser Aufforderung stehe die biblische Vorstellung, dass die Welt Gottes ein Ort ist, der allen offenstehe. Das Bild des Tores wird damit zum Gegenentwurf für alle Mauern, die Menschen gegeneinander aufrichten, sagte Forster.

Dankbar war Pfarrer Forster für die Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste. Teilgenommen hat auch eine Besuchergruppe von Sozialdemokraten aus Heinersreuth bei Bayreuth. Pfarrerin Edith Lang stellte in ihrer Hinführung zum Thema fest: "Seit Februar kämpft ein Land im Osten Europas für seine Freiheit und Demokratie – gegen einen totalitären Aggressor, der mit unfassbarer Gewalt versucht, sich einen seiner Nachbarn einzuverleiben. Weltweit scheinen liberale Demokratien durch das Erstarken rechtsextremer totalitärer Bewegungen und deren Desinformationskampagnen gefährdet wie nie. Während der Pandemie wurde der Freiheitsbegriff in Stellung gebracht gegenüber den von manchen als diktatorisch empfundenen Hygienemaßnahmen und dabei die Notwendigkeit von Fürsorge und Verantwortung für andere bestritten. Der Ruf nach Freiheit begleitete die friedliche Revolution in der DDR inmitten eines Systems, das für sich in Anspruch nahm, eine ideale und gerechte Gesellschaft zu schaffen und stattdessen eine Diktatur errichtete."

Die Feierstunde erhielt durch den musikalischen und gesanglichen Teil eine besondere Note, zumal Pfarrer Wilfried Römischer die vorgetragenen Psalmen erläuterte.

Wie schon in den Vorjahren, so wurden auch bei dieser Feier die Besucher einbezogen. Gemeinsam wurde „Kommt herbei, singt dem Herrn“ gesungen. Mit Rabbiner Dannyel Morag wurde die Stunde des Miteinanders zu einem besonderen Erlebnis. Der Gast aus Hof hatte schon frühere Feierstunden in der Synagoge durch seine Gebete und hebräischen Gesänge, die er mit einem kräftigen Shalom vortrug, bereichert.

Nach dem Gebet von Pfarrer Max Früchtl gab es ein gemeinsames Gebet durch Dannyel Morag, Pfarrer Forster und Pfarrerin Edith Lang, bei dem die Besucher mit „Der Herr segne und behüte uns, er lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig. Er schaue auf uns und schenke uns seinen Frieden“ antworteten. Erhebend war das gemeinsam gesungene und von den Instrumentalisten begleitete Lied Hevenu shalom alechem - Wir wünschen Frieden euch allen, Frieden in aller Welt.

 
 

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