29.10.2020 - 12:38 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Appell der Genossen: Mund aufmachen, nicht warten, nicht wegschauen

Mitglieder der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus Oberpfalz erinnerten in Flossenbürg in der KZ-Gedenkstätte der Opfer von Krieg und Terror. Der Appell war: Bei rechten Tendenzen nicht wegschauen

Reinhold Strobl und Unterbezirskvorsitzender Helmut Fastner bei der Kranzniederlegung am SPD-Gedenkstein in Flossenbürg
von Autor SORProfil

„Flossenbürg, ein Ort in einer herrlichen Landschaft, wurde während des Dritten Reiches zu einem Ort des Leidens und des Schreckens“, führte der Bezirksvorsitzende Reinhold Strobl in einer kurzen Ansprache aus. Eigentlich war die Veranstaltung mit einem Rundgang geplant, der aufgrund der Corona-Situation entfiel.

Rund 100.000 Häftlinge habe die SS zwischen 1938 und 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg und seinen 90 Außenlagern gefangen gehalten." "Mindestens 30.000 von ihnen", so Strobl, "kamen ums Leben". Die Befreiung habe leider nur noch wenigen die Freiheit gebracht, Tausende seien umgebracht worden und viele auf den Todesmärschen gestorben. „Wer", so fragte Strobl, "gab diesen furchtbaren Herrenmenschen das Recht, Menschen einzusperren, zu versklaven und umzubringen?“ Und weiter: „ Es ist immer wichtig, uns bewusst zu machen, was damals geschah. Es darf sich nie mehr wiederholen. Man darf nicht warten und wegschauen. Es ist unser Vermächtnis aus unserer Geschichte Tendenzen entgegenzutreten, den Mund aufzumachen, wenn es gegen Minderheiten, Flüchtlinge oder Menschen einer anderen Religion geht und gerade jetzt für Freiheit und Demokratie einzutreten.“

Strobl erinnerte er politische Vorfahren wie Toni Pfülf, Josef Felder, Wilhelm Högner und Otto Wels die wie viele andere Sozialdemokraten genau für diese Werte zu ihrer Zeit eingestanden hätten. „Nur SPD-Abgeordneten stimmten am 23. März 1933 im Deutschen Reichstag gegen das Ermächtigungsgesetz und wurden deshalb inhaftiert, zu Tode gefoltert oder mussten aus dem Land fliehen.“ Zum Schluss seiner Rede richtet Strobl einen eindringlichen Appell an alle Anwesenden: „Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten. Wir verneigen uns vor den Opfern von Krieg und Terror.“

Trübes Wetter für einen ernsten Anlass. Die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus Oberpfalz auf dem Weg zum SPD-Gedenkstein auf dem Areal der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg.
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