10.09.2020 - 15:03 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Virtuell Geschichte erleben

In diesem Jahr ist eben alles anders. Auch der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September. Der Landkreis ist mit zwei besonderen Attraktionen vertreten. Eine davon empfängt Besucher aber nur virtuell.

Von hier aus spähte die US-Armee, was sich während des Kalten Krieges in der Tschechoslowakei so tat. Wie es im Innern des Beobachtungspunktes Birklohe aussieht, können Interessierte am Tag des offenen Denkmals via Smartphone, Tablet oder PC erkunden.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Die Grenzöffnung Ende 1989, als die Außeminister Genscher und Dienstbier am Eisernen Vorhang in Waidhaus zur Blechschere griffen, ist in der Region in den Köpfen präsent. Die Geschichte um den "Observation Point Birklohe" weniger. Waidhaus war von 1945 bis 1954 der einzige Grenzübergang in die Tschechoslowakei und lange Zeit nur für Diplomaten passierbar. Aus diesem Grund war dieser Übergang auch für die US-Armee wichtig.

Vom Waidhauser Ortsteil Birklohe aus, spähte sie auf die andere Seite, um zu sehen, ob und wo von den CSSR-Grenzorgangen gebaut wird, ob es neue Kolonnenwege gibt, neue Kasernen, Beobachtungstürme oder Zäune. Der "Observation Point Birklohe" befindet sich auf einer Anhöhe am Fuß des Sulzbergs am Waldrand. Heute ist in unmittelbarer Nähe die Gas-Verdichterstation. Zudem verhindern Bäume an der Hauptstraße den ungehinderten Blick nach Osten.

Der genaue Zeitpunkt des Baus des Beobachtungspostens ist nicht bekannt. Es muss wohl um 1952 gewesen sein. Im Bereich der Windräder, auf dem Kreßberg, an der alten Landstraße stand ein etwas modernerer Beobachtungsposten, genannt OP 51.

Ebenfalls am Computer, aber auch direkt, kann die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg besucht werden. Dort richtet sich der Fokus vor allem auf die Neukonzeption, deren künftiger Schwerpunkt der Blick auf die Zwangsarbeit im Steinbruch ist.

Das derzeit als Wechsel-Ausstellungsgebäude genutzte frühere Verwaltungsgebäude der damaligen Deutschen Erd- und Steinwerke (DESt) ist aufgrund von substanzerhaltenden Maßnahmen durch die Staatliche Bauverwaltung in Verbindung mit der Immobilien Bayern seit 2019 wieder in einem gesicherten Bauzustand. Eine Ausstellung des Architekturfotografen Rainer Viertlböck zeigt dort nahe dem Steinbruch großformatige Bilder von Überresten aus Konzentrations- und Vernichtungslagern. Die Ausstellung endet am 13. September.

Noch gehört der Steinbruch am Wurmstein nicht zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Das könnte sich 2024 ändern. Die Pläne für die Integration des Areals werden derzeit entwickelt.

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