25.10.2020 - 11:38 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Kredit zur Zwischenfinanzierung nötig

Die Fertigstellung der Info-Station Grenzmühle rückt näher. Energie und Einsatz sind aber weiterhin nötig. Eine wichtige Weiche stellten die Mitglieder des Vereins „Kulturlandschaft südlicher Steinwald“ in ihrer Jahreshauptversammlung.

Die Fertigstellung der vierten Info-Stelle (Bild) des Naturparks Steinwald hat der Verein „Kulturlandschaft südlicher Steinwald“ in den vergangenen Monaten vorangetrieben. Für die Restarbeiten benötigt der Verein jedoch noch einen Kredit für die Zwischenfinanzierung, bevor das EU-Programm Leader das Vorhaben unterstützt.
von Bernhard SchultesProfil

Seinen ersten Rechenschaftsbericht als neuer Vorsitzender des Vereins „Kulturlandschaft südlicher Steinwald“ hatte sich Josef Schmidt anders vorgestellt. „Nach den Neuwahlen im letzten Jahr bremste die Corona-Pandemie manch wichtige Besprechung und Vereinsaktivität.“ Weit voneinander getrennt saßen die Mitglieder nun beim zweiten Anlauf zur Jahreshauptversammlung in der "Schlossschänke" und hielten sich streng an die Hygieneauflagen und Maskenpflicht.

Den Vereinsbetrieb am Laufen hielten Verantwortliche, die vieles arrangierten, organisierten und unzählige Belege und Schriftstücke wälzten, wie Josef Schmidt betonte. Sein besonderer Dank galt Schriftführer Robert Mertl und Kassier Johann Amschl. „Solche Protokolle und Berichte sind nicht mit Geld zu bezahlen", meinte der Vorsitzende. „Eure ausführlichen Berichte dokumentieren auch in schwierigen Zeiten mustergültig das Vereinsleben und sind eine unersetzliche Chronologie für unseren kleinen Verein.“

Vier Wochen

Ein Großteil der sichtbaren Vereinsaktionen wiederholte sich wie in den Jahren zuvor – nur mit anderen Ergebnissen, wie Schmidt ausführte. Bei der Amphibienübersetzung beim Griesweiher zählte man im zurückliegenden Jahr 287 Tiere weniger als im Vorjahr. Es waren 1801 Erdkröten, 36 Grasfrösche, 3 Grünfrösche, 66 Bergmolche und 96 Teichmolche. Vorsitzender Josef Schmidt dankte der Familie Steinkohl und Robert Mertl für die Organisation und Durchführung der alljährlich rund vier Wochen dauernden Aktion sowie dem Staatlichen Bauamt und der Straßenmeisterei Tirschenreuth für das Aufstellen des Fangzaunes.

Seit letztem Jahr bemüht sich der Verein, die Trafohäuschen vom Netzbetreiber Bayernwerk AG zu übernehmen.

Josef Schmidt

Josef Schmidt

Rückschläge musste der Verein bei der Aktion Schwalbenschwanz verkraften. „Der kalte und nasse Mai 2019 verhinderte hier eine Wiederholung des Rekordjahres 2018 mit 182 Raupensichtungen. Mit 56 gemeldeten Raupen war das seit Beginn der Aktion im Jahr 2016 das schlechteste Ergebnis.“ Josef Schmidt würdigte Monika und Robert Mertl, die zum vierten Mal im Vorfeld die Organisation und Durchführung der Fenchelausgabe übernommen hatten.

Entlanden des Mühlteiches

Ganz nebenbei liefen zahlreiche Aktionen zur Biodiversität sowie der Unterhaltung von Habitaten. Dazu zählte Josef Schmidt auch das Entlanden des Mühlteiches. Monika Mertl erkundigte sich nach dem Bericht von Josef Schmidt zum Stand bei den alten Trafohäuschen auf der Grenzmühle und auf der Hohenwies. „Seit letztem Jahr bemüht sich der Verein, die Trafohäuschen vom Netzbetreiber Bayernwerk AG zu übernehmen." Nach wie vor sei Interesse vorhanden, jedoch wurden wegen der Corona-Pandemie keine weiteren Aktivitäten unternommen. Sofern sie bautechnisch in Ordnung seien und keine Altlasten befürchtet werden müssten, halte man am Vorhaben fest. Angedacht sind die Trafohäuschen unter anderem als Wohnstätten für Fledermäuse, Habichtskauz und Falken. Nach einer Übernahme der Trafohäuschen müsse man sich auch um eine Sanierung kümmern. Speziell das Trafohäuschen neben der Infostelle auf der Grenzmühle steche ins Auge und sei derzeit kein schöner Anblick, hieß es seitens des Naturparks Steinwald.

Mit einer weiteren Idee überraschte der Vorsitzende des Naturparks Steinwald, Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg, die Versammlungsteilnehmer. Nachdem die Ansiedelung von Weißstörchen in Friedenfels bis jetzt fehlgeschlagen sei und auch die Auswilderungsaktion in Zusammenarbeit mit dem LBV nicht den gewünschten Erfolg gebracht hätte, sei er von Fachleuten ermuntert worden weiterzumachen. Eine sichere Methode zur Ansiedelung sei, wie Leiter von zoologischen Gärten und Storchexperten bestätigt hätten, die Haltung von flugunfähigen Störchen in einer Zaunanlage oder einem Gehege. "Irgendwann brüten sie einmal und die Jungen kommen dann immer wieder zurück zu ihrem Geburtsort. Auffangstationen haben mit dieser Methode gute Erfahrungen gemacht“, wusste der Vorsitzende des Naturpark-Vereins. Geklärt werden müssten in naher Zukunft hierzu das tägliche Füttern der flugunfähigen Altvögel sowie ein geeigneter Standort für ein Gehege.

Extensive Beweidung

Prüfen wird der Verein „Kulturlandschaft südlicher Steinwald“ auch einen möglichen Beitritt zur Vereinigung zur Förderung naturnaher Weidelandschaften Süddeutschlands. Der Verein setzt sich für eine großflächige und extensive Beweidung als zentrale Strategie für den Schutz von Natur und Landschaft ein, wie Vorsitzender Josef Schmidt erläuterte.

Einstimmig genehmigte die Mitgliederversammlung abschließend die Aufnahme eines Kredits zur Fertigstellung der Info-Stelle Grenzmühle: ein Betrag in mittlerer fünfstelliger Höhe. Wie Vorsitzender Josef Schmidt betonte, dient der Kredit zur Zwischenfinanzierung der erforderlichen Restarbeiten. Nach Fertigstellung der Maßnahme flössen Fördermittel. Das EU-Programm Leader begünstige innovative Ideen und Projekte, die maßgeblich zur Entwicklung und Stärkung des ländlichen Raumes beitragen – jedoch erst, wenn die Maßnahmen abgeschlossen seien. Deshalb müsse die Info-Stelle Grenzmühle in Betrieb gehen und ihre Zweckbestimmung erfüllen.

Viel Lob gab es erst dieser Tage zu den Aktivitäten zur Rettung der Flussperlmuschel im Steinwald

Friedenfels
Seit einem Jahr bemüht sich der Verein „Kulturlandschaft südlicher Steinwald“ um den Erwerb von zwei alten Trafohäuschen. Sie sollen als Wohnstätten für Fledermäuse, Habichtskauz oder Falken dienen. Das Trafohäuschen bei der Grenzmühle müsste aber an den Außenwänden saniert werden.

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