14.11.2021 - 11:49 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Redner sicher: Holzbau, der beste Klimaschutz aus der Natur

Viel Zustimmung hat der Verein für Landschaftspflege, Artenschutz und Biodiversität (VLAB) schon immer erhalten. Diesmal begeisterte ein Vortrag nicht nur die Mitglieder. Dr. Ing. Erwin Thoma referierte über die Errichtung von Holzhäusern.

Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg (links) dankte Dr. Ing. Erwin Thoma aus Österreich (rechts, stehend) für seinen Vortrag zur Errichtung von Holzhäusern
von Bernhard SchultesProfil

Im Brauereimuseum der Schlossschänke Friedenfels freuten sich der Vorsitzende des Vereins VLAB, Johannes Bradtka, und Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg über die Anwesenheit vieler Interessierter sowie über den Referenten Dr. Ing. Erwin Thoma aus Österreich. Ganz ohne Laptop, Beamer und Leinwand ließ der im Salzburger Land lebende Unternehmer sein Herz und die Erfahrungen sprechen und begeistere die Zuhörerinnen und Zuhörer.

In seinem Vortrag spannte Erwin Thoma den Bogen über sein Leben vom jungen Förster hin zum Holzkonstrukteur. Eine Begegnung mit zwei Geigenbauern, die mit großer Hingabe und Meisterhaftigkeit ein kleines Konzert in seinem damaligen Forstrevier im österreichischen Karwendel gaben, stellte das Weltbild von Erwin Thoma infrage. Er fällte daraufhin den Entschluss: „Ich möchte in meinem Leben etwas hinterlassen, das für die Menschen in langer Zeit noch gut ist.“

Inspiriert durch seinen handwerklich begabten Großvater, beschäftigte er sich fortan mit dem Bau von Holzhäusern in Blockbauweise. Das alte Wissen um den Holzbau sowie die besondere Haltbarkeit von Mondphasenholz und der Verzicht auf Chemie dürfen nicht verloren gehen, war dabei seine Devise. Sein Bau ohne Leim und Dämmstoffe, trotzdem langlebig, war der krasse Gegensatz zur heutigen Philosophie der Kurzlebigkeit von Produkten aller Art.

Mehrere Bücher hat der Redner schon veröffentlich. Auch mit seinen Holzkonstruktionen – Einfamilienhäuser, Hotels und mehrstöckige Gebäuden – hatte Erwin Thoma großen Erfolg und errang Preise, wie zu erfahren war. „Sie stehen zwischenzeitlich in allen Kontinenten, von den USA über Russland und Asien bis ins nahe Südtirol. Selbst Tsunamis und Erdbeben konnten ihnen nichts anhaben“, verkündete der Redner. „Es gibt keinen nachhaltigeren und besseren Baustoff als Holz, geerntet aus naturnah bewirtschafteten Wäldern“, so Dr. Ing. Erwin Thoma. Bereits 20 Prozent des jährlichen Holzzuwachses in unseren Wäldern würden ausreichen, um Bauwillige in ganz Deutschland mit Einfamilienhäusern aus Holz zu bedienen, erklärte Thoma den Zuhörern an anderer Stelle. Der Holzbauer bekannte sich auch zu einer sanften und verantwortlichen Bewirtschaftung unserer Wälder. Die Verwendung von Holz als Baustoff führe zu einer gewaltigen Einsparung von Energie und giftigen Chemikalien, im Gegensatz zur herkömmlichen Bauweise.

„Wenn wir ernsthaft die CO2-Emissionen senken und das Klima schützen möchten, brauchen wir einen ökologisch bewirtschafteten Wald und die verantwortliche Nutzung von Holz, statt Rodungen für Windräder“, so das Credo des leidenschaftlichen Holzhausbauers und international erfolgreichen Unternehmers.

Der Applaus der Besucher am Ende des Vortrags galt Dr. Ing. Erwin Thoma für seine tiefgründige Sichtweise zum Umgang mit begrenzten Ressourcen und effektiven Möglichkeiten zum Schutz unseres Klimas im Einklang mit der Natur, wie mehrfach hervorgehoben wurde.

 

 

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