24.10.2021 - 10:36 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Lotta Dümler aus Fuchsmühl beschenkt krebskrankes Kind mit ihren Haaren

Haare spenden und damit Gutes tun: Genau diesen Einfall hatte Lotta Dümler. Die 8-jährige Grundschülerin aus Fuchsmühl macht damit nicht nur einem krebskranken Kind, sondern auch ihrer Mutter Stefanie eine Freude.

Stefanie Dümler war von der Idee ihrer Tochter Lotta begeistert. Die 8-Jährige hat ihre Haare gespendet, um daraus für ein krebskrankes Kind eine Perücke zu fertigen.
von Werner RoblProfil

"Von Lottas Entscheidung, sich von den langen Haaren zu trennen, war auch ich begeistert", sagt Stefanie Dümler. Die Fuchsmühlerin, die von den Freunden Steffi genannt wird, lacht. "Wissen Sie", unterstreicht die Mutter von zwei Kindern, "vorher war die Haarpracht 30 Zentimeter länger." Aber das ist Geschichte.

Bruder schlägt Namen vor

Die Familie Dümler lebt in einem Neubaugebiet der Marktgemeinde Fuchsmühl. Jüngster Spross ist die 8-jährige Lotta, die den Vornamen ihrem großen Bruder Jacob verdankt. "Den Vornamen hat nämlich er vorgeschlagen", verrät das kleine Mädchen, das derzeit die 3. Grundschulklasse in Wiesau besucht und vor wenigen Wochen Erstkommunion feierte. Danach kommt sie auf ihre abgeschnittenen Haare zu sprechen, für die ein neuer Besitzer gesucht wird.

Steffi und Lotta Dümler erzählen, wie es zu der Entscheidung kam. Offenbar, so lässt das 8-jährige Mädchen anklingen, zog sich das regelmäßige Haarewaschen, Föhnen, Kämmen und Herrichten der beiden Pferdeschwänze - meist am frühen Morgen - immer mehr in die Länge. "Mama hat zwar nicht geschimpft", wirft Lotta einen kindlichen Blick auf die regelmäßigen Kommentare der Mama. "Wirklich begeistert war ich vom Zeitaufwand aber auch nicht", fügt Stefanie hinzu.

Den Entschluss, die langen Haare zu spenden, statt sie, als Pferdeschwänze geflochten als Erinnerungsstücke in einer Schachtel aufzubewahren, bereut Lotta nicht. Der ursprüngliche Gedanke "Andenken an die Zöpfe" wurde nämlich aus einem ganz bestimmten Grund wieder fallengelassen. "Wollen wir daraus eine Perücke für einen krebskranken Menschen fertigen lassen?", fragte Stefanie Dümler, bevor die Schere angesetzt und geschnitten wurde. Lotta war damit einverstanden. Auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin sollten die Haare, "wenn sie lang genug sind, einem Kind, das derzeit keine mehr hat, zugute kommen".

Weg frei für neue Perücke

Aber wohin damit? Wer nimmt sich der Sache an? Wo werden sie weiterverarbeitet? Schließlich sollte es sich dabei um eine seriöse Stelle handeln. Stefanie Dümlers Fragen konnte schließlich die Friseurin beantworten. Postwendend schickte die Frau einen Internet-Link (www.krebshilfe.de/blog/haare-spende) an die Familie Dümler. Damit war der Weg für eine neue Perücke, gefertigt aus Lottas Haaren, frei.

Der Gedanke wurde vonseiten der Familie bereits in die Tat umgesetzt. Die Pferdeschwänze wurden in eine Schachtel gepackt und zur Post gebracht. Empfänger des frankierten Päckchens war der Kooperationspartner der Deutschen Krebshilfe, Rieswick & Partner in Velen-Ramsdorf. Dort kümmert man sich um den Rest. Welches Kind sich über den Haar-Ersatz, gefertigt aus Lottas und vielen andern Haaren, später einmal freuen kann, wird das Familien-Quartett aber nicht erfahren. So nämlich sieht es das Regelwerk vor.

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„Wollen wir daraus eine Perücke für einen krebskranken Menschen fertigen lassen?“

Die Frage von Stefanie Dümler an ihre Tochter Lotta, bevor die Schere angesetzt wurde

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