07.01.2021 - 12:02 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Photovoltaikanlagen in Fuchsmühl und Schönhaid liefern Strom für knapp 400 Personen

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Es gab einige Punkte, da waren sich der Bauherr und die Gemeinde Fuchsmühl gar nicht einig. Aber das ist längst ausgeräumt. Die Photovoltaikanlage bei Fürstenhof ist inzwischen fast fertig. Strom liefern soll der Solarpark ab dem zweiten Quartal 2021.

Von Wiesau aus ist die Größe des Solarparks in Fürstenhof bei Fuchsmühl gut zu sehen. Die Photovoltaikanlage soll im zweiten Quartal 2021 ans Netz gehen.
von Armin Eger Kontakt Profil

Es wird geschraubt, gehämmert, Leitungen verlegt. Der Arbeitstrupp schläft vor Ort in Containern. Es sieht auf der Baustelle aus, als wenn man schnell fertig werden will. "Wir sind nicht unter Zeitdruck", sagt jedoch Manuel Zeller Bosse, Geschäftsführer von der Firma Südwerk aus Burgkunstadt. "Die Wintermonate sind für uns sowieso nicht so ertragreich, wegen der Sonneneinstrahlung", begründet er das Vorgehen.

Das Unternehmen baut zwischen Fuchsmühl und Wiesau eine Photovoltaikanlage, im "Sondergebiet Sonnenenergienutzung Fürstenhof" (8,4 Megawatt) und eine bei Schönhaid (7,4 Megawatt).

Mehrheitlich hatten die Wiesauer Gemeinderäte in ihrer Mai-Sitzung für die Bebauungspläne "Fürstenhof" (die Fläche gehört zum Gemeindegebiet Wiesau) und "Schönhaid-Ost" gestimmt. "Die Schönhaider Anlage ist relativ im Nirgendwo und stört nicht", sagt Thomas Weiß, Geschäftsführer des Marktes Wiesau. "Manche finden aber Freiflächenphotovoltaikanlagen nicht richtig, das muss man einfach akzeptieren." Das Vorhaben "Ritterteich" in Wiesau, dort sollte auf sechs Hektar ebenfalls eine Photovoltaikanlage entstehen, fiel jedoch durch. Von 16 Markträten stimmten 8 dagegen. Gründe waren vor allem eine Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes.

Diskussionen im Gemeinderat

Auch in Fuchsmühl stand das Projekt "Fürstenhof" öfters auf der Tagesordnung, schon wegen der Optik. "Wir wurden zu dem Vorhaben gehört", sagt Fuchsmühls Bürgermeister Wolfgang Braun. "Aber wir hatten Einwände. Wir wollten unter anderem, dass die sichtbar höchste Stelle nicht bebaut wird und dass ein Grünbereich einiges der Anlage verdeckt. Unsere Forderungen wurden erfüllt", kommentiert Bürgermeister Wolfgang Braun den geänderten Flächennutzungsplan.

Bürgermeister stört Anlage nicht

Wenn der Strom über die Strombörsen vermarktet werde, könnte es sein, dass Fuchsmühl durchaus in den Genuss von günstigem Strom komme, sagt Braun. Ihn persönlich belaste die Anlage optisch nicht, da die Spiegelseite von Fuchsmühl aus gesehen in die andere Richtung zeige.

Biotop für Kleintiere

"Wenn es eine Wiese ist, ist es grün, wenn geackert ist, ist es braun, wenn Getreide angebaut ist, ist es gelb und jetzt eben grau. Das ist so, aber der Strom muss irgendwo herkommen. Würden mehr Hausbesitzer eine Photovoltaikanlage auf ihre Häusern bauen, bräuchte man nicht Anlagen in diesen Dimensionen", sagt der Bürgermeister, der dem Ganzen aber zudem eine gute Seite abgewinnen kann. "Es entsteht dort ein Biotop. Kleintiere können sich in einer Art und Weise entwickeln, wie sonst nur schwer, ohne Spritzmittel und Pestizide."

Bei der Planung des Solarparks Fürstenhof seien vereinzelt Bedenken wegen der Einsehbarkeit einer Zone gekommen, so Zeller Bosse vom Unternehmen Südwerk, das in Bayern etwa 50 Photovoltaikanlagen baut und gebaut hat. Man habe auf die Bebauung des Bereichs verzichtet. "Diese Entscheidung haben wir zusammen mit der Gemeinde getroffen, denn für uns ist es wichtig, dass alle beteiligten Projektpartner am Ende zufrieden sind."

Auch in der Nähe von Schönhaid entsteht ein Solarpark, der im zweiten Quartal 2021 ans Netz gehen soll.

Größe von etwa 20 Fußballfeldern

Zudem seien nochmals Blendgutachten erstellt worden sowohl zur Straße als auch zur Wohnbebauung. Das Projekt "Fürstenhof", auf einer Fläche von 9,5 Hektar, und damit etwa der Größe von etwa 20 Fußballfeldern, soll im zweiten Quartal 2021 ans Netz gehen. "Wir haben es in den Wintermonaten nicht so eilig, da die Anlage da nur etwa 4 Prozent des gesamten Jahresertrags produziert. Im Juni und Juli sind es 10 Prozent", sagt der Südwerk-Geschäftsführer.

Der Bau gehe normalerweise schnell, jedoch gebe es coronabedingt Verzögerungen bei einigen Bauteilen. 2021 müssen noch die Kabel fertig gebaut werden und dann liefern die Anlagen Fürstenhof und Schönhaid Strom für knapp 400 Personen.

Solarpark öfters Thema im Gemeinderat Fuchsmühl

Fuchsmühl
Hintergrund:

Der Solarpark Fürstenhof bei Fuchsmühl

  • Leistung: 8,4 Megawatt
  • Einsparung CO2: 25.200 Tonnen
  • Energieversorgung für 207 Personen
  • Bebaute Fläche: 9,5 Hektar inklusive aller Flächen, die nicht bebaut werden und als Ausgleichsfläche zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft dienen
  • Baubeginn: Anfang Oktober
  • Netzanschluss: zweites Quartal 2021
  • Bauträger: Südwerk Projektgesellschafft mbH, Burgkunstadt
Hintergrund:

Der Solarpark bei Schönhaid

  • Leistung: 7,4 Megawatt
  • Einsparung CO2: 24.600 Tonnen
  • Energieversorgung für 182 Personen
  • Bebaute Fläche: 8,2 Hektar inklusive aller Flächen, die nicht bebaut werden und als Ausgleichsfläche zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft dienen
  • Baubeginn: Anfang Oktober
  • Netzanschluss: zweites Quartal 2021
  • Bauträger: Südwerk Projektgesellschafft mbH, Burgkunstadt

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