19.01.2021 - 16:22 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden: Grafenwöhrs Bürgermeister hofft auf Aussöhnung und Neuanfang

Am 20. Januar wird der neue US-Präsident Joe Biden in das Amt eingeführt. Im Grafenwöhrer Rathaus verfolgt man die Zeremonie genau. Bürgermeister Edgar Knobloch erwartet von der Bundespolitik einen Neuanfang.

Bürgermeister Edgar Knobloch freut sich auf die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten. Er sieht aber auch die deutsche Politik in der Pflicht jetzt wieder proaktiv auf die USA zu zugehen.
von Stefan NeidlProfil

Der 20. Januar 2021 ist in Grafenwöhr in zweierlei Hinsicht von besonderer Bedeutung. Neben dem Gelübdefeiertag St. Sebastian, der anders als sonst gefeiert wird, steht die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden an. Ein wichtiges Ereignis, ist er doch Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte und bestimmt mit seiner Politik maßgeblich die Geschehnisse auf dem Truppenübungsplatz.

In so fern wird auch Bürgermeister Edgar Knobloch die Amtseinführung in Washington genau verfolgen. Den Sturm auf das Kapitol am 6. Januar hat er nicht vergessen: "Das waren für eine Demokratie sehr befremdliche und verstörende Bilder." Viele Sicherheitskräfte sollen für einen reibungslosen Machtübergang von Donald Trump auf Joe Biden sorgen und dies sei auch normal. Aber die Berichte über das Bewachen von Soldaten mit schusssicheren Westen, Gasmasken und Barrikaden beschreiben für ihn sehr extreme Maßnahmen. "Normalerweise ist die Amtseinführung eines neuen Präsidenten ein freudiges Ereignis. Hoffentlich bleibt alles ruhig." Eine würdevolle Einführung von Trumps Nachfolger wünscht er sich vor allem für seine vielen amerikanischen Freunde.

Knobloch hofft auch, dass der Machtwechsel einen Neubeginn der Beziehungen zu den USA darstellen wird. Viele haben mit Schrecken und Verunsicherungen die Ankündigungen eines Truppenabzugs aus der Region wahrgenommen: "Ich habe immer gesagt, so wird es nicht kommen. Mit der Ablehnung der Pläne durch den Kongress sind diese erst einmal vom Tisch."

Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa haben sich verändert und dies liege nicht nur an Trump. Nun mit einem Präsidenten Biden erwartet Knobloch eine Aussöhnung von der Bundesregierung. "Mit Biden werden sich Sprache und Verhandlungskultur verändern. Damit können die guten Beziehungen von einst wieder aufgebaut werden."

Dies sei aber kein Selbstläufer. Die Politik muss proaktiv immer wieder auf die USA zugehen. Die beste Möglichkeit dafür bietet sich für den Bürgermeister dafür in seiner Stadt: "Der deutsch-amerikanische Austausch und der Grad der Völkerverständigung hier sind einzigartig." Darum lädt er wichtige Entscheidungsträger immer wieder auf Grafenwöhr ein: "Wer zum ersten Mal nach Grafenwöhr kommt und diesen multikulturellen Einfluss erlebt, staunt erst einmal Bauklötze."

Knobloch weiß aber auch, dass diese Reparatur der Beziehungen seine Zeit braucht. Die USA erleben eine Spaltung, deren Heilung für einen Präsidenten Biden vorgehen wird. Erst wenn es wieder einen Plan für ein "vereinigtes" Amerika geben wird, wird eine Aussöhnung mit Europa und Deutschland Priorität genießen.

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