15.04.2021 - 11:44 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

SV TuS/DJK Grafenwöhr: Tänzerinnen machen "Ramadama"

20 große Säcke voller Müll kommen zusammen: Die Mädchen der Sparte Tanzen der SV TuS/DJK Grafenwöhr Tanzen sammeln bei einer "Ramadama"-Aktion Abfall ein. Damit bedanken sie sich bei der Stadt für einen Zuschuss für ihre Trinkflaschen.

Ramadama-Aktion der Abteilung Tanzen der SV TuS/DJK Grafenwöhr.
von Stefan NeidlProfil

Batterien, McDonalds-Tüten, Pizzakartons – sogar von Tiefkühlpizzas –, Glas, Plastik, Autoteile, Kleidung und gebrauchte Windeln: Die Mädchen der Abteilung Tanzen der SV TuS/DJK Grafenwöhr staunten nicht schlecht, was sie bei ihrer "Ramadama"-Aktion in Wald, Wiese und Stadt so alles fanden.

Wegen der Corona-Pandemie waren die Tänzerinnen in kleinen Grüppchen zu Fuß, mit dem Auto, dem Fahrrad und sogar hoch zu Ross in Grafenwöhr und der nahen Umgebung unterwegs und sammelten alles ein, was dort nicht hingehörte.

Zu ihrem Aktionsradius gehörten die Radwege nach Eschenbach und Pressath, der Geismannskeller, die Bereiche rund um Bierlohweiher und Fischerhütte, mehrfach das Josephstal mit dem Dießfurter Weiher und natürlich das Stadtgebiet. Da viele Tänzerinnen aus anderen Orten in der Sparte aktiv sind, waren auch Mitglieder in Freihung, Dießfurt, Pressath und Weiden unterwegs.

Die Idee dazu stammte von Eva Mayer, die natürlich selbst mitsammelte. Tanz-Leiterin Tina Neuber zog ein resignierendes Fazit: "Insgesamt war es sehr enttäuschend zu sehen, wie viel Müll aus den Autos geworfen wird und im Straßengraben oder auf den Parkplätzen landet. Die Tüten waren immer nach kurzer Zeit voll."

Dabei erfuhren die Mädchen durchaus Zustimmung aus der Bevölkerung. Judith Eckert berichtete von hupenden Autos und hochgezeigten Daumen.

Die Entsorgung des Mülls aus dem Grafenwöhrer Bereich übernahm die Stadt. Bürgermeister Edgar Knobloch nahm die Fundstücke persönlich in Augenschein. Er lobte den Einsatz der Mädchen, die dadurch zeigten, dass sie nicht nur das kulturelle Leben in Grafenwöhr bereicherten. Vor allem sei es schön, somit "mal wieder etwas Schönes in der Zeitung lesen zu können".

Gleichzeitig fand der Bürgermeister deutliche Worte für die vielen unvernünftigen Mitbürger: "Es ist unverantwortlich, seinen Müll einfach in den Straßengraben zu werfen." Er könne sich durchaus eine Verschärfung der Strafen vorstellen, denn "die augenblicklichen paar Euro sind halt nix". Knobloch freut sich schon darauf, wenn die SV-Mädels wieder in der frisch sanierten Stadthalle auftreten können.

Diese wollten sich mit ihrer "Ramadama"-Aktion bei der Stadt bedanken. Bereits zu Weihnachten 2019 hatten sie für alle Mitglieder hochwertige Trinkflaschen angeschafft, die Stadt hatte sich großzügig mit einem Zuschuss daran beteiligt.

Als Gegenleistung hatten die Tänzerinnen versprochen, auf die Suche nach illegal entsorgtem Müll zu gehen und diesen einzusammeln. Ihr Dank galt Stadt und Bauhof für die Entsorgung des gesammelten Abfalls.

Emma Spachtholz (von links), Tina Neuber, Judith Eckert, stellvertretender Vorarbeiter Josef (Joe) Diedl und Bürgermeister Edgar Knobloch freuen sich, dass Grafenwöhr ein Stück sauberer ist.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.