Gebürtiger Amberg-Sulzbacher erhält als erster Deutscher US-Forschungspreis

Hirschau
06.04.2023 - 18:14 Uhr
OnetzPlus

Professor Franz X. Bogner, der aus Rödlas bei Hirschau stammt, erhält Mitte April einen wichtigen Forschungspreis in den USA. Die Grundlage dafür wurde in gewisser Weise in seiner Oberpfälzer Heimat gelegt.

Prof. Dr. Franz X. Bogner

Professor Franz X. Bogner, der im Hirschauer Ortsteil Rödlas (Landkreis Amberg-Sulzbach) aufwuchs und Didaktik (Unterrichtslehre) der Biologie an der Universität Bayreuth lehrt, wird mit dem "NARST Distinguished Contributions through Research Award" ausgezeichnet. Der Preis gilt laut Mitteilung der Universität als höchste Auszeichnung auf dem Forschungsgebiet der Didaktik in den sogenannten MINT-Fächern, also den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Mit Bogner geht er das erste Mal in der 95-jährigen Geschichte des Preises an einen Deutschen. Bogner ist am Telefon stolz auf die Auszeichnung und sagt, dass seine Herkunft dafür in gewisser Weise den Grundstein legte.

Hat Sie ihre Kindheit und Jugend rund um Rödlas geprägt? "Na klar, deshalb bin ich Biologe geworden", antwortet Bogner. Er habe die Natur entdeckt, sei auf Bäume geklettert und zwischen Wiesen und Wälder unterwegs gewesen, erzählt Bogner aus seinen Kindertagen. Nach dem Abitur studierte er und die Biologie wurde sein Steckenpferd, zunächst als Gymnasiallehrer, dann als Forscher. Nach Stationen in den USA und in Baden-Württemberg wechselte er 2004 als Professor auf den Lehrstuhl für Didaktik der Biologie an der Universität Bayreuth. Auf den einzigen Lehrstuhl zu seinem Fachgebiet in der Nähe zur Oberpfälzer Heimat habe er sich aktiv beworben, wie er am Telefon erzählt. Leserinnen und Leser von Oberpfalz-Medien kennen den Professor eventuell auch als Autor verschiedener Bücher zur Oberpfalz, zum Beispiel "Die Oberpfalz aus der Luft" (2019) oder "Die Naab" (2005).

Auch jetzt, als Professor im Ruhestand, wohnt der 70-jährige Bogner in der Oberpfalz, in Parsberg im Landkreis Neumarkt. Doch bald fliegt er nach Chicago in die USA, wo er am 19. April den Preis entgegennehmen wird. Laut der Uni Bayreuth begründet die NARST – die Abkürzung steht für National Association for Research in Science Teaching (Deutsch: Nationale Vereinigung für Forschung im naturwissenschaftlichen Unterricht) – ihre Auswahl mit seiner konzeptionellen und empirischen Untersuchungsreihe zu Fragen der gesamteuropäischen MINT-Forschung, die in 33 Sprachen übersetzt wurde. Weiter schreibt die Uni: "Die praktischen Anwendungen von Bogners Arbeit erstrecken sich auf Unterricht und Lernen im Freien und die Entwicklung geeigneter Didaktik-Ansätze für ein Lernen in Naturumgebungen".

Der Forschungspreis der NARST wird laut Mitteilung der Uni Bayreuth seit 1928 vergeben und würdigt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die "seit mindestens zwei Jahrzehnten nach ihrer Promotion bedeutende Beiträge zur naturwissenschaftlichen Bildung geleistet haben". Dazu gehöre laut Preisbeschreibung unter anderem eine internationale Führungsrolle in der MINT-Forschung und international viel zitierte Publikationen.

 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.