18.10.2021 - 14:02 Uhr
HirschauOberpfalz

Raiffeisenbank Hirschau erreicht trotz Corona Jahresüberschuss von über 100 000 Euro

Ein Jahresüberschuss von über 100 000 Euro, wovon fast die Hälfte als zweiprozentige Dividende auf die Geschäftsanteile ausbezahlt wird – das beweise eine solide Geschäftsführung bei der Raiffeisenbank Hirschau, sagt Vorstand Klaus Wild.

Das Führungssextett der Raiffeisenbank Hirschau mit (von links) Vorstandssprecher Michael Hirmer, die Aufsichtsräte Dieter Kohl und Martin Nagler, Vorstand Klaus Wild und den Aufsichtsräten Alwin Märkl und Liborius Gräßmann.
von Autor GFProfil

Aus Erfahrung wisse er, sagte bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank Hirschau im Gasthof Dotzler in Freudenberg der Freudenberger Bürgermeister Alwin Märkl auch die im Namen seiner Kollegen Hermann Falk (Hirschau) und Marco Eichenmüller (Schnaittenbach), dass hinter jedem erfolgreichen Geschäft "eine Idee steckt, die beharrlich, konsequent und kreativ umgesetzt wird". Unternehmensberater gingen bei einem erfolgreichen Geldinstitut davon aus, dass es global tätig sei, konsequent die Interessen seiner Shareholder verfolge, mit möglichst niedrigem Eigenkapitel riskante Geschäfte tätige, um eine maximale Kapitalrendite zu erreichen. Die Raiffeisenbank Hirschau sei von derartigem Geschäftsgebaren weit entfernt, sei ihrer ursprünglichen Idee treu geblieben und habe sich gegenüber regionalen Konkurrenten klar positioniert. Märkl hob hervor, dass das Vertrauen der Kunden in ihre Bank auf fachliche Kompetenz, Einbindung in die örtliche Gemeinschaft mit Unterstützung örtlicher Vereine und Verbände basiere, der Anteilszeichner sei gleichzeitig auch Teilhaber an der Genossenschaftsbank.

Aufsichtsratsvorsitzender Martin Nagler wies darauf hin, dass Corona das vergangene Geschäftsjahr überschattet habe. Besonders Banken hätten es derzeit schwer, gute Ergebnisse einzufahren. Aber dank der Mannschaft mit Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeitern seien sämtliche Turbulenzen gut überstanden worden. Auch Vorstandssprecher Michael Hirmer betonte, dass es in den letzten Monaten Corona-bedingt viele Entwicklungen gegeben habe, auf die man hätte verzichten können. Die Raiffeisenbank habe zum Schutz ihrer Kunden den Filialbetrieb reduzieren, persönliche Kontakte einschränken, dafür auf Internet, Smartphone oder Telefon umsteigen müssen. Hirmer wies auf das Ausscheiden des bisherigen Vorstandssprecher Norbert Waldhauser hin, der über 40 Jahre für die Raiffeisenbank Hirschau tätig war, davon 25 Jahre als Vorstand. Als neuer Vorstand sei vor einem Monate Klaus Wild bestellt worden.

Michael Hirmer betonte, dass die Raiffeisenbank Hirschau auch im vergangenen Geschäftsjahr positive Zahlen habe schreiben können. Ein lebhaftes Kredit- und Einlagengeschäft habe dazu beigetragen, dass die Bilanzsumme um 8,9 Prozent auf 187 Millionen Euro gestiegen sei. Die Kundenkredite hätten sich um 9,1 Prozent auf fast 91 Millionen erhöht. Das führte Hirmer einerseits auf eine gesteigerte Nachfrage nach Wohnbaudarlehen zurück, andererseits hätten viele solide regionale Unternehmen in Innovation und Wachstum investiert. Das Kundenguthaben habe zum Jahresende 2020 138 Millionen Euro erreicht, was einem Anstieg um 6,7 Prozent entspreche. Der Anlegertrend wechsle von langfristigen zu liquiden Anlageformen, auch sei weniger Geld für Konsum oder Reisen ausgegeben worden.

Trotz Niedrigzins sei ein solider Zinsüberschuss von fast drei Millionen Euro erzielt worden, außerdem ein Provisionsüberschuss von mehr als 1,3 Millionen Euro, stellte Hirmer fest. Die Betriebskosten im Bankgeschäft seien um 2 Prozent, die Personalkosten um 2,4 Prozent und die Sachkosten um 1,6 Prozent gestiegen. Mit über einer Million Euro liege das Betriebsergebnis knapp unter Vorjahresniveau, aber dennoch errechne sich ein Jahresüberschuss von 104 000 Euro. Die gezeichneten Geschäftsanteile hätten mit 14 423 einen neuen Höchststand erreicht. An Dividenden habe man für 2019 drei Prozent ausgeschüttet. Wegen des weiteren Rückgangs des Zinsniveaus habe man auf nur zwei Prozent reduzieren müssen. Der Jahresüberschuss gehe mit fast 60 000 Euro in Rücklagen, über 45 000 Euro erhielten die Zeichner von Geschäftsanteilen.

Aufsichtsratsvorsitzender Martin Nagler wies darauf hin, dass die Raiffeisenbank Hirschau dem allgemeinen Fusionstrend nicht folge und weiterhin selbständig bleibe. "Dass die Prüfer des Genossenschaftsverbands die Ansicht vertreten, unser Ergebnis sei verbesserungsbedürftig, kann ich nicht nachvollziehen. Unsere Raiffeisenbank Hirschau steht gut da", sagte er. Er bedauere sehr, dass die Prüfstelle des Genossenschaftsverbands nicht die Überzeugung teile, dass auch eine kleine, aber feine Genossenschaftsbank erfolgreich am Markt bestehen könne. Dass Größe alleine nicht Erfolg garantiert, sehe man am Beispiel der größten deutschen Bank, die seit 2015 Verluste in Höhe von über 14 Milliarden Euro angehäuft habe. Die Prüfer hätten aber trotzdem einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Ohne Gegenstimme wurden schließlich Vorstand und Aufsichtsrat entlastet und wurde Martin Nagler wieder in den Aufsichtsrat gewählt.

Hirschau

"Dass die Prüfer des Genossenschaftsverbands die Ansicht vertreten, unser Ergebnis sei verbesserungsbedürftig, kann ich nicht nachvollziehen. Unsere Raiffeisenbank Hirschau steht gut da."

Martin Nagler, Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenbank Hirschau

 

 

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