16.08.2021 - 14:20 Uhr
HohenburgOberpfalz

Hohenburg will historisches Erbe bewahren

Ein kommunales Denkmalschutzkonzept und die Ausarbeitung einer Gestaltungsfibel werden im Marktgemeinderat Hohenburg als Lösungsansatz für die Ortskernsanierung gehandelt. Problematisch ist dabei die hohe Leerstands-Quote im Ortskern.

Die Marktgemeinde Hohenburg will die Sanierung ihres Ortskerns angehen. Der Marktgemeinderat beschließt, eine Gestaltungsfibel für den Innenbereich zu erstellen.
von Paul BöhmProfil

Langfristig gesehen, wird der Markt Hohenburg die Sanierung des historischen Ortskerns angehen müssen. Das wurde bei der Sitzung des Marktgemeinderats klar. Doch bevor es soweit ist, soll ein kommunales Denkmalschutzkonzept entwickelt werden. Dessen Ziel ist eine langfristige Weichenstellung sowohl was die Häuser im Ortskern, aber auch was die denkmalgerechte Ausrichtung der öffentlichen Plätze betrifft.

Die mit dem Projekt beauftragte Architektin Petra Hofmann stellte dem Gremium ihren Entwurf vor. Demnach war bereits 2017 eine Bestandsaufnahme für den Ortskern von Hohenburg in Auftrag gegeben worden. In einem zweiten Schritt soll jetzt der Handlungsbedarf festgestellt und sollen weiterführende Empfehlungen ausgearbeitet werden. Diese Punkte sollen in eine Gestaltungsfibel einfließen, um zu fixieren, wie das Erscheinungsbild des Marktplatzbereiches verbessert werden kann. Die Marktgemeinderäte waren sich in der Sitzung einig, dass diese Gestaltungsfibel als Richtlinie dienen soll. Eine begleitende Satzung soll es nicht geben. Für die weitere Arbeit schlug die Architektin vor, einen Lenkungsausschuss zu bilden. Der soll beim Bauausschuss angesiedelt werden.

Bürgermeister Florian Junkes hielt es für unumgänglich, das historische Erbe Hohenburgs zu bewahren und an künftige Generationen weiterzugeben. „Wir müssen den Denkmalschutz im Ortskern von der Philosophie her als Lebensaufgabe angehen“, appellierte er. Marktgemeinderat Johann Seitz erachtete eine Gestaltungsfibel als wichtig, "um zu sehen, wo wir stehen". Laut Marktgemeinderat Manfred Meier müsse man schon ein Idealist sein, wenn man ein denkmalgeschütztes oder ein unter Ensembleschutz stehendes Gebäude sanieren wolle. „Da braucht man viel Gefühl, Geduld und auch die nötigen Finanzmittel“, meinte er.

"Eine Gestaltungsfibel bietet die Chance, wieder mehr Leben in den Ort zu bringen. Wir haben viele Leerstände im Ortskern, das ist unser Problem“, sagte Junkes. Wie den Wortmeldungen zu entnehmen war, sehen viele Marktgemeinderäte die Umsetzung als sehr schwierig an, weil die Bevölkerung die Arbeit mit den Denkmalschützern oft als Hemmschuh betrachte. „Wir müssen umdenken, und auch die Denkmalschützer müssen sich bewegen, denn nur so erreichen wir etwas“, hielt Zweiter Bürgermeister Manfred Braun dagegen. Marktgemeinderat Josef Weigert warnte davor, von Anfang an Einzelprojekte zu betrachten: „Wir müssen zuerst einmal ein ganzheitliches Konzept entwickeln, wie wir vorgehen können, was wir uns leisten können und wo die Bürger mitmachen.“

Der Marktgemeinderat beschloss, den Bebauungsplan für das neue Wohngebiet „G´steibat“ in Mendorferbuch mit der Änderung des Flächennutzungsplanes im Parallelverfahren abzuwickeln. Vorher hatte das Gremium über die eingegangenen Stellungnahmen zu befinden. Die Ausschreibungsunterlagen für die Erschließung des Wohnbaugebiets sollen in den nächsten Tagen versandt werden. Die Vergabe ist für eine der nächsten Sitzungen geplant.

Die Einziehung eines Teilstücks des beschränkt öffentlichen Fußwegs zur Lauterach in Hohenburg wurde an den Bauausschuss verwiesen. Ein Flurstück in Adertshausen wurde zum Fußweg umgewidmet. Die Kanalreinigung und TV-Bestandsuntersuchung in der Ortschaft Mendorferbuch kostet der Gemeinde knapp 57 000 Euro, die Vergabe erfolgte einstimmig. Einem Bauvorhaben zur Einfriedung eines Grundstücks in Thonhausen stimmte der Marktgemeinderat zu.

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„Wir müssen den Denkmalschutz im Ortskern von der Philosophie her als Lebensaufgabe angehen.“

Florian Junkes, Bürgermeister von Hohenburg

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