10.05.2021 - 14:20 Uhr
HohenburgOberpfalz

Nahwärme im gesamten Wohnbaugebiet G'steibat in Mendorferbuch ist Marktgemeinderat Hohenburg zu teuer

Ein Nahwärmeversorgungsnetz, das das gesamte neue Wohnbaugebiet G'steibat in Mendorferbuch einbezieht, ist wirtschaftlich nicht darstellbar. Deshalb will der Marktgemeinderat Hohenburg diese Idee auch nicht mehr weiter verfolgen.

Im neuen Wohnbaugebiet G'steibat in Mendorferbuch entstehen 29 neue Bauparzellen. Ein zentrales Nahwärmenetz, wie es angedacht war, wir hier nicht kommen. Die Kosten sind zu hoch.
von Paul BöhmProfil

Das Nahwärmeversorgungskonzept für das neue Wohnbaugebiet Gsteibat war Thema im Marktgemeinderat Hohenburg. 29 neue Bauplätze stehen dort in naher Zukunft Bauwilligen zur Verfügung. Wie Alexander Stief vom gleichnamigen Planungsbüro vortrug, ist eine zentrale Gasversorgung in diesem Bereich nicht möglich. Es blieben nur Holz oder Strom als Energiequelle. Eine zentrale Hackschnitzelheizung sei zwar ökologisch sinnvoll, aber trotz Förderung angesichts der üblichen Heizpreise für den Endverbraucher zu teuer. Auch Heizungsbaumeister Robert Spies erklärte, dass er dieses Projekt wegen der zu hohen Preise nicht für umsetzbar halte.

Wie Bürgermeister Florian Junkes sagte, seien die Bauwerber im Vorfeld über ein mögliches zentrales Nahwärmeversorgungsnetz informiert worden. Zweiter Bürgermeister Manfred Braun ergänzte, dass mit einem solchen Ansturm auf die Bauparzellen niemand habe rechnen können und die Interessenten der abschließenden Prüfung zuvorgekommen seien. Einig war man sich im Gremium darüber, bei künftigen Baugebieten auf jeden Fall eine zentrale Wärmeversorgung zu prüfen. Sa aber in diesem Wohngebiet die Kosten zu hoch sind, lehnte der Marktgemeinderat einstimmig die Weiterverfolgung eines zentralen Nahwärmeversorgungsnetzes ab.

Eine Gebietsabrundung im Bereich der Schwarzmühle auf Kosten der Marktgemeinde Schmidmühlen sorgt dafür, dass das Gemeindegebiet von Hohenburg um 2,61 Hektar größer wird. Beide Kommunen stimmten der Umgliederung zu. Insbesondere wegen des Winterdienstes soll die öffentlich gewidmete Gemeindeverbindungsstraße Gießgrabenweg, also die Gemeindeverbindungsstraße von der Abzweigung der Staatsstraße 2235 bis zum Weiler Schwarzmühle, an Hohenburg gehen. Um eine sinnvolle Abrundung zu erreichen, wurden auch zwei benachbarte private Grundstücke aus der Gemarkung Winbuch umgewidmet.

Aus Kostengründen lehnte der Marktgemeinderat mit großer Mehrheit den Antrag auf Errichtung eines Smart-Terminals für den Bürgerservice ab. Marktgemeinderätin Susanne Braun stellte das Konzept der Smart-Terminals vor. Mit Hilfe dieser Technik wäre es den Bürgern möglich, zeit- und ortsunabhängig Dokumente mittels eines QR-Codes abzuholen. Die Kosten für das kleinstmögliche Smart-Terminal belaufen sich auf etwa 15 000 Euro. Bürgermeister Florian Junkes stellte dazu fest: "Aufgrund der engagierten Arbeitsweise im Einwohnermeldeamt kommt es zu keinerlei Engpässen beim Abholen von Dokumenten." Die Schere beim Kosten-Nutzen-Effekt gehe zu weit auseinander. Das Gremium will aber die Nutzung von Smart-Terminal in anderen Gemeinden verfolgen und später nochmals darüber beraten.

Marktgemeinderätin Susanne Braun stellte ihre Arbeit als Jugendbeauftragte dar und berichtete aus einer Sitzung im Landratsamt zu Planungen, wie in Pandemiezeiten die Jugendarbeit aktuell gehalten werden kann. Geplant ist eine Präsenz-Veranstaltung zum Ende dieses Jahres, sofern dies die Pandemiebedingungen dann zulassen wird.

Wie Bürgermeister Junkes informierte, beginnen die Sanierungsarbeiten an der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Adertshausen nach Allertshofen am Montag, 17. Mai, von Allertshofen her. Die Straße werde noch heuer fertiggestellt. Die Baukosten mit Wasser und Kanal bezifferte der Bürgermeister auf 2,5 Millionen Euro. Für die Wahl der Ortssprecher in den Altgemeinden Egelsheim und Ransbach können noch bis Sonntag, 16. Mai, Vorschläge eingereicht werden. Die Briefwahlunterlagen werden bis Freitag, 28. Mai, zugestellt. Die Wahlunterlagen müssen bis Freitag, 18. Juni, 15 Uhr, im Rathaus abgegeben werden.

Das Gremium genehmigte den Bauantrag für ein Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage im Baugebiet Schleicherberg-Süd in Hohenburg im Freistellungsverfahren. Zugestimmt wurde auch dem Antrag auf Abriss eines leer stehenden Wohnhauses in Hohenburg samt anschließendem Neubau. Hier ist nun das Landratsamt am Zug. Beim Thema Mobilfunk war der Marktgemeinderat einstimmig dafür, die Verwaltung mit einer beschränkten Ausschreibung der Baukonzession für Planung, Bau und Betrieb passiver Infrastruktur für eine Mobilfunkeinrichtung in Hohenburg zu beauftragen.

Robert Jung hatte einen Antrag für einen Mehrgenerationenspielplatz eingereicht. Laut Bürgermeister sei dieses Thema in vergangenen Jahren schon einmal Gegenstand im Marktgemeinderat gewesen. Die vorhandenen Unterlagen würden zur Verfügung gestellt. Wie Junkes auf Anfrage von Marktgemeinderat Alois Siegert informierte, ist der mit Rasengittersteinen ertüchtige Abschnitt zwischen dem Breitenweg und dem Berghausener Weg öffentlich nutzbar. Im Besonderen sei er aber als Anfahrtsweg für die Rettungskräfte erforderlich gewesen, damit diese auch während der Bauarbeiten in der Mendorferbucher Straße die zehnminütige Hilfsfrist einhalten können.

Nach Angaben des Bürgermeisters ist an eine Corona-Teststation in Hohenburg nicht geplant. Nach Meinung von Markträtin Regina Armbruster stören Werbeplakate an der Rathaustür, die oft als Motiv für Bilder hergenommen werde, den Gesamteindruck.

"Aufgrund der engagierten Arbeitsweise im Einwohnermeldeamt kommt es zu keinerlei Engpässen beim Abholen von Dokumenten."

Florian Junkes, Bürgermeister von Hohenburg

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Hohenburg
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