28.07.2021 - 13:09 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

So läuft die Ausbildung zum Maschinisten der Feuerwehr

Ohne sie hat der Löschtrupp kein Wasser und das Feuerwehrauto gelangt nicht zur Einsatzstelle: Maschinisten sind das Kern- und damit Herzstück der Einsatztruppe. Nun absolvierten 20 Brandschützer des Landkreises Tirschenreuth den Lehrgang.

Löschwasser fördern, die Pumpe bedienen: Beim Lehrgang "Maschinist für Tragkraftspritzen und Löschfahrzeuge" bildeten sich 20 Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Tirschenreuth fort. Kreisbrandmeister Florian Braunreuther (links) bildete die Truppe mit aus.
von Michael DenzProfil

Im Einsatz muss jeder Handgriff sitzen, ob bei Tag oder Nacht. Damit die Feuerwehrkräfte zügig und sicher an die Einsatzstelle gelangen und dort im Ernstfall Hilfe leisten können, ist eine fundierte Ausbildung eine der Grundvoraussetzungen. 20 Feuerwehrleute des Landkreises Tirschenreuth absolvierten jüngst den zweiwöchigen Lehrgang „Maschinist für Löschfahrzeuge und Tragkraftspritzen“ und nehmen somit nun eine wichtige Position in der Reihe ihrer Feuerwehren ein. „Die Maschinisten sind das Kernstück in der Feuerwehrtruppe“, betont Kreisbrandmeister Alois Schindler.

Bedingt durch die Coronapandemie war dies der erste „richtige Lehrgang“ auf Kreisebene, der seit mehrmonatiger „Zwangspause“ wieder abgehalten und auch abgeschlossen wurde. Neben dem Ausbildungsplan hatten die Verantwortlichen auch ein Hygienekonzept aufgestellt. Die Ausbildung war daher nicht im Feuerwehrhaus, sondern im Kastler Schützenheim, wo alle mehr Platz hatten.

Besuch von der Polizei

Der Lehrgang selbst gliederte sich in theoretische und praktische Ausbildung. Bereits am ersten Tag erhielten die Teilnehmer Besuch von der Polizei: Polizeihauptmeister Carsten Landgraf erläuterte, was der Fahrer der Einsatzfahrzeuge beachten muss und gab Hinweise zur Absicherung von Einsatz- und Gefahrenstellen. Lehrgangsleiter Alois Schindler erklärte die Aufgaben als Maschinisten.

„Aufgelockert“ wurde die Theorie, bei der sich Teilnehmer die Dienst- und Unfallverhütungsvorschriften zu Gemüte führen mussten, durch die Motorenkunde, die Inbetriebnahme von Motorlöschgeräten sowie den Pumpenbetrieb mit Saug- und Druckschläuchen und der Hydrantenkunde.

Aber auch die Bedienung von kraftbetriebenen Geräten gehört zur Aufgabe der Maschinisten. Neben dem Stromerzeuger trainierten die Feuerwehrkräfte auch den sicheren Betrieb von Kettensäge und elektrischer Geräte wie Beleuchtungsausrüstung, Trennschleifer, Rettungsgeräten und Tauchpumpe. Im Fokus standen auch die Gefahren bei Glätte und Frost.

65 B-Schläuche verlegt

Besonders aufwendig gestaltet sich die Löschwasserversorgung, wenn der Brandort weit von der Entnahmestelle des Löschwassers entfernt ist. Der Aufbau einer Löschwasserförderstrecke stand daher nicht nur im Mittelpunkt des Lehrgangs, sondern war, neben einer schriftlichen Prüfung, auch Teil der Abschlussprüfung. Mit Schätzlineal und Lot ausgestattet ermittelten die Teilnehmer den Höhenunterschied der vorhergesehenen Schlauchstrecke und die notwendige Anzahl an Pumpen. Als Übungsort zur Wasserentnahme diente der „Reuthigraben“ bei Reuth bei Kastl. Über eine Strecke von rund 1,3 Kilometern und einem Höhenunterschied von circa 70 Metern wurde schließlich das Löschwasser auf die Anhöhe nach Neuenreuth gepumpt. Nahe des „Haidhügls“ wurde angenommen, dass eine Scheune brennt. Neben einer Tragkraftspritze zur Wasserentnahme wurden drei Verstärkerpumpen sowie ein Löschfahrzeug am Ende der Förderstrecke eingesetzt.

Mit ausreichend Druck wurden somit 1000 Liter in der Minute durch die ausgelegten 65 B-Druckschläuche gefördert und an der „Strahlrohrstrecke“ abgegeben. Zügig war die lange Schlauchleitung verlegt: Der Schlauchwagen der Feuerwehr Kemnath, auf dem insgesamt zwei Kilometer Schläuche lagern, wurde eingesetzt.

Als Ausbilder fungierten neben Schindler auch Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther, die Kreisbrandmeister Florian Braunreuther und Peter Prechtl sowie Ehrenkreisbrandinspektor Hans Zetlmeisl und Ehrenkreisbrandmeister Hans Vogel sowie KBM-Ausbildung Klaus Schicker und weitere Kräfte umliegender Feuerwehren.

Kreisbrandrat Andreas Wührl dankte den Lehrgangsabsolventen für ihre aufgewendete Zeit und die Bereitschaft zur Teilnahme an diesem wichtigen Lehrgang. „Als Maschinist tragt ihr enorme Verantwortung bei Übung und Einsatz“, betonte er. Lehrgangsleiter Alois Schindler würdigte das außerordentliche Interesse der Teilnehmer und dankte der Kastler Feuerwehr und dem Schützenverein für die Ausrichtung des Lehrgangs und die Nutzung der Räumlichkeiten.

Einsatzkräfte der Feuerwehren trainierten am "Ausbildungszug-Gefahrgut" der Deutschen Bahn

Kemnath
Hintergrund:

Die neuen Maschinisten

Benjamin Schindler (Feuerwehr Brand), Thomas Sticht (Pullenreuth), David Zehfuß (Schönreuth), Tobias Thurm und Matthias Gollwitzer (Wildenreuth), Fabian Puss (Wiesau), Bastian Mark (Rosall), Daniel und Christian Wartinger (Ebnath), Manuel Köllner (Wetzldorf), Christoph Schinner (Zwergau), Michael Affolter und Florian Dummler (Grötschenreuth), Roland Oppl (Fuchsmühl), Markus Kroher (Kastl), Nick Danowski und Samuel Kausler (Kemnath), Sebastian Busch (Kötzersdorf), Patrick Drechsler (Oberwappenöst), Tobias Schraml (Neusorg).

„Die Maschinisten sind das Kernstück in der Feuerwehrtruppe.“

Kreisbrandmeister Alois Schindler

 

 

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