07.02.2021 - 14:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Viele Gastronomiebetriebe im Landkreis Tirschenreuth kämpfen in der Pandemie ums Überleben

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Josef Kormann, stellvertretender Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes, glaubt nicht daran, dass die Betriebe nach dem 14. Februar wieder öffnen dürfen. Eine positive Sache gibt es dennoch.

Bis Josef Kormann wieder für Gäste kochen darf, wird es noch einige Zeit dauern.
von Armin Eger Kontakt Profil

Seit 2. November geht nichts mehr: Gaststätten, Restaurants, Cafés und Beherbergungsbettriebe haben seitdem erneut wegen der Corona-Pandemie geschlossen. In der Branche ist die Stimmung schlecht. "Ich glaube nicht, dass wir mit Ende des Lockdowns nach dem 14. Februar wieder aufsperren dürfen", sagt Josef Kormann. Er betreibt die Gaststätte "Zur Goldenen Krone und Weißes Roß" im Kemnath und ist stellvertretender Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoga). Die hohen Inzidenzzahlen im Landkreis seien besorgniserregend. Wenn es bayernweite Öffnungen gebe, dann könnte es sein, dass diese für den Landkreis- und bestimmte Kommunen nicht gelten, vermutet er.

Umsätze zurückgegangen

"Die Situation ist alles andere als rosig", weiß Kormann. Das belegen auch Zahlen des Statistischen Bundesamtes. So sank im November, mit Beginn des neuen Lockdowns, der Umsatz der Branche im Vorjahresvergleich um 67,9 Prozent. Hotels und sonstige Beherbergungsunternehmen erzielten im November 82,2 Prozent niedrigere Umsätze als im gleichen Monat ein Jahr zuvor. In der Gastronomie fiel der Umsatz um 60,1 Prozent.

Trotzdem laufende Kosten

"72 Prozent der Betriebe stehen auf der Kippe", hatte schon vor einigen Wochen DeHoga-Kreisvorsitzende Gabriele Hofmann aus Waldsassen gesagt. Von Kollegen wisse sie, dass die Situation im Landkreis Tirschenreuth sehr ernst sei. "Die laufenden Kosten sind trotzdem da und müssen bezahlt werden."

Auch für Kormann ist klar, dass einige Kollegen "das Handtuch werfen werden. Wenn die Pandemie überstanden ist, wird sich rausstellen, wieviele es sind. Einige werden einfach keine Lust mehr haben, weiterzumachen".

Vergangenen Sommer über hätten alle Gastronomiebetriebe investiert und sich auf die Pandemie-Situation eingestellt, so der Kemnather. "Wir hatten ein Hygienekonzept das funktioniert hat. Wir wurden auch regelmäßig kontrolliert. Wenn sich hingegen die Leute jetzt in den Supermärkten zusammendrücken, interessiert das keinen", ist Kormann sauer. Für den Kemnather ist das oft angepriesene Essen zum Abholen nicht wirklich eine Alternative. "Wir können was anbieten und hoffen, dass die Leute drauf anspringen. Aber da viele in Kurzarbeit sind, oder den Arbeitsplatz verloren haben, können sie sich auch kein Essen leisten." Hofmann hingegen weiß von einigen Kollegen, dass das Außerhausgeschäft super laufe.

Mehrwertsteuersenkung positiv

Dass die Senkung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent bis Ende 2022 verlängert wird, sei gut, meint Kormann. "Aber das gilt nicht für Getränke. Die Politiker sollten sich mal umschauen, wie das andere Länder machen, wie Österreich oder Tschechien. Hauptsache Tiernahrung ist billig", wettert er. Ob Geimpfte Privilegien erhalten sollten, könne er jetzt zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Zunächst müsse genügend Impfstoff vorhanden sein. "Dann schauen wir mal." Er könne sich aber eine Kontrolle der Impfpässe nicht vorstellen. "Wer soll das machen?", fragt er. Zudem gäbe es sicher auch ein Problem mit dem Datenschutz.

Lange keine Sitzungen mehr

Wie es den anderen Kollegen konkret geht, könne er nicht sagen. "Mit einigen telefoniere ich zwar, aber wir haben keine Sitzungen. Wir möchten das Virus nicht hin - und herschleppen." Vom Verband kämme sowieso fast jeden Tag ein Mitteilung, was es an Neuerungen gibt. "Das sind Vorgaben, was soll wir als Kreis da machen."

Kormann hofft, dass er in einigen Wochen wieder Gäste empfangen darf und auch in seinem Hotel Leute übernachten können. "Momentan bin ich dabei einiges zu renovieren, das sich in den letzten Jahren angestaut hat. Zudem habe ich noch eine kleine Landwirtschaft. Langweilig wird es mir nicht."

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