18.03.2020 - 18:04 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Sanitäter in Kümmersbruck für Einsatz gegen Corona gerüstet

Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Menschen nimmt seit Wochen auch in Deutschland dramatisch zu. Die Bundeswehr rüstet sich - eine wichtige Rolle spielt dabei Kümmersbruck.

Das mobile Rettungszentrum der Sanitäter, wie es auch in Katastrophen- oder anderen Hilfseinsätzen verwendet wird.
von Hans BernreutherProfil

Der oberste Soldat der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, hat die Angehörigen der Bundeswehr darauf eingeschworen, dass sich Soldaten und Reservisten auf die Unterstützung von Bund, Ländern und Kommunen vorbereiten sollen. Der Leiter des Sanitätsunterstützungszentrums Kümmersbruck (Kreis Amberg-Sulzbach), Oberstarzt Dr. Harald Fischer, macht im Gespräch mit Oberpfalz-Medien deutlich, dass sein Zentrum gerüstet ist.

Die Bundeswehr steht für Hilfeleistungen bereit, sobald sie durch die Politik nachgefragt wird. Wir werden uns an diesem Krisenfall beteiligen.

Oberstarzt Dr. Harald Fischer, Leiter des Sanitätsunterstützungszentrum Kümmersbruck

Oberstarzt Dr. Harald Fischer, Leiter des Sanitätsunterstützungszentrum Kümmersbruck

"Die Bundeswehr steht für Hilfeleistungen bereit, sobald sie durch die Politik nachgefragt wird. Wir werden uns an diesem Krisenfall beteiligen", sagt Dr. Fischer. Zugleich verweist der Oberarzt darauf, dass die Bundeswehr mit ihren mehr 180 000 Soldaten, zum Teil auch im Auslandseinsatz, von der Pandemie in gleicher Weise betroffen sei wie die Bevölkerung.

Bundesweit gibt es auch innerhalb der Bundeswehr Infektions- und Verdachtsfälle im niedrigen Bereich. "Die Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz gegen eine weitere Verbreitung des Virus gelten bundesweit für alle Standorte und orientieren sich an Empfehlungen des zivilen Bereichs und des Robert-Koch-Instituts", sagt der Arzt. Dies gehe von Nieshygiene übers Händewaschen bis zur Einrichtung von Spezialsprechstunden für Erkältungskranke und Telefonsprechstunden. In der Bundeswehr gelten hier die gleichen Standards wie im zivilen Bereich. Das Sanitätspersonal trage eine Schutzausstattung bei Kontakten zu potenziell Erkrankten. Der Schutz des Personals sei für ihn besonders wichtig, betont der Oberstarzt.

Hilfe in auch Krankenhäusern

Bei Corona-Erkrankungen erfolge eine Flächendesinfektion des Arbeitsplatzes oder der Stube des betroffenen Soldaten. Hierfür stehen speziell ausgebildete Desinfektorentrupps zur Verfügung. In einem Katastrophenfall könnten bei der Reinigung großer Flächen auch Soldaten der ABC-Abwehrtruppe zum Einsatz kommen, falls der Krisenstab dies anordne. Bei der Forschung nach neuen Impfstoffen stütze sich die Bundeswehr auf den zivilen Bereich. Auf die Frage nach einer möglichen Unterstützung örtlicher Krankenhäuser, erklärt Dr. Fischer, dass es bei freien Kapazitäten selbstverständlich eine Kooperation gebe, wenn dies durch das zuständige Landeskommando genehmigt werde.

Als wichtige Ressource nannte er bei der Bekämpfung der Pandemie den Einsatz von Reservisten. Die Bundeswehr habe mit ihnen als qualifiziertes Personal in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Seine Dienststelle habe speziell ausgebildete Reservisten angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Die Ausstattung mit dringend benötigten Materialien, wie etwa Mundschutz, Desinfektionsmitteln oder Schutzanzügen sei derzeit ausreichend und werde ständig ergänzt. Die Bevorratungsmenge sei allerdings früher größer gewesen. Eine Folge der Ausrichtungen auf Auslandseinsätze.

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Soldaten im Homeoffice

Die Maßnahmen, die die Bundeswehr zur Eindämmung des Coronavirus unternimmt, sind unterschiedlich. Ziel sei die Zahl der Soldaten und damit die Ansteckungsgefahr an einem Standort möglichst niedrig zu halten. Dies soll unter anderem auch durch Umstellung auf Homeoffice erreicht werden. Dienstreisen und Lehrgänge sind weitestgehend abgesagt, Ausbildungen und Übungen eingestellt, sofern sie für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft nicht zwingend erforderlich sind.

Hintergrund:

Sanitätsunterstützungszentrum Kümmersbruck

In der Bundeswehr gibt es 13 Sanitätsunterstützungszentren und fünf Bundeswehrkrankenhäuser (Berlin, Hamburg, Koblenz, Ulm, Westerstede). Zum Sanitätsunterstützungszentrum Kümmersbruck gehören die Sanitätsversorgungszentren in den Bundeswehrstandorten in Ostbayern: Kümmersbruck, Ingolstadt, Neuburg, Regen, Freyung, Weiden, Pfreimd mit Außenstelle Oberviechtach, Cham mit Außenstelle Roding und Feldkirchen mit Außenstelle Bogen. Das Facharztzentrum Amberg mit sieben Disziplinen und die Sanitätseinsatzstaffel Kümmersbruck gehören ebenfalls zum Sanitätsunterstützungszentrum Kümmersbruck. Die Leitung des Zentrums liegt bei Oberstarzt Dr. Harald Fischer. Ihm unterstehen rund 400 Soldaten und 100 zivile Mitarbeiter. Das Zentrum ist für die medizinische Versorgung von rund 12 000 Soldaten verantwortlich. (hbe)

 

 

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