11.07.2021 - 09:36 Uhr
KulmainOberpfalz

Alle Jahre wieder: Eichenprozessionsspinner beim Kulmainer Schäferhundeverein

Gäste bewirtet der Kulmainer Schäferhundeverein gerne und häufig. Hundefreunde üben auf dem topgepflegten Gelände. Aber Gäste, die den Betrieb teilweise lahm legen, sind nicht willkommen. Gemeint ist der Eichenprozessionsspinner.

Ein Gespinst mit Raupen des Eichenprozessionsspinners haben die Verantwortlichen des Schäferhundevereins an der Eiche auf dem Übungsgelände entdeckt.
von Arnold KochProfil

Die Verantwortlichen des Schäferhundevereins Kulmain haben entdeckt, dass sich am Stamm der einzigen Eiche auf dem Übungsgelände nahe des Vereinsheimes wieder eine Gruppe Eichenprozessionsspinner auf den Weg in die Baumkrone gemacht und ein großes Gespinst angelegt hat. Die Spinnraupe zu identifizieren fiel leicht, bereits 2018 hatte man erstmals mit ihr Bekanntschaft gemacht.

Da die Gesundheitsgefährdung durch diese Schädlingsart bekannt ist, ist erneut die Gemeinde als Grundstückseigentümer am Zug. Der Bereich um die befallene Eiche ist mit Trassierband abgesperrt. Schilder im Zugangsbereich informieren über den Grund der Absperrung und warnen vor dem Schädling. Wirtschaftliche Nachteile für den Verein gibt es aber nicht, da das Vereinsheim wegen der Pandemie bereits seit langem geschlossen ist.

Eiche schon vier Mal befallen

Bereits zum vierten Mal ist die rund 40 Jahre alte Eiche vom Prozessionsspinner befallen worden, sicher nicht als einzige. Da es erneut diese Eiche getroffen hat, stellt sich die Frage, dem Schädling durch Fällen des Baumes oder durch eine Neuanpflanzung die Basis zu entziehen. Wie auch in den vergangenen drei Jahren wird die Gemeinde den Maschinenring mit der Schädlingsbekämpfung mittels Absaugen beauftragen müssen. Die Kosten dafür haben sich mittlerweile auf eine nicht unerhebliche vierstellige Summe addiert.

Gefährliches Eiweißgift

Die sehr feinen Brennhaare der Raupe, die das Eiweißgift Thaumetopoein enthalten, können beim Menschen eine Raupendermatitis auslösen. Die Brennhaare brechen leicht und werden bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen. Die alten Larvenhäute bleiben nach der Häutung in den "Nestern", deshalb ist die Konzentration an Brennhaaren oft sehr hoch.

Alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, sind eine anhaltende Gefahrenquelle. Die Raupenhaare sind lange haltbar und reichern sich über mehrere Jahre in der Umgebung an, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs. Für den Menschen sind die Haare des dritten Larvenstadiums des Eichen-Prozessionsspinners im Mai und Juni gefährlich. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus. Die fast unsichtbaren Brennhaare dringen leicht in die Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest.

Mit Fallen wird dem Schädling der Kampf angesagt

Amberg
Hintergrund:

Schutz vor Raupendermatitis

  • Die Raupendermatitis ist eine von den Raupen der Prozessionsspinner verursachte Dermatose. Das in den Brennhaaren der Raupen enthaltene Thaumetopoein löst dabei allergische Hautreaktionen aus.
  • Grundsätzlich Befallsgebiete meiden.
  • Unbedeckte Hautbereiche schützen, Raupen und Gespinste nicht berühren.
  • Sofortiger Kleiderwechsel und Duschen nach möglichem Kontakt mit Raupenhaaren ist ratsam.
  • Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind.
  • Bekämpfung und Beseitigung mittels heißem Wassers und Absaugen wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik Fachleuten überlassen.
Mit Trassierband ist der Bereich um die Eiche beim Vereinsheim abgesperrt worden.

 

 

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