27.07.2021 - 16:38 Uhr
MähringOberpfalz

Große Wiedersehensfreude beim Lohhäuser-Treffen

Das verschwundene Dorf sei ein Mahnmal gegen den Krieg, betonte Peter Zwerenz, Sprecher der Lohhäuserer. Bei Kaffee und Kuchen wurde Erinnerungen an das ehemalige Straßendorf wach.

von Gisela WildnerProfil

Nach der Zusammenkunft am Vormittag in Mähring ließen die Teilnehmer am Nachmittag am Kriegerdenkmal im „verschwundenen Dorf“ in Lohhäuser in Tschechien Erinnerungen an das ehemalige Straßendorf aufleben.

Dr. Peter Zwerenz, Sprecher der Lohhäuserer, freute sich, dass die ehemaligen Bewohner, deren Kinder und Enkelkinder, aber auch Freunde von beiden Seiten der Grenze so zahlreich gekommen waren. Am Kriegerdenkmal in Slatina – wie das verschwundene Lohhäuser heute heißt – begrüßte er besonders herzlich Familie Peterik und Maria Puzejova, als Vertretung für die Bürgermeisterin Eva Prochazková von Altwasser, Mährings Bürgermeister Franz Schöner sowie Altbürgermeister Josef Schmidkonz. „Auch in Mähring bewegt sich einiges“, freute sich Zwerenz, der damit den "Mühlenhof" als Dorftreff ansprach.

Dorf ein Mahnmal für den Krieg

Organisator Karl Schneider, der vor vielen Jahren das Lohhäuser-Treffen, die Patenschaft mit Mähring und auch das Lohhäuser-Museum vorantrieb, erinnerte am Kriegerdenkmal an die Gefallenen der beiden Weltkriege, an die mit einer Tafel am Denkmal erinnert wird. Hier an diesem Ort sollte man darüber nachdenken, warum das alles passiert war. Im Ersten Weltkrieg mussten 70 Lohhäuserer an die Front – 10 blieben dort. Im Zweiten Weltkrieg wurden 28 Bewohner eingezogen – 7 davon fielen. „Die Namen der Gefallenen stehen auf jeder Gedenktafel, auf jedem Kriegerdenkmal. Das muss uns immer wieder Anlass geben, darüber nachzudenken, warum das passiert ist", mahnte Schneider.

Trennung durch Corona

Maria Puzejova aus Altwasser sprach die aktuelle Lage an. Für drei Wochen durften vergangenes Jahr die Tschechen nicht einmal die Gemeindegrenzen überschreiten. Die Gemeindegrenze Altwasser/Stara Voda gehe bis Lohhäuser. Puzejova war im Winter mit den Skiern im ehemaligen Straßenort und dachte dabei an alle Lohhäuserer: "Ob wir uns wiedersehen?", fragte sie sich. Schneider überreichte stellvertretend an Maria Puzejova eine Schiefertafel mit dem Spruch „Solange Menschlichkeit uns verbindet ist es völlig egal, was uns trennt“.

Bürgermeister Franz Schöner schloss sich den Worten der Vorredner an. „Wichtig ist, dass wir uns wiedersehen und hier wieder feiern dürfen." Dafür danke er den tschechischen Freunden. Das gemütliche Beisammensein bei strahlendem Sonnenschein dauerte bis in die Abendstunden, dabei wurden auch viele Erinnerungen wieder wach und ausgetauscht.

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Mähring
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