26.11.2020 - 14:18 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Marktredwitz will Sanierung gemeinsam mit den Bürgern planen

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Der Großraum ums Marktredwitzer Schulzentrum soll saniert werden. Jetzt laufen die Untersuchungen an. In dem Gebiet leben 4000 Menschen, es pendeln 3500 Schüler und Lehrer.

In dem neuen Sanierungsgebiet, das die Stadt Marktredwitz ab Dezember untersucht, leben rund 4000 Menschen, und es gehen zirka 3000 Schüler hier zur Schule. Hinzu kommen 500 Lehrer. Die Stadt hofft auf eine Förderung der Maßnahme und der Umsetzung in Höhe von 80 Prozent.
von Autor FPHProfil

„In dieser Dimension hat es das noch nicht gegeben.“ Bauamtsleiter Stefan Büttner legt den Plan auf den Tisch, um den Großraum Schulzentrum näher zu skizzieren. „Hier leben auf rund 40 Hektar 4000 Menschen. Zusätzlich besuchen 3000 Kinder und Jugendliche die Schulen, wo sie von rund 500 Lehrern unterrichtet werden.“ Wenn man bedenkt, dass Marktredwitz etwas über 17.000 Einwohner zählt, so steht die Stadt bei der geplanten Sanierung dieses Gebiets vor einer Mammut-Aufgabe. „Aber wir wollen dazu auch die Meinung all jener hören, die dort leben und die Schulen besuchen“, betont Oberbürgermeister Oliver Weigel.

Derzeit ist es eigentlich nicht mehr als die Ansammlung verschiedener Schulen.

Bauamtsleiter Stefan Büttner

Es ist ein Areal, das über viele Jahre schon ein wenig stiefmütterlich behandelt worden oder gar aus dem Fokus geraten ist. Das soll sich jetzt ändern. Anfänge haben die Stadtentwicklungs- und Wohnungsbau GmbH (Stewog) und die Baugenossenschaft schon mit der Sanierung etlicher ihrer 800 Wohnungen gemacht. Doch mit der Entwicklung haben nicht alle Bauten und Verkehrswege auch Schritt halten können. „Deshalb wollen wir jetzt herausfinden, wo es welche Mängel gibt, wo wir ansetzen können“, so Stefan Büttner. Mit der Sanierung dieses riesigen Gebiets, wofür in den nächsten zwei Monaten auch die Stimmen der Bürger und Schüler gefragt sind, soll auch einmal das Chaos bereinigt werden, das stets zu Schulbeginn und -schluss herrscht, wenn Autos die Straßen rund ums Schulzentrum verstopfen.

Campus das Ziel

Das Sanierungsgebiet, das die Stadt ins Auge fasst, grenzt im Westen an die Fritz-Thomas-Straße und reicht bis zur Karlstraße. „Hier beziehen wir auch die Sportanlagen an der Jahnstraße und das Hallenbad mit ein“, kündigt Büttner an. Das komplette Schulzentrum liege im geplanten Sanierungsgebiet. „Derzeit ist es eigentlich nicht mehr als die Ansammlung verschiedener Schulen“, meint der Bauamtschef, der sich künftig einen „richtigen Campus“ hier vorstellt. „Die Größenordnung ist schon eine echte Hausnummer!“

Das Gebiet reiche dann weiter hinunter bis zum Sterngrund und umfasse auch den gesamten Friedhof, „der mehr ist als ein Ort für Trauernde, sondern eine richtige Parkanlage“, meint der Leiter des Bauamts. „Wir schließen den Haager Weg ebenso mit ein wie die Schützenstraße, das Jugendzentrum und 'MAKmit'“, so Stefan Büttner, der nicht nur städtebauliche Aspekte verwirklicht sehen möchte. „Wir wollen den Menschen in den Mittelpunkt stellen.“ Gerade in dem Gebiet rund um Breslauer, Franzensbader und Marienstraße gebe es riesige Freiflächen, die „wahnsinnig viel Potenzial und Qualität bergen“. Doch momentan würden eben diese „Teppichstangen-Flächen“ so gut wie gar nicht genutzt. „Das wollen wir ändern, die Räume gliedern, monotone Rasenflächen lebenswert gestalten, damit die Menschen sie auch annehmen.“

Mit einem „Beteiligungs-Konzept“ will die Stadt herauskitzeln, wo die Bewohner der Schuh drückt, was Schüler sich vorstellen und Lehrer auch. Die sozialen Wohnungsbauträger sitzen laut Büttner hier ebenso mit im Boot wie Schulen, Kitas, Kirchen, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt und Gewerbe. „Und wir wollen das Thema Verkehr besser in den Griff bekommen.“ Das werde die Stadt ab jetzt ein Jahr lang beschäftigen.

Fragebogen-Aktion

Als Partner für das ehrgeizige Projekt hat Marktredwitz das Planungsbüro „UmbauStadt“ in Weimar ausgewählt. Und weil in Zeiten von Corona eine Bürgerbeteiligung mit Workshops nicht möglich sei, ergänzt Projektleiterin Daniela Pöhlmann, habe man sich für eine Fragebogen-Aktion entschieden. Unter dem Motto „Ich MAK es hier! Du auch?“ würden sämtliche Haushalte in die Befragung einbezogen. „Die Ideen, Mängel und Vorschläge fließen in die Planungen mit ein“, versichert Pöhlmann, bei der die Fäden zusammenlaufen. Aus diesem Grund würden im Sanierungsgebiet einige Briefkästen aufgestellt, in die die Bewohner und Schüler ihre ausgefüllten Fragebogen werfen könnten. „Das werden wir im Dezember und Januar durchführen.“ Bis Juni habe die Stadt zusammen mit dem Planungsbüro alles ausgewertet, um dann die Träger öffentlicher Belange zu Wort kommen zu lassen.

Fördermöglichkeiten ausloten

„Die vorbereitende Untersuchung für die geplante Sanierung endet im Oktober 2021“, so die Projektleiterin. „Dann können wir mit der Städtesanierung 2022 loslegen“, zeigt sich Oberbürgermeister Oliver Weigel optimistisch. Stefan Büttner will bis dahin die Fördermöglichkeiten ausloten, damit auch private Investoren in dem Sanierungsgebiet Missstände bereinigen könnten. Als eines der ersten konkreten Projekte nennt Büttner den Milchhof, der im kommenden Jahr abgerissen werden soll. Dafür stehen im Haushalt 2021 insgesamt 650.000 Euro bereit.

Im Vorfeld der geplanten Bestandsaufnahme hat die Stadt bereits alle Schulleiter eingeladen, um sie in das Vorhaben zu involvieren. „Denn bislang gibt es zwischen den Schulen unsichtbare Schranken, die wir auflösen wollen, um einen übergreifenden Campus zu schaffen“, so die Vorstellung der Stadt Marktredwitz. „Ich bin gespannt, was an Anregungen kommt“, so Oberbürgermeister Weigel. Die Größe des Sanierungsgebiets mache die Aufgabe sehr anspruchsvoll. Stefan Büttner setzt viele Hoffnungen in die Umfrage: „Der beste Planer ist der, der dort wohnt und weiß, wo der Schuh drückt.“

Hier ein Bericht zu den 2021 von der Stadt Marktredwitz geplanten Investitionen

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