05.11.2021 - 15:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Gaudiwurm 2022 in Mitterteich: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ganz aufgegeben hat das Gaudiwurm-Organisationsteam die Hoffnung noch nicht, dass 2022 ein Faschingsumzug durch Mitterteich ziehen könnte. Doch die Chancen stehen coronabedingt sehr schlecht. Dennoch soll den Narren etwas geboten werden.

Der Mitterteicher Gaudiwurm hat stets mehrere Tausend Besucher angelockt, die dicht an dicht entlang der Straßen standen - so wie hier auf dem Archivbild aus dem Jahr 2011. Wegen der Corona-Pandemie sieht es auch 2022 für einen Umzug düster aus.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Als die Mitterteicher Vereine Ende Oktober ihre 2022 geplanten Veranstaltungen abgestimmt haben, fehlte auf der Liste unter anderem der Gaudiwurm, der traditionell am Samstag vor der Faschingswoche durch die Stadt zieht. Die Tatsache, dass man derzeit keinen Umzug plane, sei aber noch nicht als endgültige Absage zu werten, kommentiert Gaudiwurm-Vorsitzender Michael Zintl einen kürzlichen Pressebericht. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", betont er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Dabei machen er und Natalie Wölfl vom Organisationsteam auch deutlich, was die größten Schwierigkeiten bei der Planung von Veranstaltungen sind. Und sie kündigen an, dass die Narren im Fasching keinesfalls leer ausgehen sollen.

Michael Zintl stellt klar, dass der Verein erst 2022 entscheiden werde, ob ein Gaudiwurm stattfindet. Anders als im Vorjahr, als man die Faschingssaison bereits im Sommer abgeschrieben habe, wolle man sich diesmal ein kleines Türchen offen halten. Allerdings sind sich Zintl und Wölfl angesichts der aktuellen Corona-Entwicklung einig, dass die Chancen äußerst schlecht stünden. Selbst wenn sich die Lage bis Februar stark verbessert haben sollte, müsse man jederzeit mit einem Rückschlag rechnen. "Man sieht ja, wie schnell die Zahlen nach oben gehen können", sagt Zintl über die derzeitige Situation im Landkreis und in weiten Teilen Bayerns.

Gedränge am Straßenrand

Bei einer Tagung in Veitshöchheim sei den Faschingsvereinen von der Verbandsspitze die Einschätzung mit auf den Weg gegeben worden, dass sie wohl unter den letzten seien, bei denen wieder Normalität herrschen werde. Michael Zintl verweist als Beispiel auf die große Zuschauerzahl bei Umzügen. Die Besucher kämen zwar unter freiem Himmel zusammen, aber eben dicht gedrängt am Straßenrand. Für die angemeldeten Teilnehmer eines Gaudiwurms könnte man eine Regelung wie etwa 3G (genesen, geimpft, getestet) anwenden - doch bei mehreren Tausend Menschen, die sich in der ganzen Innenstadt verteilen, wäre dies absolut unmöglich. Ein Umzug nur in einem begrenzten, abgesperrten Areal sei ebenso unrealistisch. Und selbst beim Kreis der Zugteilnehmer wäre eine lückenlose Überwachung kaum umsetzbar. "Wenn bei einer Gruppe 15 Leute angemeldet sind, aber sich dann auf dem Weg noch einer einreiht - wie soll uns das auffallen?", fragt Zintl.

Aber selbst wenn ein Umzug unter strengen Auflagen durchgeführt werden könnte und der Verein alle Vorgaben strikt einhalten würde, so hätte niemand einen Einfluss auf das Verhalten der Besucher vor und nach dem Gaudiwurm. Wenn es am Ende doch zu einer großen Zahl an Ansteckungen und noch schwerwiegenderen Folgen käme, stünde der Verein im Feuer, ganz unabhängig von der Schuldfrage. "Dann hieße es doch nur: Mitterteich hat Fasching gefeiert", meint Natalie Wölfl und verweist auf die teils negative überregionale Berichterstattung über das Starkbierfest und die Ausgangssperre im Vorjahr. "Das ist es nicht wert", sind sich die Gaudiwurm-Verantwortlichen einig. Fasching solle Freude und Spaß bereiten, nicht aber Sorgen.

Überraschung geplant

Sollte das endgültige Aus für den Gaudiwurm 2022 verkündet werden müssen, wolle der Verein aber eine kleine Ersatzaktion durchführen - hier wäre laut Wölfl und Zintl unter Einhaltung von Corona-Regeln unter freiem Himmel einiges denkbar. Zumindest für Kinder soll es dann eine Überraschung geben, in welcher Form auch immer.

Der Faschingsauftakt am 11.11. um 19.11 Uhr wird wie im Vorjahr auf der Baustelle im Historischen Rathaus stattfinden. Diesmal wird zwar wieder das Gaudiwurm-Organisationsteam dabei sein, eine anschließende Feier für die Öffentlichkeit muss aber erneut ausfallen. Auch gibt es zum zweiten Mal in Folge kein Prinzenpaar. "Was würde das bringen, wenn es kaum Auftritte gibt?", so Natalie Wölfl.

Bereits gestrichen hat der Gaudiwurm auch den zuletzt immer beliebter gewordenen Stadtball. Schlecht stehen die Chancen für den großen Kinderfasching. Was aber definitiv stattfinden soll, ist zum Höhepunkt der Saison ein Faschingsabend mit begrenztem Publikum und unter Zugangsbeschränkungen. Damit soll Narren und Tanzbegeisterten zumindest in kleinerem Rahmen die Möglichkeit gegeben werden, Fasching zu feiern.

Hoffen auf Saison 2022/23

Trotz der für Faschingsnarren besonders schwierigen Lage sei der Zusammenhalt im Verein nach wie vor groß, wie Michael Zintl und Natalie Wölfl versichern. Erst kürzlich habe sich der Großteil des Organisationsteams zum Kirwa-Essen versammelt. Seit längerer Zeit stünden auch wieder verschiedene Gruppen im Trainingsbetrieb. Die Gaudiwurm-Verantwortlichen bitten abschließend um Verständnis für die Zurückhaltung bei der Planung - und sie hoffen, dass das närrische Treiben in der Saison 2022/2023 endlich wieder normal laufen kann.

Kommentar zum Thema von Oberpfalz-Medien-Redakteur Udo Lanz

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Natalie Wölfl und Gaudiwurm-Vorsitzender Michael Zintl geben Einblicke in die Planungen ihres Vereins für die Faschingssaison 2021/22.

"Wenn bei einer Gruppe 15 Leute angemeldet sind, aber sich dann auf dem Weg noch einer einreiht - wie soll uns das auffallen?"

Gaudiwurm-Vorsitzender Michael Zintl über mögliche Corona-Beschränkungen bei einem Umzug

"Was würde das bringen, wenn es kaum Auftritte gibt?"

Natalie Wölfl zum erneuten Verzicht des Gaudiwurm-Vereins auf ein Prinzenpaar

 

 

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