05.11.2021 - 16:42 Uhr
NabburgOberpfalz

Stadtball unter Corona-Regeln geht nicht

Kurz vor Beginn der närrischen Zeit am 11.11. muss der Nabburger Stadtrat eine Entscheidung treffen, die alles andere als lustig ist: Der Stadtball 2022 kann nicht stattfinden. Er fällt Corona zum Opfer.

Den Stadtball nutzte die Nabburger Faschingsgesellschaft gerne als Schaulaufen für ihre Garden. 2022 wird es dazu nicht kommen können.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Ja zum Nikolausmarkt, nein zum Mittelalterlichen Markt - und was wird mit dem nächsten Stadtball? Auch vor dieser Frage stand der Stadtrat in seiner ersten November-Sitzung. Terminiert wäre der Ball ja bereits im vergangenen Jahr geworden: Am Samstag, 15. Januar 2022, sollte er in der Nordgauhalle über die Bühne gehen. Die Klaus-Hörmann-Band, die ein weiteres Mal zum Tanz spielen sollte, hatte den Termin schon reserviert, allerdings noch nicht fest zugesagt. Die Faschingsgesellschaft wäre in bekannter Manier für Showeinlagen zur Verfügung gestanden.

Bevor es zu einer Diskussion kam, warf Verwaltungsleiter Thomas Prey einen Blick auf die Entwicklung des Stadtballs in den vergangenen zehn Jahren und nannte Daten. Die Besucherzahlen schwankten zwischen 230 und 465, die Einnahmen zwischen 2098 und 4692 Euro, die Ausgaben zwischen 2314 und 6117 Euro. Der geringste Fehlbetrag kam mit 216 Euro im Jahr 2012 heraus, das höchste Defizit mit 1953 Euro dann 2020. Zu berücksichtigen ist, dass die Kosten für die Halle und das Personal (Stadtmarketing/Halle) in der Aufstellung nicht enthalten sind. Im Jahr 2021 pausierte der Ball auch bereits wegen Corona.

Weitere Kosten wären nötig

Mit Gerlinde Graja von der Faschingsgesellschaft Nabburg besteht laut Verwaltungsleiter Thomas Prey insoweit Einigkeit, dass ein Ball wegen der anhaltenden Pandemie nur unter 3G-plus- oder 2G-Regeln abgehalten werden könnte. Ansonsten müsste im gesamten Hallenbereich Mundschutz getragen werden. Zusätzlich zu den bisherigen Kosten wäre dann auch noch der Aufwand für einen Sicherheitsdienst zu tragen, der die Kontrolle der Corona-Regeln übernimmt.

Die Gesamtsituation führte zum Verwaltungsvorschlag, den Stadtball auch 2022 abzusagen. Stattdessen solle im kommenden Jahr in Zusammenarbeit mit Vereinen und Kulturausschuss ein neues Konzept ausgearbeitet werden.

Absagen, nicht abschaffen

Stadträtin Heidi Eckl (ÖDP) stellte sich auf den Standpunkt, dass der Ball in Zukunft nicht gestrichen werden darf. Eine Alternative sei nicht in Sicht. Bürgermeister Frank Zeitler (CSU) meinte hingegen, man müsse sich schon einmal die Gästezahlen genau anschauen. Unter "erschwerten Bedingungen" kämen sicher noch weniger Besucher, denn die Einhaltung der unumgänglichen Corona-Regeln mache gewiss keine Freude. Armin Schärtl (SPD) trat dafür ein, sich die Option für den Ball noch offen zu halten.

Zweite Bürgermeisterin Irene Ehemann (FW) zeigte sich überzeugt, dass ein Ball unter Corona-Regeln doch sehr viel von seinem ursprünglichen Charakter einbüßen würde. Deswegen solle man ihn erneut absagen, allerdings nicht abschaffen. Überlegenswert wäre ihrer Meinung nach ein Bandwechsel, um vielleicht auch jüngeres Publikum anzusprechen. Der Bürgermeister stellte dazu fest, dass es jetzt auch gar nicht um eine Abschaffung gehe. Zu bedenken bleibt nach Auffassung von FW-Sprecher Albert Bruckner, dass das Defizit in den letzten Jahren kontinuierlich anstieg und 2020 einen Höchststand erreichte. Und ein Ball unter Corona-Bedingungen lasse zweifellos die Besucherzahl sinken und den Fehlbetrag deshalb weiter steigen.

Nicht einstimmig

Die Entscheidung, den Ball 2022 abzusagen, fiel mit 16:4-Stimmen. Nicht mitgetragen wurde sie von jeweils zwei Ratsmitgliedern aus der SPD- und der ÖDP-Fraktion.

Weitere Absage in der Stadtratssitzung

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