05.10.2021 - 09:43 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Wandern und biologische Vielfalt am Eixendorfer Stausee entdecken

Der Wild-Wasser-Weg soll den Blick auf Mensch, Wild und Natur schärfen, wünscht sich Jürgen Donhauser. Der 50-jährige Jagdwirt ist der Initiator des Wanderweges am Eixendorfer Stausee. Eine bedrohte Tierart liegt ihm besonders am Herzen.

Landrat Thomas Ebeling, Initiator Jürgen Donhauser und Bürgermeister Martin Birner (von links) brachten die letzten Hinweisschilder für den Wild-Wasser-Weg an und würdigten die Gemeinschaftsleistung des Umweltschutzprojektes.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Treffpunkt für die Einweihungsfeier eines Arten-, Boden-, Klima- und Wasserschutzprojekts war am Sonntag die Ortschaft Stockarn (Stadt Neunburg vorm Wald), die unmittelbar an der Grenze zum Landkreis Cham liegt. Jürgen Donhauser, Diplom-Kaufmann und Leiter des Land- und Forstbetriebes Eibenstein am Eixendorfer See, ist Initiator des Wegs, ließ Tafeln aufstellen. „Der Weg soll auch die Leistungen der regionalen Land- und Forstwirtschaft erklären und sichtbar machen“. Der sieben Kilometer lange, neue Wild-Wasser-Weg ist Donhausers Projekt. Die Tour ist eingebettet in das 40 Kilometer lange Wanderwegenetz rund um Neunburg vorm Wald.

Bürgermeister Martin Birner äußerte bei der Eröffnung den Wunsch, „dass die Spaziergänger den Erholungsraum und die Biodiversität neu entdecken“. Wenn alles gemäht und gemulcht würde, sehe das zwar sauber aus, zerstöre aber die Artenvielfalt, so der Bürgermeister. Er dankte dem Neunburger Arbeitskreis „Sicherung der Artenvielfalt“ mit Alexander Trinkmann an der Spitze für die Mitarbeit am Projekt.

Viele Partner dabei

Gemeinsam mit Landrat Thomas Ebeling brachte Martin Birner die letzten Wegweiser für die Wanderung am Wild-Wasser-Weg an. Der Landrat würdigte die Privatinitiative von Jürgen Donhauser und dankte den Vertretern der Vereine, Verbände und Behörden für die Mitwirkung. Wildlebensraumberater Balduin Schönberger vom Amt für Landwirtschaft habe die Projektpartner bei der Umsetzung beraten, so der Landrat. Auch der Naturparkverein habe sich mit Mitarbeiter Markus Kurz „in dieses gemeinschaftliche Vorzeigeprojekt“ eingebracht.

In die Infrastruktur des Wild-Wasser-Weges investieren die Projektpartner bis 2025 rund 40 000 Euro, wobei den Hauptanteil die „Wildlife Conservation Forst Eibenstein“ trägt. Der Betrieb unterstützt die regelmäßigen Maßnahmen zur Flächen- und Habitat-Pflege, organisiert ein Monitoring und betreibt Aufklärung. Jürgen Donhauser weist auf „die vielen freiwilligen Maßnahmen der Landwirte auf den Feldern“ hin, bedankt sich für „die großzügige Unterstützung der Landbesitzer, des Wasserwirtschaftsamtes und der Stadt Neunburg.“ Auch die Wildlebensraumberatung des Landwirtschaftsamtes, der Landesjagdverband und das städtische Tourismusbüro hätten sich in das Projekt mit eingebracht, so Donhauser.

Chance für Bodenbrüter

Die Idee dazu entstand vor fünf Jahren. Damals führten Jagdgenossen und Landnutzer erste Gespräche und brachten das Teilprojekt „Die Feldhühner, Boden- und Heckenbrüter haben eine Chance verdient“ auf den Weg. Als immer mehr Partner mit ins Boot stiegen, entwickelten sich die Pläne für einen Wild-Wasser-Weg. Es entstanden 50 Informationstafeln, die sich auf einer Fläche von 2000 Hektar verteilen. „Es wird weitergehen“, kündigt Jürgen Donhauser. Zusammen mit den Jagdgenossen und den Partnern aus Wasser- und Forstwirtschaft will er weitere Lebensräume für bedrohte Wildarten erschließen. Vor allem das Rebhuhn soll sich hier wieder heimisch fühlen.

Wild-Wasser-Weg: Einsatz für die Artenvielfalt

Gütenland bei Neunburg vorm Wald

"Der Weg soll die Leistungen der regionalen Land- und Forstwirtschaft erklären und sichtbar machen."

Jürgen Donhauser, Leiter des Land- und Forstbetriebes Eibenstein

 

 

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