14.04.2021 - 15:58 Uhr
NittenauOberpfalz

Schnelltests in den Unternehmen: Unterschiedliche Herangehensweise im Kreis Schwandorf

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Einige Unternehmen in der Region haben das Thema "Mitarbeiter-Tests" bereits in die eigene Hand genommen. Noch sind die Tests nicht verpflichtend. Die Firmen handhaben die Sache allerdings teils recht unterschiedlich. Wir haben nachgefragt.

Noch sind die Tests in den Unternehmen keine Pflicht. Viele Unternehmen im Kreis Schwandorf haben sich aber mittlerweile selbst verpflichtet, die Mitarbeiter zu testen.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Nun ist es beschlossene Sache: Arbeitgeber müssen ihren Beschäftigten ab kommender Woche verpflichtend Corona-Tests anbieten, wenn sie nicht im Homeoffice arbeiten. Dabei geht es lediglich um eine Angebotspflicht für die Firmen - eine Testpflicht für die Beschäftigten gibt es nicht. Auch müssen die Unternehmen nicht dokumentieren, ob die Beschäftigten das Angebot angenommen haben.

Oberpfalz-Medien hat bei Unternehmen in der Region nachgefragt, wie sie die Situation handhaben. Deutlich wird: Eine einheitliche Linie gibt es bislang noch nicht.

BMW mit Schnellteststrategie

Die Strategie bei BMW sieht folgendermaßen aus, wie Pressesprecher Eric Metzler auf Anfrage mitteilt: "Bereits seit Beginn der Pandemie werden hohe Arbeitsschutzstandards an allen unseren Standorten konsequent umgesetzt und nachgehalten, um unsere Mitarbeiter zu schützen." Hinzu kommt, das BMW seit Herbst 2020 die Mitarbeiter "anlassbezogen" testet. Das Unternehmen habe damit gute Erfahrungen gemacht. Metzler: "Die inzwischen in größeren Mengen verfügbaren und zugelassenen Antigen-Selbsttests werden jetzt zielgerichtet in die Teststrategie integriert. Die Selbsttests sollen auf freiwilliger Basis zu Hause durchgeführt werden, um mögliche Ansteckungen frühzeitig zu erkennen."

Insgesamt verteilt die BMW Group über ihr Dynamikzentrum in Dingolfing mehr als eine halbe Million Selbsttests an ihre Mitarbeiter. Dabei spiele es keine Rolle, auf welche Weise die Mitarbeiter arbeiten. Metzler: "Kolleginnen und Kollegen, die vorrangig von Mobilarbeit Gebrauch machen, bekommen solche Selbsttests ebenso wie die Beschäftigten, deren Arbeitsaufgabe ihre Anwesenheit erfordert." In Wackersdorf ist die Ausgabe von zunächst einem Selbsttest pro Woche seit "Mitte vergangener Woche im Gange und weitgehend abgeschlossen".

BMW setzt auf Impfung

Eric Metzler von BMW betont, dass es das Unternehmen alleine bei den Schnelltests nicht belassen möchte. BMW plant den Start einer betriebsinternen Impfung für die Belegschaft. Metzler: "Der Starttermin unserer Impfkampagne ist abhängig von der ausreichenden Impfstoffverfügbarkeit für Betriebsärzte. Wir sind im Austausch mit den staatlichen Stellen und werden uns dabei in die vorgegebene Priorisierung einreihen. Unser Projektteam aus unterschiedlichen Fachfunktionen arbeitet mit Hochdruck daran, die Umsetzung zu organisieren." Dafür möchte BMW eigene Impfzentren an den Standorten einrichten.

Krones geht auf Nummer sicher

Die Firma Krones in Nittenau hat ein ausgeklügeltes Test-System. Auf Anfrage von Oberpfalz-Medien teilt Ingrid Reuschl von der Presseabteilung mit, dass Krones seinen Mitarbeitern Tests anbiete. "Wir verfolgen dabei jedoch eine eigene Teststrategie. Wir haben seit vielen Monaten ein sehr stringentes Maßnahmenkonzept zum Schutz einer Infektion durch Covid-19. Dazu zählen erweiterte Schichtmodelle mit einer zeitlichen Auseinanderlegung, so dass die Kontaktmöglichkeiten zu anderen Schichtmitgliedern vermieden werden." Hinzu kommt, dass aus Vorsichtsmaßnahmen die Anwesenheit der Belegschaft mit Büroarbeitsplätzen stark reduziert wurde. Insgesamt sind derzeit bei Krones rund 4500 Mitarbeiter im Home-Office.

Bei der Teststrategie unterscheidet Reuschl zwischen "arbeitstäglichen Selbsttests vor Arbeitsbeginn für einen Zeitraum von zwei Wochen" und "arbeitstäglichen Selbsttests vor Arbeitsbeginn, Zeitraum abhängig von der Gefährdungsbeurteilung und Kundenvorgabe".

Auch bei Kontakt mit Externen

Bei der erste Variante handelt es sich um Tests, die die Mitarbeiter bei Schicht- und Abteilungswechsel sowie bei der Rückkehr von Dienstreisen und externen Arbeitseinsätzen machen müssen. Dazu zählt laut Reuschl auch die Rückkehr zum Arbeitsplatz nach Urlaubsreisen ins Ausland. Azubis müssen ebenfalls einen Test machen, wenn sie aus der Berufsschule zurück in die Arbeit kommen.

Was die Kategorie "arbeitstägliche Selbsttests vor Arbeitsbeginn, Zeitraum abhängig von der Gefährdungsbeurteilung und Kundenvorgaben" angeht, so handelt es sich dabei um Tests, die gemacht werden können, wenn Mitarbeiter Kontakt mit anderen Personen intern oder extern hatten und sich nicht sicher sind, ob sie negativ sind. Das gilt laut Reuschl auch in "Arbeitsbereichen mit der Notwendigkeit von physischer Zusammenarbeit oder vielen Personenkontakten" und Dienstreisen, wenn diese nötig sind.

Zusätzlich bekommen die Mitarbeiter eine Regeltestung angeboten, bei der zusätzlich zu den situationsbezogenen Abstrichen jeder Mitarbeiter einmal pro Woche einen Selbsttest bekommt. Die genaue Anzahl von Tests pro Woche für Nittenau kann Reuschl nicht nennen, sagt aber: "Wir kalkulieren mit insgesamt zirka 6000 Tests in allen deutschen Werken pro Woche." Krones hat die Tests selbst organisiert, ohne auf Verteiler der Verwaltungsbehörden zurückgreifen zu müssen.

Keine Probleme für Gerresheimer

Bei Gerresheimer in Pfreimd hat sich mit der Corona-Pandemie nicht viel verändert. Weil das Unternehmen Produkte für den Pharma-Bereich herstellt und das einen sogenannten "Reinraum" voraussetzt, kann Axel Süß, der auch für den Pfreimder Standort zuständig ist, sagen: "Da die gesamte Gerresheimer Gruppe zu den systemrelevanten Unternehmen gehört, haben unsere Mitarbeitenden kein Problem, sich testen zu lassen. Bereits am Anfang der Corona-Pandemie ergänzten unsere Standorte in Pfreimd und Wackersdorf ihre Hygiene- und Sicherheitsvorschriften." Die Mitarbeiter bekommen mindestens einen Selbsttest pro Woche. Süß: "Darüber hinaus haben wir im Werk eine vom Betriebsarzt geschulte Taskforce aus Ersthelfern, Betriebsräten und anderen Mitarbeitenden aufgestellt, die jederzeit Schnelltest durchführen können, falls es einen Verdacht auf Infektion gibt." Gerresheimer hat das Testmaterial selbst organisiert.

Aktuelle Infos zum Coronavirus aus der Region finden Sie in unserem Newsblog

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