28.07.2021 - 14:59 Uhr
Paulsdorf bei FreudenbergOberpfalz

Bayerische Reservisten tagen in Paulsdorf: "Wir müssen jünger werden!"

Bei ihrer Jahrestagung in Paulsdorf waren sich die Reservisten aus ganz Bayern einig: Die Corona-Pandemie habe die Verlässlichkeit der Bundeswehr deutlich gezeigt. Jetzt forderte der Präsident: "Wir müssen jünger werden!"

Diskutierte mit: Brigadegeneral Thomas Hambach (hinter ihm Oberst der Reserve Stefan H. Berger).
von Externer BeitragProfil

Spannende Themen standen auf dem Programm der 24. Jahrestagung über die Reservistenarbeit. Dabei ging es vor allem um aktuelle Projekte und solche für die Zukunft. Die Wichtigkeit der Veranstaltung wurde dadurch unterstrichen, dass der Präsident des Reservistenverbandes (VdRBw), MdB Patrick Sensburg, aber auch der Kommandeur des Landeskommandos Bayern, Brigadegeneral Thomas Hambach, und der Kommandeur des Landesregiments Bayern, Oberst der Reserve Stefan H. Berger, nach Paulsdorf gekommen waren. Mit einer Standortbestimmung zum Reservistenverband und Ausführungen zur Verbandsstruktur starteten der Landesvorsitzende, Oberst der Reserve Dr. Klemens Brosig, MdB und Präsident des VdRBw, Patrick Sensburg. Der gab sich zuversichtlich und sagte: „Wir werden noch eine Vielzahl an neuen Aufgaben dazu bekommen.“ Allerdings, so der Präsident, brauche man dazu noch mehr Wehrübungstage. Auch forderte Sensburg mehr Geld für die Bundeswehr allgemein, um attraktiver zu werden. Wehrmutstropfen für den Reservistenverband sei dessen Altersstruktur: „Wir müssen jünger werden!“, so der Appell des Präsidenten des VdRBw an die anwesenden Mandatsträger zur Anwerbung jüngerer Zielgruppen.

In der aktuelle Lage in Corona-Zeiten habe die Bundeswehr wieder einmal gezeigt, wie verlässlich sie sei, berichtete hingegen Brigadegeneral Hambach. „Hier wurde im Rahmen der Amtshilfe Hervorragendes geleistet, und es waren täglich 1 600 Soldaten - darunter etliche Reservisten - im Einsatz.“ Auch berichtete der General über eine angestrebte Erhöhung der Einsatzbereitschaft der Bundeswehr sowie die Aufstellung von Heimatschutzregimentern für einen verstärkten Heimatschutz in allen Bundesländern im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit.

Oberst der Reserve Stefan H. Berger gab einen Überblick zum aktuellen Stand des dreijährigen Pilotprojekts „Landesregiment Bayern“. Dessen Kernaufgabe sei die Stärkung der Befähigung zum Heimatschutz. Sei 2019 die Führerausbildung im Vordergrund gestanden, wurde 2020 die „Ausbildung im Einsatz“ betrieben und in 2021 nun die sogenannte Zusatzausbildung. Die Tagung wurde durch Vorträge von Oberstaatsanwalt André Pfattischer zum Thema Straftaten in militärischen Auslandsverwendungen, Oberst der Reserve Hans-Ulrich Täubert zum Afghanistan-Einsatz, Jörg Raab, Landesgeschäftsführer des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, und Ingo Flechsenhar, Präsident des DLRG in Bayern, als Kooperationspartner des VdRBw bereichert. Eine größere Diskussionsrunde zur Attraktivität des Reservistenverbandes, vermehrt geforderten Wehrübungstagen, militärischer Ausbildung sowie zur Nachwuchsförderung und -werbung rundeten die Jahrestagung ab.

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