24.09.2021 - 14:35 Uhr
PfreimdOberpfalz

Neue Behandlungsräume für Soldaten: Investition in Versorgungszentrum Pfreimd

Wenn ein Soldat eine Zahnplombe vermisst, steht in der Oberpfalzkaserne das Sanitätsversorgungszentrum zur Verfügung. Für 3,2 Millionen Euro erstrahlt das Gebäude jetzt in neuem Glanz. Eine Corona-Impfung ist für einige bereits Pflicht.

Soldatin Teresa Salomon arbeitet als medizinische Fachangestellte im Sanitätsversorgungszentrum. Sie kümmert sich auch um den Medikamentenvorrat.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Seit 1971 ist Pfreimd Standort der Deutschen Bundeswehr. Bereits 1974 wurde in der Oberpfalzkaserne das Sanitätsversorgungszentrum für das Panzerbataillon 104 in Betrieb genommen. Das zweigeschossige Gebäude ist seither in die Jahre gekommen. Nachdem 2014 nur die Sanitäranlagen renoviert wurden, war die Generalsanierung, welche schließlich im Mai 2018 startete, dringend notwendig. Die Arbeiten sind seit einigen Wochen weitgehend abgeschlossen. Ein Anlass für die Oberpfalz-Medien-Redaktion, in der Kaserne in der Schlossbergstraße vorbeizuschauen.

Ein rotes Kreuz vorm Eingang lässt das Gebäude schnell orten. Für das Schild „SanVersZ Pfreimd“ muss Hauptfeldwebel Christian Stahl erst noch einen geeigneten Platz im neu angelegten Außenbereich finden. „Der Auftrag des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ist es, die sanitätsdienstliche Versorgung der Soldaten zu gewährleisten“, stellt Stahl eingangs fest. Das bedeute, dass der Truppenarzt die Dienste wahrnimmt, die im zivilen Leben der Hausarzt erbringt.

Mit Aufzug barrierefrei

Die Behandlungsstrategie ist auf dem neuesten Stand. In der Oberpfalzkaserne stehen zwei Ärztinnen und ein Zahnarzt zur Verfügung, dazu medizinische Fachangestellte und Verwaltungskräfte. „Der Stand unserer Ausstattung ist wie bei jeder Arztpraxis draußen auch“, erklärt Christian Stahl und nennt beispielsweise Ergometer und Sonographie. Labor und Funktionsdiagnostik seien seit Jahren bestens bestückt, jetzt passe auch das Umfeld mit pflegeleichten Böden, neuen Fenstern und Türen dazu. Rund 3,2 Millionen Euro wurden für die Generalsanierung in die Hand genommen. „Das war dringend notwendig“, bemerkt der Kompaniefeldwebel. Zur Zahnarztpraxis im Obergeschoss führt ein moderner Aufzug und im Keller wurde der alte ABC-Schutzbunker „etwas aufgehübscht“.

Während der Umbauphase war das Sanitäts-Team in der Grenzlandkaserne Oberviechtach ausgegliedert. „Dort war es zwar etwas beengt, aber es hat funktioniert“, meint der „Spieß“. Mittlerweile sind fast alle wieder am Standort Pfreimd zurück. Die Chefin der San-Kompanie, Dr. Amalie Keil, wird allerdings erst ab Mitte Januar in den neuen Räumen praktizieren. Sie ist im Rahmen einer Auslandsabstellung auf dem Weg nach Mali.

Die Ärzte werden bei ihrer Arbeit von medizinischen Fachangestellten (MFA), darunter auch zivile Kräfte, unterstützt. Im langen Flur, zwischen dem Haupteingang und dem „Eingang Truppenarzt“, ist die Tür zu einen großzügig geschnitten Behandlungsraum offen. Teresa Salomon steht in Uniform am Arzneischrank und räumt die Medikamentenlieferung ein. Sie hat die militärische Laufbahn gewählt. Im Patientenverkehr trägt sie jedoch die typische weiße Kleidung. Dann weist sie nur die Schulterklappe als Bundeswehrangehörige aus. Auch die Ausbildung der Arzthelferinnen wird am Standort geleistet: Seit dem Jahr 2003 waren es rund 20 MFA-Auszubildende.

Corona keine Basisimpfung

Vor Ort werden auch die Basisimpfungen (wie gegen Zecken oder Hepatitis) vorgenommen. Die „Duldungspflicht“ bei der Bundeswehr bedeutet, dass die Soldaten zur Sicherung der Einsatzbereitschaft der Truppe verpflichtet sind, bestimmte Impfungen anzunehmen. Der Covid-19-Virus gehört aktuell noch nicht dazu. „Derzeit müssen sich nur Soldaten, die in einen Auslandseinsatz gehen, gegen Corona impfen lassen“, informiert Hauptfeldwebel Christian Stahl.

Übrigens: Der Sanitätsdienst der Bundeswehr spiegelt alle Elemente des zivilen Gesundheitssystems. Das Versorgungszentrum Pfreimd ist dabei dem Sanitätsunterstützungszentrum Kümmersbruck zugeordnet. Das nächste Bundeswehrkrankenhaus befindet sich in Ulm. Soldaten haben einen gesetzlichen Anspruch auf die freie Heilfürsorge des Bundes. Sie müssen sich aber im Krankheitsfall (auch in ihrer Freizeit) bei einem Truppenarzt melden.

Bundeswehr-Standorte Pfreimd und Oberviechtach fit für die Zukunft machen

Oberviechtach
Info:

Hintergrund

Sanitätsversorgungszentrum Pfreimd

  • Der Auftrag des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ist es, die sanitätsdienstliche Versorgung der Soldaten zu gewährleisten.
  • Am Standort Pfreimd stehen zwei Truppenärztinnen (Facharzt für Allgemeinmedizin) und ein Zahnarzt für die medizinische Versorgung der Soldaten zur Verfügung.
  • Die Generalsanierung des zweistöckigen Sanitätsgebäudes aus dem Jahr 1974 lief von Mai 2018 bis August 2021.
  • Kosten rund 3,2 Millionen Euro für Gebäude und Außenanlagen
  • Erkrankte Soldaten wenden sich während der Dienstzeit an einen Truppenarzt in ihrer Nähe. Außerhalb der Dienstzeit ist der ärztliche Bereitschaftsdienst der Bundeswehr unter der Telefonnummer 0800/9726378 erreichbar.

„Der Stand unserer Ausstattung ist wie bei jeder Arztpraxis draußen auch.“

Hauptfeldwebel Christian Stahl

Hauptfeldwebel Christian Stahl

 

 

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