04.09.2020 - 17:14 Uhr
PfreimdOberpfalz

Pfreimd zahlt doppelt soviel Geld für das Schwandorfer Tierheim

Wie schon Stulln vorher verschließt sich auch die Stadt Pfreimd nicht einem finanziellen Hilferuf aus Schwandorf. Das dortige Tierheim bekommt nun die doppelte Förderung.

Steigende Kosten für Personal, tierärztliche Versorgung und Futter bei sinkenden Einnahmen: Corona hat den Schwandorfer Tierschutzverein als Träger des Tierheims in Nöte gebracht. Er bat nun um weitere finanzielle Unterstützung und stieß beim Pfreimder Stadtrat auf offene Ohren.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Die Hälfte der Tiere, die auf dem Gelände in Schwandorf-Niederhof Unterschlupf finden, wird irgendwo im Landkreis aufgegriffen. "Wir erwarten deshalb, dass sich die Gemeinden entsprechend an den Kosten beteiligen", erklärte Vorsitzende Gabi Hahn kürzlich bei einer Bürgermeister-Dienstversammlung.

Das Schwandorfer Tierheim braucht finanzielle Hilfe

Schwandorf

So bat die Vorsitzende um eine Sonderförderung im gleichen Umfang wie den bereits vereinbarten Jahresbeitrag - also 50 Cent pro Einwohner. Gleichzeitig schlug der Träger des Tierheimes eine Anpassung des Jahresbeitrages für 2021 auf einen Euro je Einwohner vor. Das würde den Sätzen in anderen Landkreisen entsprechen.

In Pfreimd stieß das Anliegen nun auf offene Ohren beim Stadtrat. Er will heuer noch einmal 50 Cent pro Einwohner auf die Überweisung drauflegen und ab nächstem Jahr mit einem Euro pro Einwohner das Tierheim fördern. Das wären ungefähr 5400 Euro.

Pfreimd Süd verschont

Den Auftakt der Ratssitzung in der Schulturnhalle, die den Corona-Abstand gewährleistete, machte Bauoberrat Andreas Ettl vom Wasserwirtschaftsamt Weiden, der einen Sachstandsbericht zum Thema Hochwasserschutz Pfreimd vortrug. Eine Erkenntnis daraus war die Versicherung, dass man laut der hydraulischen Berechnung im Bereich des Baugebiets Pfreimd Süd vermutlich keine größeren Schutzmaßnahmen ergreifen müsse. Jedes Grundstück dort werde noch überprüft, "ob Hochwasser reinlaufen kann oder nicht". Ettls vorsichtige Prognose: "Dort wird man sich viel sparen können."

Andreas Ettl vom Wasserwirtschaftsamt Weiden trug einen Sachstandsbericht zum Thema Hochwasserschutz Pfreimd vor.

Norbert Auer, der stellvertretende Fraktionssprecher der SPD, erinnerte daran, dass das Wasserwirtschaftsamt vor 40 Jahren die Naab ausgebaggert habe: "Warum macht man das jetzt nicht mehr, dann hätte die Naab selbst eine Pufferfunktion bei Hochwasser?" Ettl erwiderte, für ein "100-jähriges Hochwasser", das den Planungen zugrunde liege, bringe das Ausbaggern nichts. "Wenn 450 Kubikmeter Wasser pro Sekunde runterrauschen, hilft es nichts, 200 Kubikmeter auszubaggern."

Grabungen beginnen wieder

Derzeit laufen Bohrungen und Baggerschürfe, auch an der alten Klostermauer, erläuterte Ettl. Als Termin für die Fertigstellung der Vorplanung nannte er das Frühjahr 2021. Danach erfolge eine Information der Öffentlichkeit. Und der Stadtrat müsse entscheiden, so ergänzte Bürgermeister Richard Tischler, wie er in dieser Angelegenheit weiter vorgehen werde.

Den Tagesordnungs-Punkt "Informationen durch den Bürgermeister" teilten sich diesmal die beiden stellvertretenden Bürgermeister Johanna Mertins und Norbert Auer, die den August über im Rathaus das Sagen hatten, nachdem Richard Tischler in Urlaub war.

Mertins wies unter anderem darauf hin, dass die archäologische Grabungskampagne Iffelsdorf-Kapellenfeld in diesem Jahr am 7. September beginne und am 2. Oktober enden werde. Diese Grabungen werden schon seit 2011 vorgenommen, wobei die Archäologie-Studenten diesmal unter anderem betreut werden vom Bamberger Hochschullehrer Hans Losert und Kreisheimatpfleger Kurt Engelhardt.

Keltische Hochburg

Die dort bisher ausgegrabenen zahlreichen Fundstücke, meist Scherben von Alltagsgegenständen, stammen hauptsächlich aus der Hallstattzeit und Latènezeit, welche von circa 800 v. Chr. bis Christi Geburt andauerten. Pfreimd lag damals im Zentrum eines großen keltischen Siedlungsgebiets und dort an der Schnittstelle zwischen dem Westhallstatt- und Osthallstattkreis. Daher sind die archäologischen Funde an dieser Stelle so zahlreich und auch vielfältig.

Museumsleiterin Carola Reul kündigt eingangs der Sitzung eine Ausstellung im Museum an: Die Bilder der Malerin Katharina Gierlach werden ab Sonntag, 13. September, im Pfreimder Museum präsentiert.

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