18.09.2020 - 11:48 Uhr
PleysteinOberpfalz

Pleysteiner Kreuzbergfeste selbst in Kriegsjahren nie abgesagt

Die Pleysteiner Kreuzbergfeste im Mai und September sind noch nie ausgefallen. Doch heuer ist alles anders. Ein Interview mit Stadtpfarrer Pater Hans Ring.

Stadtpfarrer Pater Hans Ring bedauert die Absagte des Kreuzbergfests, sieht aber wegen der Hygienevorgaben auch keine andere Möglichkeit.
von Walter BeyerleinProfil

Selbst die Kriegsjahre haben die Pfarrgemeinde und die Gläubigen aus der Umgebung nicht gehindert, diese Feste zu feiern. Die Coronapandemie sorgt erstmals für die Absage der kirchlichen Feste. Darüber hat unser Mitarbeiter Walter Beyerlein mit Stadtpfarrer Pater Hans Ring gesprochen und auch nachgefragt, ob die Hygienevorgaben eine Ausnahme möglich gemacht hätten.

ONETZ: Seit wann feiert die katholische Pfarrgemeinde das Fest, hat es im Laufe dieser Jahre absagen gegeben?

Stadtpfarrer Pater Hans Ring: Das Kreuzbergfest wurde als Bestandteil der Wallfahrt eingeführt. Eine Absage gab es auch kriegsbedingt nie. Allenfalls hat das Wetter nicht mitgespielt. Wichtig aber vor allem, für die Ansprache einen auswärtigen Festprediger einzuladen.

Kreuzbergfest in Pleystein Kreuz will Mahnzeichen sein

ONETZ: Wer hat heuer die Weisung für die Absage gegeben und hat hier die Diözese mitgesprochen?

Stadtpfarrer Pater Hans Ring: Es gibt Vorgaben der Diözese Regensburg für Gottesdienste. Ich habe erkannt, dass mit Blick auf die Hygienevorschriften eine sichere Durchführung des Festes nicht möglich ist. Das gilt für den Gottesdienst und die Prozession, die sich nicht hätten so ausweiten lassen, dass die Abstände eingehalten hätten werden können. Eine Prozession wäre grundsätzlich unmöglich gewesen, weil die Träger des „Himmels“ mit mir als Träger der Monstranz zu nahe beieinander und auch bei mir gewesen wären. Dies gilt auch für die Ministranten mit dem Weihrauch. Es wären sich schlicht fremde Personen zu nahe gestanden.

ONETZ: Beeinträchtigt die Coronapandemie das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Kirche?

Stadtpfarrer Pater Hans Ring: Ich befürchte, dass wir einen Teil unserer Gottesdienstbesucher verlieren. Das gilt auch für einen Teil der aktiven Pfarrgemeindemitglieder, wie beispielsweise die Ministranten. Den Gottesdienst am Sonntag besuchen gegenwärtig zwischen 80 bis 100 Personen. Viele Gläubige, die sich der Risikogruppe zurechnen, gehen nicht mehr zum Gottesdienst. Ich möchte nicht ausschließen, dass ein Teil die Coronakrise als gute Ausrede findet, nicht zum Gottesdienst gehen zu müssen.

ONETZ: Besteht die Hoffnung, dass das nächste Kreuzbergfest im Mai 2021 gefeiert werden kann?

Stadtpfarrer Pater Hans Ring: Alles hängt von der Entwicklung der Coronapandemie ab, die aktuellen Zahlen verlangen einen Rückgang, um dieses Fest abhalten zu können. Wir haben bereits im Pfarrgemeinderat über das nächste Jahr gesprochen. Das Ergebnis darauf begann immer mit den Worten „Wenn es geht...“

ONETZ: Haben Sie Reaktionen der Angehörigen der katholischen Kirchengemeinde auf die Absage des Kreuzbergfestes vernommen?

Stadtpfarrer Pater Hans Ring: Mir persönlich wurde bisher dafür nur Verständnis entgegengebracht. Ich habe aber in den Gesprächen auch immer auf die Hygienevorgaben hingewiesen. Jedem ist die derzeitige Situation bekannt.

ONETZ: Wie betrachten Sie persönlich die Absage des Kreuzbergfests?

Stadtpfarrer Pater Hans Ring: Es ist wirklich schade, dass das Fest nicht gefeiert werden kann, weil es wie das Fest im Mai ein Höhepunkt der Kirchengemeinde ist. Genau so bedauern wir, dass auch weitere kirchliche Feste in diesem Jahr nicht im entsprechenden Rahmen gefeiert werden können.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.