30.11.2021 - 11:55 Uhr
PlößbergOberpfalz

Brauerei Riedl in Plößberg gut für die Zukunft gerüstet

Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz unterstützt die Brauerei Riedl in Plößberg. Die neuen Investitionen sorgen für einen Umbruch für den 1875 gegründeten Familienbetrieb.

Braumeisterin Angela Riedl vor ihrer neuen Flaschenreinigungsanlage. Für diese Investition von 50.000 Euro bekam sie einen Zuschuss vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Dorfbrauereien sind typisch für den ländlichen Raum, doch Dorfwirtshäuser sterben mehr und mehr aus. "Umso wichtiger ist es, die zu unterstützen, die über Investitionen ihr Unternehmen für die Zukunft sichern wollen", heißt es in der Pressemitteilung des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz.

Die Brauerei Riedl in Plößberg gehört zu diesen Unternehmen. Eigentümerin Angela Riedl, die den Betrieb 2002 von ihrem Vater übernommen hat, möchte die Tradition des über 140 Jahre alten Betriebes aufrechterhalten und investiert deshalb in neue Maschinen. 2020 schaffte sie für die Brauerei eine neue Flaschenreinigungsanlage an. Diese gebrauchte Maschine verkaufte eine Brauerei in der Rhön. "Das war für uns ein Glücksfall", berichtet Riedl. Normalerweise koste eine solche Anlage neu gut das Dreifache. Das gebrauchte Stück für insgesamt 50 000 Euro ließ sie in die Oberpfalz transportieren und bei sich in der Brauerei einbauen und anschließen. Dazu musste sogar eine Mauer eingerissen werden, denn durch das Tor passte die Anlage nicht.

Mit der neuen Investition fand auch ein Umbruch in der Brauerei statt. Die alte Reinigungsanlage war gut 40 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß. Die neue Maschine reinigt die Flaschen noch gründlicher, dadurch kann die Braumeisterin ihre fünf Biersorten auch in Getränkemärkten vertreiben. Dazu wurden zusätzlich weitere Bierkisten und Flaschen angeschafft. Dieser Schritt war notwendig, denn seit Jahren ist der Umsatz in der Wirtschaft rückläufig, bekennt Riedl. In den vergangenen beiden Corona-Jahren hatte die Brauerei einen Ausstoß von etwa 700 Hektoliter jährlich. Auch deshalb hat Riedl vor ein paar Jahren begonnen, die Gaststätte um eine Zoiglstube zu erweitern. Diese will sie nun nach Corona regelmäßig öffnen.

Seit 2020 betreibt die Plößbergerin zudem den Kiosk am Großen Weiher. "Im Sommer setzen sich die Leute eh nicht ins Wirtshaus. Das lässt sich ganz gut mit dem Kiosk und dem Biergarten kombinieren", sagt die Chefin von zwei Teilzeitkräften und vier Minijobbern.

"Wir sind zu 100 Prozent ein Handwerksbetrieb", sagt Riedl. Die Chefin organisiert alle Einkäufe, Bestellungen, kümmert sich um Buchhaltung, kellnert und braut. Vom Malzschroten bis zum fertigen Bier wird jeder Arbeitsschritt bis zum Abfüllen von Riedl selbst ausgeführt.

"Mit großem Engagement widmet sich die Braumeisterin dem zukunftsorientierten Erhalt der letzten verbliebenen Dorfbrauerei im Umkreis und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Dorfkultur", heißt es vom ALE. Die Behörde unterstützt deshalb die Investition des Familienbetriebs im Rahmen des Programms "Kleinstunternehmen der Grundversorgung" mit 45 Prozent.

Ausgezeichnete Brauerei Riedl tief im Ort verwurzelt

Plößberg

„Das war für uns ein Glücksfall.“

Angela Riedl über den Kauf der gebrauchten Maschine

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