14.04.2021 - 13:11 Uhr
SchlammersdorfOberpfalz

Kläranlage Schlammersdorf: Studie soll Klarheit bringen

Die Schlammersdorfer Kläranlage soll weiterhin auf dem neuesten Stand gehalten werden. Das ist das Ziel des Abwasserzweckverbands. Nun wird eine Förderung bei einem bekannten Projektträger beantragt. Voraussetzung dafür ist eine Studie.

„Wir wollen unsere Kläranlage, seit 25 Jahren in Betrieb, weiterhin auf den neuesten Stand halten“ so Bürgermeister Johannes Schmid (Schlammersdorf) als Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes Schlammersdorf-Vorbach im Vorfeld zu einer Energie- und Potentialstudie für die Kläranlage durch das Institut für Energietechnik an der OTH Amberg-Weiden.
von Hubert BrendelProfil

„Unsere Kläranlage ist seit 1996 in Betrieb und wir wollen diese weiterhin auf den neuesten Stand halten“, erklärte Bürgermeister Johannes Schmid als Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes (AZV) Schlammersdorf-Vorbach in der Verbandsversammlung für geplante Sanierungsmaßnahmen. Zur Finanzierung der Vorhaben mit dem energieeffizienten Umbau der Anlage wird eine Förderung zur Kommunalrichtlinie beim Projektträger Jülich (PTJ) beantragt.

Eine Grundvoraussetzung für eine Förderung ist eine Energie- und Potentialstudie für die Kläranlage und vom unabhängigen Institut für Energietechnik (IfE) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden, die in den nächsten Monaten erstellt wird. Das Projekt der Energieanalyse für die Kläranlage des AZV wurde in der Verbandsversammlung von Professor Markus Brautsch eingehend erläutert. Aus der Projektbeschreibung geht hervor, dass der AZV eine Kläranlage mit einer Ausbaustufe von 2900 Einwohnern betreibt. Die Reinigung des Abwassers erfolgt über eine mechanische und biologische Reinigungsstufe. Die verschiedenen Aufbereitungsstufen sind sehr energieintensiv und verursachen hohe Kosten beim Energiebezug.

Energetischer Dreisprung

Die Aspekte Energieeffizienz und -erzeugung spielen im Kläranlagenbetrieb eine wichtige Rolle. Mit einer mit 60 Prozent geförderten Energie- und Potenzialstudie soll nun eine ganzheitliche Strategie für die kommenden Jahre entwickelt werden. Diese folgt der Logik des „Energetischen Dreisprungs“, Energieeinsparung, Energieeffizienz und Nutzung der Erneuerbaren Energien. Dabei sollen auch laufende Umbaumaßnahmen und geplante Neubauten berücksichtigt werden.

Nach den Worten des Referenten an der OTH Amberg-Weiden wird in einem Energiekonzept mit dem IfE-Kläranlagencheck die gesamte Anlage energetisch bewertet und gegenseitige Wechselwirkungen identifiziert. In der Ausarbeitung werden sowohl Prozessschritte zur Reduktion des Energieeinsatzes als auch die Effizienzsteigerung der notwendigen Aggregate sowie der Ausbau der Eigenstromerzeugung, wie beispielsweise durch eine Photovoltaikanlage berücksichtigt. Als Zielwert für den zukünftigen spezifischen Energiebedarf nennt die Kommunalrichtlinie einen Wert von 23 Kilowatt (kWh) je Einwohner und Jahr. Dabei wird der Fokus auf Pumpenerneuerung, sowie Optimierung der Belüftung gelegt.

Handlungsempfehlung

Die Kommunalrichtlinie gibt einen Zielwert vor, welcher die Deckung des Energiebedarfs zu 70 Prozent mit der am Standort umgewandelten Energie fordert. Mit der Energie-Potenzialstudie sollen Möglichkeiten zur regenerativen Energieerzeugung überprüft werden. Im Konzept werden die Maßnahmen energetisch und wirtschaftlich bewertet und eine Handlungsempfehlung, kurz-, mittel- und langfristig für die Umsetzung ausgearbeitet. Zusätzlich sollen Möglichkeiten zur Klärschlammverwertung in Form von Entwässerung identifiziert und bewertet werden.

Über den Umfang der Maßnahmen und in welchem Zeitraum hat der Abwasserzweckverband eine Entscheidung nach Vorlage der Energie- und Potenzialstudie zu treffen. Das Verbandsgremium beschloss eine Förderung im Rahmen der Kommunalrichtlinie für eine Potentialstudie für die Kläranlage des AZV durch das Institut für Energietechnik an der OTH Amberg-Weiden beim Projektträger Jülich zu beantragen. Wie der Zweckverbandsvorsitzende abschließend ergänzte, wird bei einem Förderantrag zu den Investitionen bis zum Jahresende die Förderquote als „Corona-Bonus“ um zehn Prozentpunkte angehoben.

90.000 Euro für Sanierung der Kläranlage

Schlammersdorf
Hintergrund:

Projektträger Jülich

  • Partner der öffentlichen Hand in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik
  • unterstützt Auftraggeber in Bund und Ländern sowie die Europäische Kommission bei Realisierung der förderpolitischen Zielsetzungen
  • setzt Forschungs- und Innovationsprogramme um, die auf Anforderungen und gesellschaftlichen Bedarf ausgerichtet sind
  • arbeitet im Auftrag der Bundesministerien Bildung und Forschung, Wirtschaft und Energie, Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit, Verkehr und digitaler Infrastruktur sowie im Auftrag der Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern

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